Dlf 01.09.2026
16:14 Uhr

In der Nähe von Kohlekraftwerk - Sprengvorrichtungen an Umspannwerk in Brandenburg gefunden


Das Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg ist offenbar Ziel eines versuchten Anschlags geworden. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei einem Umspannwerk in der Nähe mehrere Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden.

In der Nähe von Kohlekraftwerk - Sprengvorrichtungen an Umspannwerk in Brandenburg gefunden
Es seien nicht alle Vorrichtungen detoniert, gleichwohl ist den Angaben zufolge eine Leitung beschädigt worden. Das Landeskriminalamt Brandenburg habe die Ermittlungen übernommen.
Der Netzbetreiber 50Hertz teilte mit, es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben, die bereits behoben sei. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.
Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Betreiber meldet technischen Ausfall

Über das Umspannwerk in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße wird der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Netz eingespeist. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Leag gab es - mutmaßlich als Folge des Anschlagsversuchs - einen technischen Ausfall in Block B.

Ministerpräsident Woidke verurteilt Angriff

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke (SPD) sagte in Potsdam, wer versuche, kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben zu lähmen, greife die ganze Bevölkerung an. Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeige, dass Infrastrukturen entschlossen geschützt werden müssten, so Woidke
Die Hintergründe des jüngstens Vorfalls sind unklar. Das Kohlekraftwerk in Brandenburg war bereits mehrfach Ziel von Protestaktionen. Im September 2022 drangen 20 Klimaaktivisten auf das Betriebsgelände ein und besetzten Schienen, Gleisanlagen und Förderbänder.
Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.