Die Staatsanwaltschaft Rostock hat Anklage gegen eine frühere Freundin des Vaters im Fall des getöteten achtjährigen Fabian erhoben. Gina H., die sich seit Anfang November 2025 in Untersuchungshaft befindet, wird des Mordes verdächtigt, teilte die Behörde am Montag mit. Sie soll den Jungen nahe Güstrow mit einem Messer getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von den Mordmerkmalen Heimtücke und sonstigen niedrigen Beweggründen aus. Aus Sicht der Ankläger soll die 29 Jahre alte Frau Fabian, den sie gut kannte, im vergangenen Oktober unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt haben. Anschließend soll sie mit dem Jungen im Auto zu einem Feld gefahren und dann zu einem Teich gelaufen sein. Dort soll sie Fabian mit mindestens sechs Stichen in den Oberkörper getötet haben. Um die Tat zu verdecken, soll sie seine Leiche mit Brandbeschleuniger angezündet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie die Tat allein geplant und ausgeführt hat. Gina H. war Anfang November wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft gekommen. Ermittler stellten ihr Auto sicher. H. hatte zunächst als Zeugin bei der Polizei ausgesagt. Wegen widersprüchlicher Angaben wurde sie zur Verdächtigen. Ihr Anwalt sagte der F.A.Z. wenige Wochen nach der Festnahme, aus seiner Sicht gebe es „nur Indizien gegen meine Mandantin, keine handfesten Beweise“. Als Angeschuldigte äußerte sie sich bislang nicht zur Sache. Eine Haftbeschwerde im vergangenen Jahr war erfolglos geblieben. Fabian verschwand am 10. Oktober, nachdem er krank zu Hause geblieben war. Tagelang wurde nach ihm gesucht, der Fall erregte bundesweite Aufmerksamkeit. Die verbrannte Leiche des Achtjährigen wurde schließlich am 14. Oktober am Ufer eines Tümpels etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow gefunden. Die Obduktion des Kindes ergab, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens wurde und am Tag seines Verschwindens getötet worden war.
