Dlf 13.09.2026
19:45 Uhr

CSU-Klausur - Söder und Kretschmer warnen vor Scheitern der Regierung


Angesichts der Debatte um die Zukunft von Bundeskanzler Merz hat CSU-Chef Söder vor einem Scheitern der Bundesregierung gewarnt. Er sagte am Abend vor Beginn einer Klausur des CSU-Vorstandes in München, es wäre ein Desaster, wenn nach der Ampel die nächste demokratische Regierung scheitere.

CSU-Klausur - Söder und Kretschmer warnen vor Scheitern der Regierung
Alle in der Koalition seien jetzt gezwungen, sich am Riemen zu reißen und einen Zacken zuzulegen, betonte Söder mit Blick auf den Wahlerfolg der AfD. Söder rief die Regierungskoalition auf, die eingeleiteten Reformen schnell voranzubringen - "jetzt nicht alles verwässern, nicht zurückdrehen, wieder auf null stellen". Stillstand wäre der beste Treibstoff für die AfD. Auch die Kommunikation müsse sich in der Regierungsarbeit verbessern und auf das Wesentliche konzentrieren. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, so schlimm es im Einzelfall sei, müsse als Weckruf verstanden werden.

Kretschmer: Wahldebakel ist nicht vom Himmel gefallen

Der sächsische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vorsitzende Kretschmer sagte, man müsse nun die richtigen inhaltlichen Schlüsse ziehen. Demokratie verteidige man am besten, indem man die Probleme löse, die aus Sicht der Bevölkerung vorhanden seien. Das Wahldebakel sei nicht vom Himmel gefallen. Mahnende Stimmen seien aber nicht gehört worden. Nun müsse man die richtigen inhaltlichen Schlüsse ziehen. Das Schlimmste, was passieren könne, sei, dass alles weitergeht wie bisher und es keine Konsequenzen daraus gebe. Kretschmer ist bei der CSU-Klausur zu Gast.

Parteiinterne Kritik am Kanzler

In den vergangenen Tagen war auch innerhalb der CDU Kritik an Bundeskanzler Merz laut geworden. Der Arbeitnehmerflügel CDA kritisierte die Politik und Kommunikation des Kanzlers ungewöhnlich scharf. Die Bundesschatzmeisterin der Jungen Union, von Nathusius, sagte im ARD-Fernsehen, mit Merz seien keine Wahlen mehr zu gewinnen. Die Partei habe, auch wegen Merz, ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.
Unterstützung bekam Merz von CDU-Generalsekretärin Hoppermann. Merz stehe für das Bild der Zukunft, wohin sich Deutschland bewegen solle, sagte Hoppermann im Interview der Woche des Deutschlandfunks.
Diese Nachricht wurde am 13.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.