FAZ 08.08.2026
18:00 Uhr

(+) Streit ums Schreiben: Warum ein KI-Roman völlig wertlos ist


Ein Leipziger Professor behauptet, Algorithmen schreiben schneller und besser als Menschen. Das ist Unfug. Wer den mühsamen Schreibprozess durch Prompts ersetzen will, versteht nicht, warum wir Bücher lesen.

(+) Streit ums Schreiben: Warum ein KI-Roman völlig wertlos ist

Ja, sicher, es bleibt uns nichts anderes übrig: „Mit der Maschine leben lernen.“ Die KI ist da, so bald werden weder die Politik noch die Literaturkritik das ändern, und obwohl sie auf viel gefährlicheren Gebieten ihr Wesen treibt, will man das Wunderwerk offenbar auch zwecks Literaturverbesserung zum Einsatz bringen. Einen ersten Erfolg präsentiert uns Erik Schilling, wenn er, um bei der elektrischen Metaphorik zu bleiben, die toteste aller toten Literaturtheorien galvanisiert: die Theorie vom Tod des Autors.

Seit KI sich ausbreitet, wird „menschliche Autorschaft“ vielerorts zum Gütesiegel erklärt. Doch wollen wir wirklich schlechtere Texte lesen, solange sie nur von einem Menschen geschrieben sind? Es sollte um anderes gehen.

Mit ungebotener Detailgenauigkeit: Hans-Hermann Kestels zweibändige Erich-Loest-Studie bietet literarische Kraftnahrung von imposanter Unverträglichkeit.

Kirchenmusik von Joseph Haydn, Nocturnes von Louis Vierne, Elementarballaden von Britta Rex und und ein Großprojekt von Joseph Arthur: vier Alben in Kurzkritiken, rezensiert von unseren Autoren.

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