FAZ 30.09.2026
13:45 Uhr

Business-Ticker: Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in Deutschland


Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka: Monopolkommission warnt vor Folgen für Wettbewerb +++ Kanzleiumsätze durchbrechen Schwelle von elf Milliarden Euro +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in Deutschland

Tippfehler in Trumps Abkommen für „Superintelligenz“ sorgt für SpottDas Weiße Haus hat das „Abkommen für Superintelligenz“ veröffentlicht, das Präsident Donald Trump mit den Chefs von Tech-Konzernen zur Selbstkontrolle Künstlicher Intelligenz ausgehandelt hat. Spott hagelte es allerdings am Mittwoch wegen eines Tippfehlers: Trump wird darin unter seiner Unterschrift als Präsident der „Unites States“ bezeichnet, richtig wäre „United States“ mit „D“. Zahlreiche Internet-Nutzer merkten an, dies zeuge nicht gerade von „Superintelligenz“.Das Weiße Haus veröffentlichte das zweiseitige Dokument im Onlinedienst X von Tech-Milliardär Elon Musk. Musk zählt ebenso zu den Unterzeichnern wie Google-Chef Sundar Pichai, Anthropic-Gründer Dario Amodei, Meta-Chef Mark Zuckerberg, OpenAI-Präsident Greg Brockman und Nvidia-Chef Jensen Huang.

Früherer Chef von Hemdenhersteller Olymp ist totDer frühere Geschäftsführer des Hemdenherstellers Olymp, Eberhard Bezner, ist tot. Der Textilunternehmer sei am Dienstag friedlich zu Hause im Kreis seiner Familie verstorben, teilte das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) mit.1960 hatte er nach dem Tod seines Vaters, Firmengründer Eugen Bezner, im Alter von 24 Jahren die Verantwortung für den damaligen Mittelständler übernommen. Mehrere Jahrzehnte lang führte es das Familienunternehmen und richtete es zu einem immer stärker global agierenden Bekleidungshersteller aus. Heute wird Olymp von seinem Sohn Mark Bezner geführt. 2025 machte das Unternehmen einen Umsatz von 198 Millionen Euro mit 816 Beschäftigten.

CTS-Eventim-Finanzvorstand geht nach neun Monaten abruptDer Ticketvermarkter und Konzertveranstalter ​CTS Eventim muss sich zum vierten Mal ⁠innerhalb von sechs Jahren einen neuen Finanzvorstand suchen. Amtsinhaber William Willms verlässt das Unternehmen ‌nach genau neun Monaten mit sofortiger Wirkung, wie CTS Eventim am Mittwoch mitteilte. Der langjährige Finanzchef ‌von Lufthansa ‌Technik war erst zu Jahresbeginn zu CTS gekommen. Eine Begründung für Willms' Ausscheiden gab das Unternehmen ​nicht. Auch seine ⁠Vorgänger waren nicht lange geblieben: Holger Hohrein amtierte von 2023 bis ​September 2025, Andreas Grandinger von April 2020 bis ⁠Ende 2022. ‌Der auf der zweiten Führungsebene für Finanzen zuständige Philipp Knigge soll die Aufgaben von Willms ⁠zunächst interimistisch ⁠übernehmen. Er arbeitet seit neun Jahren für CTS ⁠Eventim.Die ​CTS-Eventim-Aktie ⁠brach nach der Mitteilung ​um sechs Prozent auf 53 Euro ‌ein.

Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka: Monopolkommission warnt vor Folgen für WettbewerbAngesichts der geplanten Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch Edeka warnt die Monopolkommission vor den möglichen Folgen für den Wettbewerb. „Die Behörden werden jetzt noch intensiver darauf achten müssen, dass die großen Vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern“, erklärte der Chef der Monopolkommission, Tomaso Duso, am Mittwoch mit Blick auf die vier großen Einzelhändler Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Dem Bundeskartellamt zufolge fallen bereits jetzt mehr als 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf die vier Unternehmen.Die Monopolkommission erklärte, sie habe in einem Gutachten gezeigt, dass die Konzentration in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen sei – „nicht zuletzt durch Zusammenschlüsse“. Die Übernahme der Tegut-Filialen durch Edeka setze diese Entwicklung fort. Für den Wettbewerb sei es „schmerzlich, dass ein weiterer Händler vom Markt verschwindet“, erklärte Duso.Das Bundeskartellamt hatte Edeka am Montag nach eingehender Prüfung die Übernahme von 178 Tegut-Filialen sowie weiterer Unternehmensteile erlaubt. Dafür habe Edeka sich verpflichtet, weitere 24 Tegut-Standorte für einen Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben, erklärte das Kartellamt.

Kanzleiumsätze durchbrechen Schwelle von elf Milliarden EuroDer Kanzleimarkt in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2025 abermals eindrucksvoll gewachsen. Die 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien erwirtschafteten gemeinsam einen Umsatz von mehr als elf Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 5,4 Prozent. Ein respektables Ergebnis in einem Jahr voller Umbrüche, wie der Kölner Branchendienst Juve schreibt, der die finanziellen Kennzahlen des Mixes aus internationalen Großkanzleien, deutschen Sozietäten und spezialisierten Kanzleiboutiquen recherchiert hat.In der am Mittwoch veröffentlichten Analyse fallen zwei Werte besonders auf. Zum einen gelang es den Kanzleien im breiten Marktdurchschnitt, ihre Produktivität nochmals deutlich zu steigern. So erwirtschaftete jeder Anwalt in den Top-100-Kanzleien im Schnitt 712.000 Euro (+6,7 Prozent). Für den deutschen Kanzleimarkt ist das ebenfalls eine neue Bestmarke. Im Gegensatz zu früheren Geschäftsjahren war dieses Wachstum jedoch nicht auf weitere Einstellungen von Anwälten zurückzuführen. Die Zahl der Partner und angestellten Anwälte stagnierte und lag laut Juve bei gut 16.700 Vollzeitstellen. In der Untersuchung heißt es: „Das Marktwachstum entkoppelt sich vom Personaleinsatz.“In der Gruppe der zehn umsatzstärksten Einheiten liegt Freshfields mit 597 Millionen Euro weiterhin an der Spitze, gefolgt von CMS Hasche Sigle mit 445 Millionen Euro und Hengeler Mueller mit 409 Millionen Euro. Den größten Sprung mit einem Wachstum von 10,8 Prozent machte die US-Kanzlei Latham & Watkins mit 279 Millionen Euro. Vergleichbare Zuwächse erzielten die deutsche Großkanzlei Gleiss Lutz mit 10,4 Prozent auf 319 Millionen Euro und die amerikanische Sozietät White & Case mit 9,7 Prozent auf 271 Millionen Euro.Auffällig ist das Wachstum der US-Kanzleien, die häufig höhere Stundenhonorare als ihre deutsche Konkurrenz durchsetzen können und als Berater bei großvolumigen Private-Equity-Deals gesetzt sind: Kirkland & Ellis, die global umsatzstärkste Kanzlei, konnte ihren Umsatz in Deutschland innerhalb eines Jahres um mehr als 55 Prozent auf 123 Millionen Euro steigern. Dies spiegelt sich auch im Umsatz je Berufsträger wider: Lediglich in 18 Kanzleien erwirtschaftet jeder Anwalt einen jährlichen Umsatz von einer Million Euro oder mehr. Bis auf Hengeler Mueller und der britischen Topkanzlei Linklaters gelingt dieses Kunststück nur Anwälten aus US-Wirtschaftskanzleien.

