FAZ 15.03.2026
18:47 Uhr

Liveblog Irankrieg: Direkte Kämpfe mit der Hizbullah in Südlibanon


Israel bereitet sich laut Berichten auf Einmarsch vor +++ Wadephul: Ausweitung von EU-Mission Aspides nicht notwendig +++ Raketeneinschläge in Tel Aviv +++  alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Direkte Kämpfe mit der Hizbullah in Südlibanon

Wadephul skeptisch gegenüber Ausweitung von EU-Mission AspidesBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) schließt eine deutsche Beteiligung an einem Marineeinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus zum jetzigen Zeitpunkt aus. Für einen solchen Einsatz sehe er keine „unmittelbare Notwendigkeit – vor allen Dingen auch nicht, dass Deutschland sich beteiligt“, sagte Wadephul am Sonntagabend in der ARD. Der Minister forderte von den USA und Israel mehr Informationen über die Kriegsziele und die weiteren Planungen im Krieg gegen Iran.„Bevor wir über weitere Maßnahmen in der Zukunft reden, wollen wir erst einmal eingebunden werden in den Entscheidungsprozess“, sagte Wadephul. Die USA und Israel müssten „uns informiert halten, uns sagen, welche konkreten Ziele noch verfolgt werden, und dann gemeinsam mit uns darüber zu reden, wie man diesen Krieg beenden kann“.

Kapitänin der iranischen Fußball-Nationalmannschaft zieht Asylantrag zurückNach mehreren Mitspielerinnen hat iranischen Staatsmedien zufolge nun auch die Kapitänin der iranischen Fußball-Nationalmannschaft ihren Asylantrag in Australien zurückgezogen. Sahra Ghanbari werde in den kommenden Stunden über Malaysia zurück nach Iran fliegen, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag. Damit änderten bereits fünf Mitglieder des iranischen Teams ihre Meinung und zogen ihre Asyl-Anträge zurück.

16 Tote im Westjordanland und im GazastreifenIm ​von Israel besetzten Westjordanland und im Gazastreifen haben israelische Streitkräfte Gesundheitsbehörden zufolge am Sonntag 16 Palästinenser getötet. Im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen ⁠wurden nach Angaben von Sanitätern und dem Innenministerium bei einem Luftangriff ein ranghoher Polizeibeamter und acht weitere Polizisten getötet. Der Angriff habe ihrem Fahrzeug nahe der Stadt Sawaida gegolten. Zudem wurden mindestens 14 weitere Menschen verletzt, zumeist Unbeteiligte. Im besetzten Westjordanland wurde eine vierköpfige Familie in ‌ihrem Auto getötet. Zuvor waren bei einem weiteren Luftangriff im Gazastreifen drei Menschen ums Leben gekommen. Eine israelische Stellungnahme dazu lag zunächst nicht vor.Im Westjordanland seien eine Mutter, ein Vater und zwei ihrer Kinder getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Die ‌35 Jahre alte Mutter, der 37 Jahre alte Vater sowie ihre ‌fünf und sieben Jahre alten Kinder seien im Dorf Tammun in den Kopf geschossen worden, als sie in ihrem Auto fuhren. Zwei weitere Kinder des Paares seien verletzt worden. Das israelische Militär erklärte, dass Streitkräfte in dem Dorf im Einsatz waren, um Palästinenser festzunehmen, die wegen Beteiligung an „terroristischen“ Aktivitäten gegen Sicherheitskräfte ​gesucht würden. Dabei sei ein Fahrzeug beschleunigt auf die Einsatzkräfte ⁠zugefahren, die das Feuer eröffnet hätten.

Israel stockt Militärhaushalt aufZwei Wochen nach Beginn des Irankrieges hat die israelische Regierung laut Medienberichten in einem Dringlichkeitsbeschluss eine Aufstockung des Militärbudgets auf den Weg gebracht. Das Kabinett habe in einer telefonisch abgehaltenen Sitzung einen zusätzlichen Haushaltsposten von 2,6 Milliarden Schekel (720 Millionen Euro) für Rüstungskäufe verabschiedet, meldete am Sonntag die israelische Zeitung „Haaretz“. Das Geld seien für „dringenden Bedarf“ vorgesehen, berichtete das Blatt, ohne dies zu konkretisieren. Mehrere israelische Medien zitierten aus einem Dokument des Finanzministeriums, wonach die Bereitstellung des zusätzlichen Geldes durch „die Intensität der Kämpfe“ notwendig geworden sei. Es sei der „dringliche und sofortige Bedarf“ entstanden, unter anderem weitere Munition und moderne Waffensysteme zu erwerben und wichtige Arsenale für die Kriegsführung aufzufüllen.Die zusätzlichen Mittel für den Rüstungserwerb wurden den Berichten zufolge nachträglich in den Entwurf des Gesamthaushalts der Regierung aufgenommen, den das Kabinett einige Tage zuvor verabschiedet hatte. Der Haushalt mit einem Volumen von umgerechnet rund 194 Milliarden Euro soll demnach am 31. März vom Parlament verabschiedet werden.

Raketen in Tel Aviv eingeschlagenBei einem weiteren iranischen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv ist es nach israelischen Medienberichten zu mehreren Einschlägen gekommen. Videoaufnahmen zeigten, wie ein Fahrzeug in Flammen aufging. An anderen Orten waren Einschlagskrater zu sehen. Der TV-Sender N12 berichtete, Iran habe dem Verdacht nach wieder Streumunition eingesetzt. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mindestens zwei Menschen verletzt. Eine zuvor aus Iran auf die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes abgefeuerte Rakete sei von der Raketenabwehr abgefangen worden, hieß es in den Berichten. 

