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31.07.2026
08:52 Uhr
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Hitzerekorde in vier Bundesländern +++ Verbände appellieren an Politik +++ Waldbrand nahe Atomkraftwerk in England ausgebrochen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Abkühlung für Eisbären im Prager ZooAuch die Eisbären im Zoo in der tschechischen Hauptstadt Prag leiden unter der Hitze. Während Menschen sich mit ein paar Eiswürfeln im Getränk abkühlen, halten die Tierpfleger fast 2,5 Tonnen Eiswürfel für die beiden Eisbär-Zwillinge Aleut und Gregor bereit. Derzeit rollt auch über Tschechien eine Hitzewelle, bei der nach Einschätzung des staatlichen Wetterdienstes CHMU Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erreicht werden könnten. Neben den Eisbären durften sich auch die Papageien über Eiswürfel freuen. Für die Besucher gab es mehr als ein Dutzend Wassernebelduschen.Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland appelliert derweil an deutsche Zoos, die Haltung von Eisbären aufzugeben. Die sengende Hitze könne lebensbedrohlich sein, heißt es in einer Mitteilung. „Kein noch so aufwendig gestaltetes Gehege kann darüber hinwegtäuschen, dass diese Lebewesen für Eis und Kälte geschaffen sind – nicht für Hitzewellen in deutschen Städten. Dennoch müssen sie dort zur Unterhaltung des Publikums dienen“, sagt Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei Peta. Im Jahr 2012 war ein Eisbär im Zoo von Buenos Aires in Argentinien wegen Hitzefolgen gestorben, bei 35 Grad Celsius.
Feuerwerke abgesagtWegen der akut hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr im Südwesten sagen mehrere Feste ihre Feuerwerke ab. So unter anderem das Seenachtsfest in Schluchsee (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Auch die Stadt Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) sagte das Feuerwerk beim Sommernachtsfest am Waldsee dieses Wochenende ab. Bei den Nachbarn in Basel sorgt die Trockenheit ebenfalls für Einschränkungen: Zum schweizerischen Nationalfeiertag am 1. August wurden zunächst private Feuerwerke untersagt – doch nun sind auch die offiziellen Feuerwerke über dem Rhein und auf dem Bruderholz verboten worden. Der erste Tag des Schlossberg Festivals in Freiburg im Breisgau fällt wegen der Trockenheit sogar komplett flach. Für Freiburg gilt aktuell die höchste Stufe im Waldbrandgefahrenindex – somit sei man behördlich verpflichtet, die Veranstaltung abzusagen, so die Organisatoren. Nach aktuellem Stand soll der Samstag jedoch wie geplant stattfinden.
Wien-Korrespondent Alexander Haneke hat sich mit dem Niedrigwasser der Donau beschäftigt. Dort tauchen im flachen Wasser Mammutknochen und deutsche Kriegswracks auf:
Thüringen: Deutlich mehr Krankschreibungen während HitzewelleWährend und unmittelbar nach der Hitzewelle Ende Juni sind in Thüringen deutlich mehr Beschäftigte wegen Kreislaufbeschwerden krankgeschrieben worden. Nach einer am Freitag veröffentlichten Auswertung der Krankenkasse Barmer waren am 26. Juni und 3. Juli jeweils durchschnittlich 34 von 1.000 Beschäftigten wegen entsprechender Diagnosen arbeitsunfähig. Das seien 28 Prozent mehr als im Durchschnitt des ersten Halbjahres gewesen.Die Hitzewelle dauerte vom 19. bis 28. Juni und erreichte am 27. Juni ihren Höhepunkt. In Artern wurden an diesem Tag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis zu 40,4 Grad Celsius gemessen.
Brand in den Chiemgauer Alpen eingedämmtDie Lage beim Bergwaldbrand in den Chiemgauer Alpen hat sich nach Einschätzung der Einsatzkräfte vorsichtig positiv entwickelt. Es sei keine nennenswerte Ausbreitung des Feuers festgestellt worden, teilte das Landratsamt Traunstein am Freitag zur Situation nahe der Lackenbergwand im bayerischen Landkreis Traunstein mit.Das Landratsamt hatte am Donnerstag den Katastrophenfall ausgerufen, dieser soll vorerst weiter bestehen bleiben. In der Nacht zu Freitag sei es vereinzelt zu kleineren Glut- und Brandstellen gekommen. Diese seien durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr rasch erkannt und unmittelbar gelöscht worden. Im Laufe des Freitags sollten rund 300 Kräfte bei der weiteren Brandbekämpfung eingesetzt werden.