Bericht: Neuer Apple-Chef plant weitreichenden KonzernumbauDer neue Chef des US-Technologiekonzerns Apple erwägt einem Medienbericht zufolge einen weitreichenden Umbau des iPhone-Herstellers. Ziel von John Ternus sei es, den Fokus auf die Entwicklung zu schärfen, Produkte in kürzeren Abständen auf den Markt zu bringen und die ‌Organisation schlanker aufzustellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zu den ersten Überlegungen ‌gehöre eine Abkehr ‌vom traditionellen Veröffentlichungszyklus im Frühjahr und Herbst. Zudem sollten Stellen im mittleren Management wegfallen, um die Distanz zwischen den Entwicklern und der Konzernspitze zu verringern. Eine Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor.Ternus hatte Anfang September die Nachfolge des langjährigen Apple-Chefs Tim Cook angetreten. Dem Bericht zufolge wurden Sparmaßnahmen in dem Konzern bereits in die Wege ‌geleitet, während Ternus nach neuen Einnahmequellen sucht. So habe die Hardware-Sparte begonnen, Stellen im Projektmanagement abzubauen, wovon rund ein halbes Dutzend Direktoren betroffen sei. Zudem gebe es erhebliche Kürzungen bei den Teams für den Sprachassistenten Siri, das Headset Vision Pro und die KI-Softwareentwicklung. Ternus wolle zudem prüfen, wie Künstliche Intelligenz (KI) die ‌Produktentwicklung beschleunigen und Aufgaben von Beschäftigten übernehmen könne.

Haribo baut doch kein neues Werk in NeussAnders als ursprünglich geplant baut der Süßwarenhersteller Haribo doch kein neues Werk in der nordrhein-westfälischen Stadt Neuss. Das Unternehmen teilte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es die Baupläne aufgegeben habe. Zuvor hatte die „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ darüber berichtet.„Seit Planungsbeginn haben sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Anhaltende globale Krisen hätten zu Verknappungen bei Baumaterialien und zu deutlichen Preissteigerungen auf den internationalen Märkten geführt. Ein Projekt dieser Größenordnung erfordere Planungssicherheit sowie einen verlässlichen, kalkulierbaren Zeit- und Kostenrahmen. In der Gesamtbetrachtung sei es die wirtschaftlich und unternehmerisch sinnvollere Lösung, die Planungen für den Neubau nicht weiterzuverfolgen.Im Mai 2024 war bekanntgeworden, dass Haribo neben dem bereits bestehenden Werk in Neuss für rund 300 Millionen Euro noch ein weiteres Werk in der Stadt bauen wollte, um dort Maoam-Kaubonbons zu produzieren. Der für 2025 geplante Baubeginn war bislang jedoch nicht erfolgt. Haribo will sich nach eigenen Angaben nun darauf konzentrieren, bestehende Standorte weiterzuentwickeln, darunter auch das Werk in Neuss.

Brauerei Wolters wird geschlossenDie nächste deutsche Traditionsbrauerei schließt für immer ihre Tore: Nur noch bis Ende des Jahres wird bei Wolters in Braunschweig Bier gebraut. Das bestätigte eine Sprecherin der mit dem Insolvenzverfahren beauftragten Kanzlei Eckert. Demnach wurden die rund 90 Beschäftigten am Montagnachmittag über die Schließung des Standortes informiert.Im Sommer hatte die 1627 gegründete Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und das unter anderem mit Absatzrückgängen auf dem deutschen Biermarkt begründet. Zwischenzeitlich hatte Wolters auch nach neuem Kapital gesucht. „Ein entsprechender Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg“, teilte die Insolvenzkanzlei nun mit. Zuvor berichtete die „Braunschweiger Zeitung“.Der deutsche Biermarkt war im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtet hatte. Im Sommer hatte das Unternehmen als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Das Insolvenzverfahren über die Brauerei wurde zum 1. September eröffnet. Die Gewerkschaft NGG kritisierte die kurze Zeitspanne zwischen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Entscheidung. „Nach außen betrachtet wirkt dieser Vorgang weniger wie ein geordneter Sanierungsprozess als vielmehr wie eine Vollbremsung.“

