Die Mieten für inserierte Wohnungen in Frankfurt sind in den ersten drei Quartalen um durchschnittlich 4,7 Prozent auf 17,12 Euro je Quadratmeter gestiegen. Das geht aus einer Auswertung des Immobilienportals Immowelt hervor. Damit liegt Frankfurt knapp hinter Hamburg an der Spitze der Mietentwicklung in den 15 größten deutschen Städten. Deutlich niedriger ist der Preisaufschlag zwischen Januar und September in Städten wie Berlin und München ausgefallen. Bei der absoluten Höhe der Angebotsmieten führt die bayerische Landeshauptstadt mit einem Durchschnittswert von 21,65 Euro unangefochten vor Frankfurt die Tabelle an. Ausgewertet hat Immowelt nur die inserierten Mietangebote, die nicht den gesamten Markt abbilden. Der Wettbewerber Immoscout24 beschreibt das Mietniveau in Frankfurt zumindest im dritten Quartal als relativ stabil. Im Vergleich zum Vorjahr weisen aber auch die Daten dieses Anbieters eine deutliche Steigerung auf: Bei neu vermieteten Bestandswohnungen stiegen demnach die Preise um 3,7 Prozent auf durchschnittlich 15,21 Euro je Quadratmeter, bei Neubauten um 2,2 Prozent auf 19,10 Euro. „Die Nachfrage nach Mietwohnungen konzentriert sich immer stärker auf die Städte“, sagte Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. Laut einem Gutachten, auf dem die neue hessische Mieterschutzverordnung basiert, sind die Mieten in Frankfurt in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich stark gestiegen. Für den Zeitraum von 2020 bis 2025 wird eine Steigerung von vier Prozent ausgewiesen. Dennoch könnte die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Frankfurt zu einem neuen Bürgerbegehren führen. Eine Initiative, die sich „Wohnentscheid“ nennt, lädt für den nächsten Samstag Interessenten dazu ein, Forderungen zu formulieren. Ein Ziel soll sein, dass niemand mehr als ein Drittel des verfügbaren Einkommens für die Wohnung ausgeben muss. „Das Wohnen dem Markt zu überlassen, hat zu exorbitanten Mietpreisen geführt“, sagt Inge Fichter, die der Initiative angehört. Der Antrag für einen Bürgerentscheid muss von mindestens drei Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben werden. In Frankfurt sind damit mehr als 15.000 Unterstützer erforderlich.
