Dlf 02.10.2026
06:45 Uhr

EU-Klimadienst - Copernicus: Sommer in Europa von Klimaextremen geprägt


Der diesjährige Sommer war für den Westen Europas der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das hat eine Analyse des EU-Klimabeobachtungsprogramms Copernicus ergeben. Die Durchschnittstemperatur lag demnach bei knapp 22 Grad und damit 2,5 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1991 bis 2020.

EU-Klimadienst - Copernicus: Sommer in Europa von Klimaextremen geprägt
Mit Blick auf den gesamten Kontinent war es der drittwärmste jemals gemessene Sommer, hieß es. Mehr als die Hälfte Europas sei einem extremen Hitzestress ausgesetzt gewesen. Angesichts der andauernden Trockenheit wurden laut Copernicus auch außergewöhnliche Niedrigwasserstände in Europa festgestellt. Im Juli und August seien an vielen großen europäischen Flüssen Rekord-Tiefstände aufgetreten, darunter im Rhein, der Donau und der Seine. Dies habe auch negative Folgen für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, die Kühlung von Kernreaktoren und die Stromerzeugung durch Wasserkraft gehabt, teilte der Klimadienst mit.

Waldbrände

Die anhaltende Trockenheit trug auch zu Waldbränden bei. Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) war die verbrannte Fläche in der EU bis zum 2. September fast doppelt so groß wie im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025 für diese Jahreszeit. Besonders ausgedehnte Brände gab es demnach in Spanien und Frankreich. 

Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Dessen Atmosphärendienst überwacht die Luftqualität mithilfe von Satelliten-, Boden- und weiteren Messungen und erstellt daraus Analysen und Vorhersagen. Derzeit sind mehrere Copernicus-Satelliten im All in Betrieb - unter anderem für die Radarbeobachtung und für hochauflösende Erdaufnahmen.

Validierung der Satellitendaten

Nach Angaben des Bundesumweltamts werden die von den Satelliten erhobenen Daten durch Messergebnisse am Boden überprüft. Sie seien "von zentraler Bedeutung" und bildeten die Grundlage für die Erstellung hochwertiger Datenprodukte. Fachleute sprechen von In-situ-Daten, die an Land, auf See und in der Luft erhoben werden. Diese Beobachtungen erfassen unter anderem meteorologische, ozeanografische, atmosphärische und terrestrische Informationen etwa von Wetterstationen, Bojen und Forschungsnetzwerken.
Diese Nachricht wurde am 02.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.