Dlf 22.09.2026
12:27 Uhr

UNO-Generaldebatte - Guterres verlangt Ende von Kriegen und Konflikten


Zum Auftakt der UNO-Generaldebatte hat der scheidende UNO-Generalsekretär Guterres von den Staaten mehr Einsatz für ein Ende der vielen bewaffneten Konflikte gefordert. Die erste große Bewährungsprobe des 21. Jahrhunderts betreffe die Schaffung von Frieden und Sicherheit. Davon hänge die Zukunft der Menschheit ab, mahnte Guterres.

UNO-Generaldebatte - Guterres verlangt Ende von Kriegen und Konflikten
Die Polizei geht nach ihren Untersuchungen am „Hangover“ bislang von einem „Unfallgeschehen“ aus.
Foto: Stephan Rumpf
Er betonte vor der Vollversammlung in New York, die Kriege in der Ukraine, in Nahost, im Sudan und anderswo müssten beendet werden. Die Opfer der Gewalt müssten uneingeschränkt humanitäre Hilfe erhalten. Als weitere große Herausforderungen nannte er den Kampf gegen Ungleichheit und Armut sowie den Klimawandel und die sich rasant entwickelnde Künstliche Intelligenz. Der 77 Jahre alte Guterres wird Ende des Jahres nach zwei fünfjährigen Amtszeiten den Posten als UNO-Generalsekretär räumen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Lula: UNO-Sicherheitsrat gelähmt

Der brasilianische Staatschef Lula da Silva ging in seiner Rede auf den UNO-Sicherheitsrats ein und sagte mit Blick auf das Veto-Recht: "Wir alle sind Geiseln der Lähmung des Sicherheitsrats, der seiner Rolle nicht gerecht wird." Lula betonte, die Vereinten Nationen versagten bei einer ihrer wichtigsten Aufgaben: der Menschheit die Geißel des Krieges zu nehmen. Die Glaubwürdigkeit der Organisation sei noch nie so gering gewesen wie jetzt. 
Im Anschluss spricht unter anderem US-Präsident Trump. Weitere Redner sind etwa der französische Präsident Macron und der ukrainische Präsident Selenskyj.

Merz wird von Wadephul vertreten

Die deutsche Delegation wird von Außenminister Wadephul vertreten. Bundeskanzler Merz hatte seine geplante Reise nach New York in der vergangenen Woche aufgrund der innenpolitischen Entwicklungen rund um die Landtagswahlen abgesagt. Anstelle von Merz wird Wadephul am Samstag sprechen.

UNO steht finanziell und politisch unter Druck

Die Generaldebatte findet vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage der Vereinten Nationen statt. Die Weltorganisation steht vor finanziellen und politischen Problemen. Die USA halten Teile ihrer Pflichtbeiträge für die UNO zurück. Die Regierung von Präsident Trump begründete dies mit ihrer Forderung nach Reformen der Weltorganisation. Inzwischen überwies Washington 725 Millionen Dollar für den regulären UNO-Haushalt dieses Jahres. Damit haben die USA vorerst die Gefahr abgewendet, wegen zu hoher Beitragsrückstände im Jahr 2027 ihr Stimmrecht in der Vollversammlung zu verlieren. Eine grundlegende Lösung der finanziellen und politischen Probleme der Weltorganisation ist damit allerdings nicht erreicht.
Diese Nachricht wurde am 22.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.