FAZ 25.07.2026
08:07 Uhr

(+) Amateure als Kulturpolitiker: Sie ziehen eine Schneise der Verwüstung durch die Kultur


Wolfram Weimer, Joe Chialo und die Folgen: Kulturpolitik wird derzeit in Deutschland von Amateuren betrieben. Gegen das Chaos, das sie anrichten, hilft eine gesetzliche Verankerung der staatlichen Förderung von Kunst.

(+) Amateure als Kulturpolitiker: Sie ziehen eine Schneise der Verwüstung durch die Kultur

Ist es die schiere Inkompetenz oder steckt ein sinisterer kulturpolitischer Plan dahinter? Noch immer gibt das Verhalten von Kulturstaatsminister Weimer vielen Betroffenen und Beobachtern Rätsel auf. Auch die jüngste Volte, der Formelkompromiss beim Deutschen Verlagspreis, kann nicht kaschieren, dass das Verhältnis zwischen Deutschlands oberstem Kulturpolitiker und seinen Schutzbefohlenen nachhaltig gestört ist. Anders als beim Buchhandlungspreis will Wolfram Weimer nun „grundsätzlich“ dem Juryvotum folgen, behält sich aber ausdrücklich die Letztentscheidung und im „absoluten Ausnahmefall“ auch den Rückgriff auf den Verfassungsschutz vor, wobei im „Streitfall“ ein neues, zusätzliches Beratungsgremium aus externen Fachleuten eingeschaltet wird. Weniger gegenseitiges Vertrauen geht wohl nicht.

Im September könnte die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Was bedeutet das? In Sachsen-Anhalt werden längst Szenarien entworfen.

In seinem neuen Buch untersucht der amerikanische Journalist Isaac Butler, warum in den USA seit 1980 die Kunst zum diskursiven Schlachtfeld wurde, auf dem gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden.

Den Rechtsstaat ernst nehmen heißt, sich an das Recht zu halten. Wer dagegen übergeordnete Gemeinschaftsinteressen anführt, höhlt die Gesetzesbindung aus. Ein Lob des Positivismus.

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