Teheran weist Gerüchte über Khameneis Gesundheitszustand zurückDer iranische Außenminister hat Gerüchte über den Gesundheitszustand des neuen obersten Führers des Landes, Modschtaba Khamenei, zurückgewiesen. Khamenei erfreue sich bester Gesundheit und habe die Lage im Griff, sagte der iranische Chefdiplomat Abbas Araghtschi nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna. Die USA hatten am Freitag mitgeteilt, dass Khamenei nach ihren Kenntnissen verletzt sei. Details wurden nicht genannt. 

Revolutionsgarden drohen Netanjahu mit TodDie iranischen Revolutionsgarden haben dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu mit dem Tode gedroht. Sollte Netanjahu noch leben, werde man ihn verfolgen und töten, berichteten die Nachrichtenagenturen Fars und Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Elitestreitkräfte.

Angriffe auf Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen EmirateSaudi-Arabien hat nach eigenen Angaben insgesamt 14 Drohnen im Raum der Hauptstadt Riad und im ölreichen Osten des Landes abgefangen. Weitere Details nannte das saudische Verteidigungsministerium nicht. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten am Morgen neue Angriffe mit Raketen und Drohnen aus Iran.Iran dementierte den Angriff auf Saudi-Arabien nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Dieser stehe in keinem Zusammenhang mit der Islamischen Republik. „Die saudische Regierung sollte sich bemühen, die Herkunft der Angriffe aufzudecken“, hieß es. 

20 Menschen in Iran wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Israel festgenommenDas meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Provinz West-Aserbaidschan im Nordwesten des Landes. Den Festgenommenen werde vorgeworfen, Daten über die Standorte militärischer und sicherheitsrelevanter Einrichtungen Irans an Israel übermittelt zu haben. Israel ‌hat eine neue Phase seiner Angriffe auf Iran eingeleitet ‌und zielt dabei auf Sicherheitskontrollpunkte. Es stütze sich dabei auf Hinweise von Informanten vor Ort, hatte eine mit der israelischen Militärstrategie vertraute Person in der vergangenen Woche Reuters gesagt.

Israels Norden unter Raketenbeschuss aus Iran und LibanonLaut der israelischen Armee sind Raketen von Iran aus auf Israel abgefeuert worden. Nach Medienberichten heulten Warnsirenen im Grenzgebiet zu Libanon sowie auf den besetzten Golanhöhen. Anschließend berichtete das israelische Nachrichtenportal „ynet“, auch aus Libanon seien zehn Raketen auf Israels Norden abgefeuert worden. Ein Teil davon sei von der Raketenabwehr abgefangen worden und der Rest in offenen Gebieten eingeschlagen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. In der Nacht hatte es in verschiedenen Orten in Israel Einschläge gegeben.Auch die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue großangelegte Angriffswelle in Iran gestartet. Es sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen des Landes angegriffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. 

Washington zieht Personal aus Oman abDas US-Außenministerium ordnet ⁠die Ausreise von nicht essenziellen Regierungsmitarbeitern und deren Familienangehörigen aus dem Oman an. Als Grund nennt die Behörde Sicherheitsrisiken im Zuge des andauernden Krieges der USA und Israels ‌gegen Iran. 

Selenskyj: Drohnen aus Russland gegen USA eingesetztRussland ‌beliefert ‌nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Iran mit Kampfdrohnen vom ​Typ Shahed ⁠für den Einsatz gegen die USA und Israel. Es sei ​eine „hundertprozentige Tatsache“, dass Iran vom russischen Militär ‌hergestellte „Shaheds“ für Angriffe auf US-Stützpunkte eingesetzt habe, sagte Selenskyj dem ⁠Sender CNN in einem ⁠am Samstag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview-Ausschnitt. Iran ⁠hatte ​ursprünglich ⁠Russland mit den Kampfdrohnen ​für den Krieg gegen ‌die Ukraine beliefert. Inzwischen stellt Russland sie ​nach ukrainischen Angaben ​selbst her.

Sechs tote US-Soldaten bei Absturz im IrakDas US-Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben sechs bei einem Flugzeugabsturz im Irak getötete US-Soldaten ⁠identifiziert. Ein feindlicher oder versehentlicher Beschuss sei nicht die Ursache gewesen, hieß es. Die Islamische Widerstandsbewegung im Irak, eine von Iran unterstützte Miliz, hatte dagegen erklärt, sie habe das Flugzeug abgeschossen. Zunächst hatte das US-Militär den ‌Tod von vier der sechs Besatzungsmitglieder bestätigt und nach den beiden anderen suchen lassen. Die Soldaten waren an Bord eines Tankflugzeugs vom Typ KC-135, das zur Unterstützung von US-Angriffen auf Iran im Einsatz war. ‌An dem Absturz war dem Militär ‌zufolge ein weiteres Flugzeug beteiligt. Die Untersuchung des Vorfalls dauert an.

Trump droht mit weiteren Angriffen auf iranische Insel KhargDie USA könnten die Insel „nur zum Spaß noch ein ‌paar Mal treffen“, hat Donald Trump in einem Interview mit dem Sender NBC News gesagt. Die bisherigen Angriffe hätten den größten Teil der Insel „total ‌zerstört“. Der US-Präsident zeigte sich ‌zugleich offen für eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Konflikts. Er sei jedoch noch nicht bereit, ein Abkommen mit Iran zu schließen, da „die Bedingungen ​noch nicht gut genug sind“. Berichte ⁠über den Tod des neuen obersten Führers  Modschtaba Khamenei nannte Trump „ein Gerücht“.