Vesuvius im Visier von Weltmarktführer RHI MagnesitaDer österreichisch-brasilianische Spezialist für feuerfeste Produkte RHI Magnesita plant nach Medienberichten, den britischen Konkurrenten Vesuvius für 1,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Letzterer bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, seit einem Jahr mehrere unaufgeforderte Angebote erhalten zu haben. Nach britischem Übernahmerecht müsse RHI Magnesita bis zum 27. Oktober sagen, ob man ein formelles Angebot vorlegen wolle. An der Londoner Börse wurden die Vesuvius-Titel am Dienstag zu Mittag für knapp 4,7 Pfund (5,5 Euro) gehandelt – ein Plus von fast 25 Prozent zum Vortagesschlusswert. Nach einem Bericht des österreichischen Magazins „Profil“ soll die schwedische Investmentgesellschaft Cevian Capital, die mit 23 Prozent der Anteile einer der Kernaktionäre von Vesuvius sei, an einem Verkauf interessiert sein. Von RHI Magnesita gab es am Dienstagvormittag keine Bestätigung.RHI Magnesita hatte im vergangenen Jahr rund 3,4 Milliarden Euro umgesetzt und einen Gewinn von 94 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Weltmarktführer für feuerfeste Produkte ging 2017 aus der Fusion der österreichischen RHI mit der brasilianischen Magnesita hervor.

300 Millionen Euro Schaden: Großrazzia wegen Mobiltelefonen Wegen des Verdachts auf millionenfachen Betrug mit online verkauften Handys führen Fahnder eine europaweit angelegte Razzia mit rund 160 Durchsuchungen in 19 Ländern durch, auch in Deutschland. Verbrauchern in der EU entstand schätzungsweise ein Schaden von mindestens 300 Millionen Euro, wie die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Luxemburg mitteilte. Es handelt sich demnach um mindestens eine Million verkaufte Handys, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Den Betroffenen seien aus gebrauchten Teilen zusammengesetzte Geräte über das Internet als Neuware verkauft worden. Der Schaden entspricht dem Unterschied zwischen dem gezahlten Preis und dem Wert der Handys. Auf Online-Marktplätzen können sie von Konsumenten in der gesamten EU gekauft werden. Mehr als eine Million Handys „führender Hersteller“ sollen seit 2018 auf diese Weise vertrieben worden sein. Es handele sich um einen Top-Anbieter für Handys im Internet, hieß es. Die Geschäftspraxis, die bis zuletzt weiterlief, soll den Ermittlern zufolge so aussehen: In Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden zunächst Mobiltelefone aus gebrauchten Bauteilen zusammengebaut. Dann werden die Geräte gereinigt und neu verpackt in die Niederlande verschickt. Von dort gelangen sie zu Lagern in Deutschland.  Die Kriminellen sollen außerdem über Briefkastenfirmen mit Sitz in EU-Ländern und der Schweiz eine Steuerregelung missbraucht haben. Dadurch sei in mehreren EU-Staaten ein Mehrwertsteuerausfall in Höhe von 30 Millionen Euro entstanden, davon mindestens 25 Millionen Euro in Deutschland, teilte die Behörde weiter mit.  Die Firmen versteuerten demnach unrechtmäßig nur die Gewinnmarge, also die Differenz zwischen dem Einkaufspreis des Artikels und dem Verkaufspreis. Diese Steuerregelung gilt nur für weiterverkaufte Waren, für die schon Mehrwertsteuer entrichtet wurde. Da die Geräte jedoch als Neuware verkauft wurden, wäre die Steuer auf den gesamten Verkaufspreis zu berechnen. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen lag in Nordrhein-Westfalen. In Krefeld wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Lagerhalle in einem Gewerbegebiet durchsucht, in der sich nach Schätzungen der dpa etwa 10.000 bis 15.000 Handys befanden. Insgesamt sind nach Angaben der EUStA etwa 1.770 Steuer-, Zoll- und Polizeifahnder an der Aktion beteiligt. Schon am Samstag wurden sieben Verdächtige festgenommen – vier in Deutschland, zwei in Österreich und eine Person in Spanien. Darunter sind demnach auch die zwei mutmaßlichen Anführer der Organisation. Die Behörden ermitteln in dem Fall auch wegen Einfuhrschmuggels, Verstoßes gegen das Markenrecht und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. 

