Dutzende Menschen haben nach der Sonnenfinsternis wegen Augenschmerzen ein Krankenhaus aufgesucht. Das meldeten unter anderem Kliniken in Berlin und in Baden-Württemberg. In der Hauptstadt berichteten die Charité und der Klinik-Betreiber Vivantes, dass sie insgesamt etwa 20 Menschen nach dem Beobachten der partiellen Sonnenfinsternis wegen Augenbeschwerden wie Sehstörungen behandelt haben. Auch an der Mannheimer Augenklinik gab es in den Stunden nach dem Himmelsspektakel mehr als 20 Anfragen, wie Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim, im Gespräch mit der F.A.Z. am Freitag bestätigte. „Die ersten kamen so ab 22 Uhr, in der Nacht und am nächsten Tag ging es weiter.“ Die Betroffenen hätten vor allem über Augenschmerzen, Sehstörungen, sogenannte „Blendungsnachbilder“ und Kopfschmerzen geklagt. „Die meisten hatten schon deutliche Beschwerden“, sagte Finger. „Das waren jetzt nicht nur völlig unbegründete Sorgen.“ Die meisten Betroffenen hätten versucht, ihre Augen während der Sonnenfinsternis zu schützen, „aber nicht adäquat“. Und selbst wenn man sich adäquat schütze, könne es irgendwann zu viel werden. „Da geht es auch um die Dosis“, sagte Finger. Er rechnet aber bei allen Fällen aus Mannheim damit, dass keine bleibenden Schäden bestehen bleiben. „Das wird spurlos verschwinden.“ Finger räumte auch mit dem Mythos auf, dass Beschwerden noch viel später auftreten könnten, die man jetzt noch gar nicht bemerke: „Wer jetzt beschwerdefrei ist, hat keine Probleme mehr zu erwarten.“ Eine Verbrennung der Netzhaut bemerke man sofort, und der Zustand verbessere sich dann auch nicht mehr. Sonnenlicht kann innerhalb kurzer Zeit Schäden hinterlassen Für Netzhautschäden gibt es keine Warnsignale. Bemerkt man Probleme beim Sehen, ist es schon zu spät. Augenärzte hatten vor der partiellen Sonnenfinsternis deswegen davor gewarnt, die „Sofi“ mit ungenügendem Schutz oder mit gänzlich ungeschützten Augen anzuschauen. Das könne die Netzhaut beschädigen, warnte auch das Bundesamt für Strahlenschutz. Innerhalb von kürzester Zeit könne das Sonnenlicht an dieser lichtempfindlichen Schicht im Auge bleibende Schäden verursachen. Auch in Stuttgart meldeten sich Menschen. „In unserer Augenklinik haben sich bis heute Mittag rund 20 Patienten vorgestellt, die meinten, sie hätten einen Schaden aufgrund der Sonnenfinsternis“, sagte eine Sprecherin des Klinikums Stuttgart. „Bei keinem Patienten konnte ein Schaden festgestellt werden.“ In Freiburg waren noch in der Nacht acht Menschen wegen Schmerzen in den Augen zur Universitätsklinik gekommen, am Tag danach hätten noch mal eine Handvoll über ein Brennen, Kopfschmerzen oder Flecken beim Sehen geklagt, sagte ein Sprecher. „Wir konnten bislang aber bei keinem von ihnen eine objektive Verschlechterung beim Sehen feststellen.“
