Der israelische Fußball-Nationalspieler Sayed Abu Farchi wird sein erstes Länderspiel von Beginn an mit ziemlicher Sicherheit nicht vergessen. Im Nations-League-Duell bei Gastgeber Österreich, das Israel 1:3 verlor, traf der erst 20 Jahre alte Mittelstürmer in der 55. Spielminute zum 1:1-Ausgleich. So weit, so erfreulich. Dann aber stürmte der Angreifer des MLS-Klubs Colorado Rapids zur Eckfahne, rupfte sie aus dem Boden und vollführte mit dem Fahnenstock etwas, das wie ein Billardstoß aussah. Dem bulgarischen Schiedsrichter Georgi Kabakow ging das zu weit, und weil Abu Farchi bereits in der 52. Minute wegen eines Gerangels vor einer Ecke Gelb gesehen hatte, folgte nun Gelb-Rot (56.). Abu Farchi war einigermaßen außer sich, trollte sich dann aber wild gestikulierend und schimpfend in die Kabine. „Vielleicht war es mein Fehler“ International wurde die Geste des Fußballprofis auch so interpretiert, als hätte Abu Farchi ein Gewehr angelegt. Israels Nationaltrainer Ran Ben Shimon widersprach dem nach der Niederlage: „Jedes Mal wenn er ein Tor schießt, jubelt er genau so. Er hat noch nie dafür eine Gelbe Karte bekommen. Das ist seine Art, Tore zu bejubeln“, sagte er. „Vielleicht war es mein Fehler, dass ich ihm nicht gesagt habe, er muss das stoppen. Er muss daraus lernen.“ Der Trainer habe nach dem Spiel außerdem klargestellt, dass es sich nicht um eine Geste mit Bezug zu Waffen gehandelt habe, schrieb die Zeitung „Israel Hajom“. Tatsächlich hatte Abu Farchi, der seit Kurzem in der Major League Soccer für das US-Team Colorado Rapids spielt, in der Vergangenheit auch für seinen früheren Klub Maccabi Tel Aviv so gejubelt. Den Regeln nach kann ein Spieler verwarnt werden, wenn er sich beim Jubel provokativ, spöttisch oder aufrührerisch verhält. „Ich glaube, in der Phase, in der das Land steckt beziehungsweise in der wir aktuell sind, ist das einfach dämlich“, sagte Österreichs Nationalspieler Patrick Wimmer von der TSG Hoffenheim über die viel diskutierte Szene. „Ich glaube, so etwas hat im Fußball generell nicht viel verloren – und gerade in der Situation, in der sie stehen, glaube ich, umso weniger.“ Die israelische Nachrichtenseite Ynet verwies mit Blick auf die internationalen Reaktionen zum Torjubel darauf, dass Abu Farchi Araber ist. Die arabische Minderheit macht in Israel mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus, viele israelische Araber empfinden große Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen. Der frühere Bremer Romano Schmid hatte das Team von Ralf Rangnick kurz vor der Pause per Elfmeter in Führung gebracht hatte, bevor Abu Farchi zum Ausgleich traf und vom Platz flog. Kurz vor Schluss sorgten Phillipp Mwene (90.) und Saša Kalajdžić (90.+3) dann noch für den österreichischen Sieg. Portugal siegt, Haaland glänzt Derweil ist Cristiano Ronaldo auch unter Portugals neuem Nationaltrainer Jorge Jesus vorerst gesetzt und hat mit der Seleção einen erfolgreichen Start in die neue Saison der Nations League hingelegt. Die Portugiesen setzten sich mit 1:0 gegen Wales durch. Der auch von Jesus in der Startelf aufgebotene Ronaldo hatte gegen Wales viele Abschlussaktionen, ein Tor gelang dem Superstar aber nicht. In der 59. Minute jubelte Ronaldo zwar kurz, sein Treffer ins lange Eck wurde wegen einer knappen Abseitsstellung aber kurz darauf aberkannt. So blieb es in Lissabon beim Tor von João Felix (22. Minute). Deutlich torreicher ging es in Oslo zu, wo die Norweger nach einer starken WM durch Tore von Oscar Bobb (14. Minute) und Haaland (18.) gegen Dänemark schon früh auf den nächsten Sieg zusteuerten. Die Dänen aber kamen nach Toren von Mikkel Damsgaard (25.) und Rasmus Højlund (60.) wieder ran. Dann aber trat der norwegische Superstar wieder auf den Plan: Haaland (74.) traf abermals und besiegelte damit den norwegischen Erfolg.
