FAZ 12.09.2026
07:30 Uhr

(+) „Chopins Männer“: Wird Polen einen schwulen Chopin ertragen?


Moritz Weber zeigt, dass Frédéric Chopins sexuelle Identität jahrzehntelang verfälscht wurde. Man sagt ihm bis heute Affären mit Frauen nach. Doch Belege gibt es nur für seine Liebe zu Männern.

(+) „Chopins Männer“: Wird Polen einen schwulen Chopin ertragen?

Die Briefe des achtzehn- bis zwanzigjährigen Komponisten Frédéric Chopin an den zwei Jahre älteren Gutsbesitzer Tytus Woyciechowski sind auf der Website des Nationalen Chopin-Instituts in Warschau für jedermann einsehbar. Man kann sie im polnischen Original lesen und leicht übersetzen lassen. Wer sie unvoreingenommen studiert, wird zu dem Schluss kommen: Das sind lustige, zärtliche, umstandslose Liebesbriefe von Mann zu Mann.

Der italienische Künstler Maurizio Cattelan ließ den Papst und Hitler zu Boden sinken, goss goldene Klos und klebte millionenschwere Bananen an die Wand. Nun hat er seine erste Einzelausstellung in Deutschland.

Paul Greengrass erzählt in „The Uprising“ von einem Bauernaufstand im 14. Jahrhundert, der beinahe die englische Monarchie gestürzt hätte. Ein bisschen mehr Geschichtskenntnis hätte ihm nicht geschadet.

Was widerfuhr einem 1926 geborenen Deutschen? Siegfried Lenz hat die für seinen Jahrgang typischen schrecklichen Erfahrungen machen müssen. Und doch ist ihm einiges erspart geblieben. Und nicht alles hat er erzählt.

Redakteur im Feuilleton.

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