Bei einem Besuch vor Ort sagte Dobrindt gestern Abend, der sehr ernste sicherheitsrelevante Vorfall zeige eine neue Gefahrenqualität. Dass sich eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff auf einem Flughafengelände befinde, sei ein bisher nicht dagewesenes Bedrohungsszenario.
Drohnen-Vorfall am Airport Leipzig/Halle: Dobrindt warnt vor Spekulationen
Der Bundesinnenminister lobte die Zusammenarbeit der Landes- und Bundespolizei sowie aller Behörden in diesem Fall. Er warnte vor Spekulationen über Motive und Hintermänner. Die Beantwortung solcher Fragen müsse den weiteren Ermittlungen überlassen werden.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Eichwede sagte im Deutschlandfunk, man müsse nun in alle Richtungen ermitteln.
Es deute aber einiges darauf hin, dass eine - Zitat - "fremde Macht" ihre Hände im Spiel haben könnte. Deutschland müsse nun seine Anstrengungen intensivieren, die kritische Infrastruktur vor derartigen Angriffen zu schützen.
Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter vermutet, dass Russland die Tat beauftragt hat. Er sagte der "Augsburger Allgemeinen", Deutschland sollte Artikel-4-Konsultationen in der NATO anstrengen. Artikel 4 erlaubt es jedem Mitgliedsland, Beratungen mit den Bündnispartnern zu verlangen, wenn es seine territoriale Unversehrtheit bedroht sieht.
Sachsens Innenminister Schuster: Suche nach Teilen möglicher zweiter Drohne
Dienstagabend war auf dem Flughafen eine Drohne entdeckt worden, die mit einer Sprengvorrichtung versehen war. Spezialisten der Bundespolizei entfernten den Zünder. Der sächsische Innenminister Schuster (CDU) sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht.
Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Fracht-Drehkreuz auch für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland.
Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