 Google legt Beschwerde gegen EU-Anordnung einGoogle hat nach eigenen Angaben Rechtsmittel gegen eine Entscheidung der EU eingelegt, wonach der US-Tech-Konzern seine Daten mit anderen Suchmaschinenbetreibern teilen und sein Betriebssystem Android für rivalisierende KI-Diensten öffnen muss. Die Anordnungen aus Brüssel würden Google dazu zwingen, „die private Suchhistorie von Nutzerinnen und Nutzern ohne ausreichende Anonymisierung offenzulegen und zentrale Sicherheitsfunktionen auf Android zu schwächen“, begründete Googles leitender Direktor für Wettbewerb, Oliver Bethell, am Dienstag den Schritt.Die EU-Kommission hatte die Anordnung im Juli erlassen. Grundlage ist das Gesetz für digitale Märkte (DMA), mit der die Marktmacht der größten Techkonzerne der Welt eingeschränkt werden soll. Die Kommission forderte Google dazu auf, ab Januar 2027 Suchmaschinendaten zu teilen, um „gleiche Wettbewerbsbedingungen wiederherzustellen“. Änderungen an Android sollen im Juli 2027 in Kraft treten. Brüssel äußerte die Hoffnung, dass dadurch Alternativen zu Googles KI-Diensten wie Gemini entstehen könnten.Google hielt dem entgegen, Android sei bereits offen und interoperabel. Die EU-Entscheidung zwinge das Unternehmen, private Suchdaten an andere Firmen weiterzugeben – ohne ausreichende Anonymisierung, ohne Wissen der Nutzer und ohne deren Einwilligung. „Menschen nutzen die Suche für ihre persönlichsten Fragen –  von gesundheitlichen Sorgen bis zu engen Beziehungen – und uns vorzuschreiben, diese persönlichen Anfragen ohne angemessene Schutzmaßnahmen zu teilen, würde der Privatsphäre der Nutzer irreversiblen Schaden zufügen“, monierte Bethell. Die Beschwerde wurde beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht. 

RWE und KKR bieten offenbar für Uniper Die Beteiligungsgesellschaft KKR und der Energiekonzern RWE haben sich offenbar für ein unverbindliches Angebot für den verstaatlichten deutschen Versorger Uniper zusammengeschlossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Bis zum Ablauf der Frist in der vergangenen Woche hätten demnach weitere Interessenten unverbindliche Angebote eingereicht. Dazu zählen den Angaben zufolge der norwegische Energiekonzern Equinor sowie der Finanzinvestor Brookfield Asset Management, der gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) bietet.Mehrere Parteien aus dem ursprünglichen Kreis von rund zehn Bietern haben dagegen auf ein unverbindliches Angebot verzichtet. Das \"Handelsblatt\" hatte vergangene Woche berichtet, dass auch die EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky ein Angebot eingereicht habe.Uniper spielt als großer Gasimporteur und Kraftwerksbetreiber eine wichtige Rolle für die deutsche Energiesicherheit. Deshalb will Berlin sicherstellen, dass das Unternehmen in die Hände eines geeigneten Eigentümers gelangt. Ein Verkauf wäre zugleich ein wichtiger Schritt, um den staatlichen Kriseneingriff im Rahmen der Rettung Unipers im Jahr 2022 rückgängig zu machen. KKR und RWE lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Brookfield, CPPIB und Uniper wollten sich nicht äußern. Equinor reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.Das Bundesfinanzministerium würde es bevorzugen, wenn Uniper als integriertes Unternehmen für Gashandel und Stromerzeugung erhalten bliebe, hatte Bloomberg zuletzt berichtet. Auch nach einem Verkauf will der Bund einen Anteil von rund 25 Prozent an dem Unternehmen behalten. Der Uniper-Betriebsrat hat sich entschieden gegen einen Verkauf ausgesprochen. Ein Börsengang, der für die Bundesregierung weiterhin eine Option ist, würde nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter die Unabhängigkeit des Unternehmens besser bewahren.Für RWE bedeutet das Angebot eine Kehrtwende. Vorstandschef Markus Krebber hatte noch im August in einer Analystenkonferenz erklärt, dass RWE kein Interesse an einem Kauf von Uniper habe.

