In Dormagen hatte ein Spaziergänger gestern Abend an dem Umspannwerk einen verdächtigen Gegenstand gefunden. Nach Polizeiangaben handelt es sich vermutlich um eine Abschussvorrichtung. Zur Ausführung der Sabotage sei es allerdings nicht gekommen.
Die Polizei hält ein bei der Tageszeitung "taz" eingegangenes Bekennerschreiben für authentisch. Nach Informationen des Deutschlandfunks gilt ein 49-Jähriger Mann aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet als tatverdächtig. Nach ihm wird gefahndet. Er schrieb, seine Angriffe richteten sich gegen die fossile Brennstoffindustrie. Das Schreiben soll auch Wissen über die Sabotageakte enthalten, das nur der Täter haben kann - auch über Fälle in Bergheim und Jänschwalde bei Brandenburg. Dort hatte es in den vergangenen Tagen ebenfalls Angriffe auf Umspannwerke gegeben. In einem Umspannwerk wird die Spannung des Stroms gesenkt, so dass er in ein regionales Verteilnetz eingespeist werden kann.
Unklare Lage im Landkreis Oldenburg
Im niedersächsischen Landkreis Oldenburg läuft underdessen ein Polizeieinsatz an einem Umspannwerk. Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, untersuchen die Beamten seit vergangener Nacht das Gelände in Ganderkesee. Wonach genau gesucht wurde, blieb zunächst unklar. Die Polizei sprach lediglich von "verdächtigen Umständen". Zudem prüft die Polizei ein weiteres Umspannwerk in Weisweiler bei Aachen. Einsatzkräfte gingen dort Hinweisen nach, sagte ein Sprecher der Polizei in Köln.
Brandenburg will neues Sicherheitszentrum einrichten
Als Reaktion auf die Sabotage nahe dem Kraftwerk Jänschwalde kündigte das brandenburgische Innenministerium ein neues Sicherheitszentrum im Land zum Schutz von kritischer Infrastruktur an. Die Angriffe auf das Stromnetz in Jänschwalde sowie in Bergheim zeigten, wie bedroht die kritische Infrastruktur in Deutschland sei und dass sie dringend geschützt werden müsse. "Die Anzeichen verdichten sich, dass beide Attacken Teil eines koordinierten Angriffs auf unsere Energieversorgung sind", sagte Brandenburgs Innenminister Redmann (CDU).
Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 04.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
