Dlf 09.03.2026
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Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - Chameneis Sohn Modschtaba neuer oberster Führer im Iran


+++ Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei, ist zum neuen obersten Führer im Iran gewählt worden. +++ Im Iran-Krieg ist ein weiterer US-Soldat getötet worden. +++ Die iranische Militärführung hat mit Angriffen auf Ölanlagen in der Golfregion gedroht. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - Chameneis Sohn Modschtaba neuer oberster Führer im Iran
Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen. Das sagte Präsident Selenskyj in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "New York Times". Dem Bericht zufolge baten die Vereinigtten Staaten bereits am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen Osten erwartet werde.

+++ Israel und der Iran haben ihren gegenseitigen Beschuss auch in der Nacht fortgesetzt.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine neue Welle an Attacken gegen Infrastruktur der iranischen Führung im Zentrum des Landes begonnen. Zudem wurde Entwarnung für die eigene Bevölkerung gegeben, nachdem es in weiten Teilen von Zentral- und Nordisrael Raketenalarm gegeben hatte - darunter auch in den Städten Tel Aviv und Haifa. Laut Polizei gingen an mindestens zwei Orten Trümmerteile von Abwehrraketen nieder. Iranische Staatsmedien hatten zuvor über eine weitere Welle von Raketen berichtet, die Richtung Israel abgefeuert worden seien.
Zudem wurde ein Bild verbreitet, wonach eines der Geschosse mit einer Aufschrift versehen war, die den Namen des neuen obersten geistlichen Führers des Iran, Modschtaba Chamenei, zeigte.

+++ Der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman ​al-Thani hat alle Seiten im Iran-Konflikt zur Deeskalation aufgerufen.

"Wir werden weiter mit den Iranern sprechen und ​auf eine Deeskalation hinwirken", sagte der Ministerpräsident ‌in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Sky News. Der Iran müsse zunächst alle Angriffe auf die Golfstaaten und andere Länder einstellen, die nicht an diesem ‌Krieg ‌beteiligt seien. Die USA und Israel ​hatten vergangene Woche koordinierte Angriffe auf den Iran begonnen, woraufhin Teheran ‌Raketen auf ⁠Israel und Ziele ‌am Golf abfeuerte.

+++ Der Ölpreis ist auf den höchsten Stand seit ‌Juli 2022 gestiegen.

Die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent wurde zeitweise über der Marke von 111 US-Dollar je Fass gehandelt - das sind 159 Liter. Am Freitag hatte der Ölpreis noch bei gut 90 Dollar gelegen. Damit beläuft sich der Anstieg seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche auf inzwischen rund 50 Prozent. Seither steigen auch die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen. Derzeit passieren aus Sorge vor Attacken des Irans kaum noch Schiffe die Straße von Hormus. Die Meerenge ist ein wichtiger Seeweg für Öl- und Gastransporte.
US-Präsident Trump erklärte, die Ölpreise würden nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran wieder sinken und seien ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt.

+++ Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen.

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zielten nicht auf solche Infrastruktur, sagte Wright dem Fernsehsender CNN. Am Samstagabend hatte die Bombardierung eines iranischen Öllagers durch die israelische Luftwaffe für Aufsehen gesorgt, in deren Folge auf Bildern zunächst große Feuerbälle zu sehen waren, bevor dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Israels Armeesprecher Defrin betonte, man habe Treibstofflager angegriffen, die vom Militär genutzt worden seien. Sein Land kämpfe nicht gegen das iranische Volk, sondern nur gegen das Terrorregime.
Irans Revolutionsgarden hatten zuletzt gedroht, sollten derartige Angriffe nicht aufhören, werde man in der Golf-Region mit ähnlichen Attacken reagieren.
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Diese Nachricht wurde am 09.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.