FAZ 09.03.2026
14:14 Uhr

Erforschungsnetz cenap: Feuerkugel sorgt für Ansturm auf Ufo-Meldestelle


Ein heller Leuchtkörper am Himmel zieht viel Aufregung nach sich: Die Ufo-Meldestelle Cenap erhält zahlreiche Anfragen. Viele Menschen waren verunsichert, berichtet ihr Leiter.

Erforschungsnetz cenap: Feuerkugel sorgt für Ansturm auf Ufo-Meldestelle

„Für mich war der Sonntagabend ab 19 Uhr gelaufen“, sagt Hansjürgen Köhler lachend. Nachdem am Himmel über Deutschland eine helle Leuchtspur zu sehen war, hätten ihn zahlreiche Anrufe, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten erreicht, berichtet der Leiter der Ufo-Meldestelle Cenap im südhessischen Lützelbach. Seither steht sein Telefon nicht mehr still. Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) ist Anlaufstelle für Bürger, die nach einer wissenschaftlichen Erklärung für ihre Beobachtungen suchen. Meist handelte es sich nach Angaben der Experten um Planeten oder Sterne. Ufo ist die Abkürzung für unbekannte Flugobjekte. Köhler: War schnell klar, um was es sich handelt Selbst gesehen habe er das Objekt am Sonntagabend nicht, sagt Köhler. Aber nach den ersten Beschreibungen der Beobachter sei die Ursache des Phänomens schnell klar gewesen. Die Anrufer hätten berichtet, maximal drei, vier Sekunden lang einen hellen Leuchtkörper gesehen zu haben und danach eine lange Rauchspur am Himmel. Auch von einem lauten Knall hätten manche berichtet. „Das passte alles.“ Trifft ein Meteoroid aus dem All auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man dann Meteoriten oder Meteoritenteile.  Beobachtung hat Menschen irritiert Die Beobachtung habe einige Menschen irritiert und verängstigt, berichtet der Cenap-Leiter. Während manche einen Flugzeugabsturz vermutet hätten, hätten andere die Leuchtspur mit den Kriegen in der Ukraine und dem Iran in Verbindung gebracht.  „Und ganz so daneben lagen die Leute ja auch nicht, weil es optisch natürlich schon Ähnlichkeiten zu den Bildern von Kriegsraketen hat, die wir im TV sehen.“ Der Himmelskörper tauche „mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit“ in die Atmosphäre ein. „Dabei gibt es natürlich ein ordentliches Feuerspektakel, weil sich Plasma bildet und das Teil dann zerreißt.»  Eintritte bleiben nachts häufig unbemerkt Dass Meteoroiden in die Erdatmosphäre eintreten, sei gar nicht so selten, erklärt Köhler. „Das passiert mit einer gewissen Regelmäßigkeit.“ Die Besonderheit in diesem Fall sei gewesen, dass der Flugkörper im Hellen und bei klarem Himmel von vielen Menschen gesehen worden sei. „Solche Meteore haben wir im Rhythmus von zwei, drei Monaten. Nur kommen sie in der Regel meist nachts rein, wenn die meisten schlafen.» In Koblenz beschädigte das Meteoritenstück ein Hausdach. Bei dem Einschlag am Sonntagabend entstand ein etwa fußballgroßes Loch. Verletzt wurde dabei niemand.