Pegel Kaub im Rhein erreicht TiefstwertDas Niedrigwasser im Rhein schreitet voran: Der Pegelstand in Kaub hat den bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2018 erreicht. Dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein zufolge liegt der Pegel in Kaub (Rhein-Lahn-Kreis) aktuell bei 25 Zentimetern. Damit zieht er gleich mit dem niedrigsten Wasserstand seit Messbeginn vom 22. Oktober 2018. Am vergangenen Freitag waren es noch 55 Zentimeter gewesen.
Hitzerekord auch in SachsenIn Sachsen ist der Temperaturrekord für einen Juli nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eingestellt worden. In Klitzschen bei Torgau (Landkreis Nordsachsen) wurden am Donnerstag 39,2 Grad gemessen, wie die Meteorologen auf Basis vorläufiger Werte mitteilten. Der bisherige Juli-Spitzenwert wurde auch in dem Ort gemessen – und zwar vergangenes Jahr mit 38,5 Grad.Die bundesweit höchste Juli-Temperatur wurde an diesem Sommertag in Deutschland in Sachsen-Anhalt in Bernburg (Salzlandkreis) mit 40,5 Grad gemessen.
Auf dem ehemaligen Militärgelände Jüterbog brennt es wiederSeit Donnerstag brennt es wieder auf dem schwer zugänglichen ehemaligen Militärgelände Jüterbog. Wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle sagte, konnte die Feuerwehr den Brand auf rund 250 Hektar allerdings in der Nacht weitgehend eindämmen. Durch die Munitionsbelastung des Geländes kann die Feuerwehr den Angaben zufolge nur von gesicherten Wegen aus löschen. Da von dort aus keine weitere Brandbekämpfung mehr möglich gewesen sei, rückten die Einsatzkräfte gegen 1.00 Uhr nachts ab, hieß es. Bereits am vergangenen Wochenende hatte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog West ein Waldstück von rund acht Hektar gebrannt.
Durch Klimakrise: Waldbrände in Spanien mindestens 20-mal wahrscheinlicherDie verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich sind einer aktuellen Schnellanalyse zufolge durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher geworden. Die Wetterbedingungen, die die enorme Ausbreitung der Feuer ermöglichen, seien in Frankreich durch den menschengemachten Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, in Spanien sogar mindestens 20-mal so wahrscheinlich, wie Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution (WWA) berechnet haben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Forscher sogar noch um konservative Schätzungen. Im heutigen Klima sei mit solchen verheerenden Waldbränden im Südwesten Frankreichs etwa alle 20 Jahre zu rechnen, in Zentralspanien etwa alle sechs Jahre, heißt es weiter.
Verbände fordern von Politik mehr Einsatz bei KlimaanpassungDie Klima-Allianz Deutschland fordert von der Bundesregierung mehr Einsatz für Hitzeschutz und Klimaanpassung. „Die Bundesregierung muss jetzt handeln und in einem Hitzegipfel konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen“, verlangte die Geschäftsführerin Politik der Klima-Allianz, Stefanie Langkamp, am Freitag. Die Kommunen bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen. Parallel sei die heimische Energiewende deutlich zu beschleunigen. Die Klima-Allianz Deutschland zählt nach eigenen Angaben mehr als 150 Mitgliedsorganisationen, darunter Umwelt- und Sozialverbände, Kirchen, Entwicklungs- und Bildungsorganisationen und Gewerkschaften.
Verletzte bei Bränden in der TürkeiBei den schweren Bränden im Süden und Westen der Türkei sind nach Angaben der Behörden fünf Menschen verletzt worden. Drei der Verletzten seien Feuerwehrleute, erklärte die Präfektur der westlichen Provinz Balikesir am Donnerstag. Dort kämpften Hunderte Einsatzkräfte gegen Brände an drei Orten. Sie wurden von mehreren Flugzeugen und Hubschraubern unterstützt. In der Nähe der bei Touristen beliebten Stadt Ayvalik mussten drei Ortschaften evakuiert werden.Seit Mittwoch seien Feuerwehrleute im ganzen Land zu 169 Bränden ausgerückt, schrieb der türkische Forstminister Ibrahim Yumakli auf der Plattform X. Davon seien 163 „vollständig unter Kontrolle gebracht“ worden. Brände bei Fethiye, Alanya und Gülnar-Aydincik im Süden seien „weitgehend unter Kontrolle\".
Sturmböen fegen über die PrignitzWegen eines Unwetters musste die Feuerwehr in der Prignitz im Norden Brandenburgs zu mehreren Einsätzen ausrücken. Nach Sturmböen seien Bäume umgestürzt oder auch Äste auf Autos gefallen, teilte die Regionalleitstelle Nordwest mit. Menschen kamen demnach nicht zu Schaden. Betroffen waren vor allem nördliche Regionen des Landkreises an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Nordwesten Brandenburgs vor schweren Gewittern und Sturmböen am Abend gewarnt. Aus anderen Teilen Brandenburgs und aus Berlin wurden keine wetterbedingten Probleme gemeldet.