Lindt kappt UmsatzprognoseDem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli haben die Konsumflaute ​und der heiße Sommer zu schaffen gemacht. Der Vorstand ⁠senkt seine Umsatzprognose für 2026: Lindt erwartet nunmehr eine Stagnation oder im besten Fall ein Plus von zwei Prozent, ‌wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Bislang hatte der Hersteller der „Lindor“-Kugeln ein Plus von vier bis sechs Prozent ‌erwartet. An seinem ‌Ziel für die Gewinnmarge, die um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden soll, hält der Konzern jedoch fest.Als einen ​Grund für die mauen ⁠Geschäfte nannte Lindt die hohe Preissensibilität der Verbraucher, die insbesondere im Saisongeschäft zu geringeren ​Bestellungen geführt habe. Die Nachfrage sei vor allem in Deutschland, ⁠Österreich und der Schweiz ‌schwächer als erwartet ausgefallen. Robustes Wachstum habe es dagegen in Märkten wie Nordamerika und Asien gegeben. Für das ⁠kommende Jahr ⁠äußerte sich der Vorstand zuversichtlich. Dann werde dank einer angepassten ⁠Preisstrategie ​und sinkender Kakaopreise ⁠wieder ein positives Volumenwachstum ​zu erwarten sein. Die mittel- bis langfristigen ‌Ziele ab dem Jahr 2028 bestätigte der Konzern.

Heißer Sommer beschert Hornbach glänzende ZahlenDie Hornbach-Gruppe hat dank einer starken Nachfrage ​der Heimwerker ein erfolgreiches erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte in ⁠den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/2027 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der um Sondereffekte ‌bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu. Impulse seien von einer robusten Kundennachfrage insbesondere nach ‌saisonalen Produkten wie Klimageräten ‌und Artikeln zur Beschattung und Bewässerung ausgegangen. Hornbach konnte nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen.„Insbesondere unsere verlässliche Preispolitik, unser Sortiment sowie ​unsere digitalen Angebote sind ⁠wesentliche Erfolgsfaktoren“, betonte der Chef von Hornbach Baumarkt, Erich Harsch. Für die Zukunft äußerte sich der ​Vorstand optimistisch und setzt auf Expansion. So sollen sechs Standorte des insolventen Rivalen ⁠Hellweg in Deutschland ‌übernommen und im Frühjahr 2027 als Hornbach-Märkte neu eröffnet werden. Zudem seien schon neue Märkte in der Slowakei und Österreich eröffnet worden. Ebenso ⁠sei im weiteren ⁠Jahresverlauf die Eröffnung eines weiteren Fachmarkts für Bodenbeläge in den Niederlanden geplant.Trotz anhaltender ⁠geopolitischer ​Unsicherheiten ⁠bestätigte der Konzern seine Prognose für ​das Gesamtjahr. Der Umsatz soll leicht über dem ‌Vorjahreswert liegen und der bereinigte operative Gewinn in etwa auf dem Niveau ​des Vorjahres.