Dlf 14.06.2026
17:30 Uhr

Schweiz - Demonstration in Genf gegen den G7-Gipfel im französischen Evian


Im schweizerischen Genf demonstrieren Zehntausende gegen den G7-Gipfel, der morgen im 50 Kilometer entfernten Evian in Frankreich beginnt. Rund 60 verschiedene Gruppen haben den Protest organisiert - darunter Umweltschützer, Feministinnen und Aktivisten für die Rechte von Palästinensern. Ein Großaufgebot der Polizei soll Ausschreitungen wie im Jahr 2003 verhindern.

Schweiz - Demonstration in Genf gegen den G7-Gipfel im französischen Evian
Vor 23 Jahren hatte sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen schon einmal in Evian getroffen - damals im G8-Format, weil Russland noch dabei war. Auch damals gab es Demonstrationen in Genf. Es kam zu Gewalt und Plünderungen von Geschäften.

Passanten kontrolliert, Schaufenster verbarrikadiert

Vorsorglich wurden deshalb dieses Mal Polizistinnen und Polizisten aus der ganzen Schweiz nach Genf beordert. Sie kontrollieren seit zwei Tagen Autos und Personalien von Passanten. Geschäftsleute und Hoteliers haben ihre Schaufenster mit Sperrholz verbarrikadiert, um sich vor Vandalismus zu schützen.
Das Motto der Demonstration lautet "NoG7". Die Organisatoren haben dazu aufgerufen, gegen Kapitalismus, Faschismus und Imperalismus auf die Straße zu gehen, die sie den G7-Staaten vorwerfen. Am Nachmittag versammelten sich in einem Park am Genfer See nach ersten Einschätzungen mehrere tausend Menschen mit Plakaten oder Palästinenserfahnen. Von dort aus war ein Protestzug durch die Stadt geplant. Zu den Organisatoren gehören auch Gewerkschaften, Kurden und nach Angaben einer Sprecherin ein "revolutionärer Block".

G7-Treffen dauert bis Mittwoch

Die Staats- und Regierungschefs sieben führender Industrienationen tagen von Montag bis Mittwoch in Evian. Frankreich duldet nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste, daher wurden sie nach Genf verlegt. Die Polizei hat sich auf rund 50.000 Teilnehmende eingestellt.
Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.