FAZ 05.08.2026
06:20 Uhr

(+) Wie man „Odyssee“ Schaut: Eine Anleitung für den schlimmsten Kinogänger der Welt


Vergessen Sie das Epos auf der Leinwand – die wahre Vorführung findet im Zuschauerraum statt: Ein Leitfaden für alle, die ihre Mitmenschen im Dunkeln mit verschütteten Getränken und lauten Kommentaren terrorisieren wollen.

(+) Wie man „Odyssee“ Schaut: Eine Anleitung für den schlimmsten Kinogänger der Welt

1. Kommen Sie viel zu spät. Stellen Sie sich seitlich vor die Leinwand, sodass es aussieht, als wären Sie gerade höchstpersönlich aus dem Trojanischen Pferd gefallen. Suchen Sie langsam, aber emsig mit den Augen alle Reihen ab. Wenn Sie Ihre Begleiter nicht finden, dann rufen Sie gehaucht: „Jeeeens? Aaaandi?“ Wenn Ihre Begleiter dann Sie bemerkt haben, winken Sie freudig und deuten mit ausladenden Gesten an, dass Sie jetzt nach oben kommen werden.

Name: unbekannt. Gattungsbezeichnung reicht: Der Ungar György Pálfi hat einen Film über das Huhn als solches gedreht – Ähnlichkeiten mit der Orbán-Ära wären rein zufällig.

Ob bei Weinproben, Krankenhäusern oder Universitäten: Punktesysteme erobern überall unseren Alltag. C. Thi Nguyen zeigt, warum das unseren Wünschen nicht gerecht wird – und zu gefährlichen Verzerrungen führt.

Timbuktu war für die Europäer ein geheimnisvoller Ort mit unermesslichen Goldvorkommen. Doch tatsächlich gab es dort eine bedeutende Schriftkultur, wie Shamil Jeppie zeigt. 2012 wäre sie fast vernichtet worden.

Schlagworte: