FAZ 21.09.2026
16:30 Uhr

Liveblog Irankrieg: Huthis melden mehrere Tote bei saudiarabischem Angriff


In der Stadt Mocha sind offenbar mindestens sechs Menschen getötet worden +++ USA wollen Irans Fluggesellschaften isolieren +++ Türkei prüft militärische Unterstützung für Saudi-Arabien +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Huthis melden mehrere Tote bei saudiarabischem Angriff

G7 verurteilen Angriffe der Huthi-MilizDie G7-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien hat das gewaltsame Vorgehen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien und im Jemen verurteilt. Die Eskalation der Lage im Jemen sei eine „inakzeptable Bedrohung für die regionale Stabilität und Sicherheit, für die weltweite Energiesicherheit“ sowie die Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der G7-Runde. Ihr gehören Deutschland sowie Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA an.

Bundesregierung hofft im Iran-Konflikt auf Beitrag ChinasIm Iran-Konflikt und mit Blick auf die damit verbundenen Auswirkungen auf die internationale Schifffahrt hofft Deutschland für eine Deeskalation auch auf einen Beitrag Chinas. China könne seinen Einfluss auf Iran konstruktiv nutzen, schrieb das Auswärtige Amt auf der Plattform X nach einem Telefonat zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi.In Berlin betonte Wadephul vor seinem Abflug zur UN-Generalversammlung die Rolle Pekings. „Ich bin dankbar, dass wir einig darin sind, dass das Prinzip der freien Navigation sowohl in der Straße von Hormus als auch vor dem Bab al-Mandab im Eingang zum Roten Meer gewahrt werden müssen“, sagte er. Beide Seiten wollen laut dem CDU-Politiker alle Möglichkeiten gemeinsam nutzen, um zu einer Deeskalation beizutragen. China gilt als wichtiger Verbündeter Irans, weil es den Großteil der iranischen Ölexporte abnimmt und das Land wirtschaftlich unterstützt. Die USA hatten Ende August Unternehmen aus Hongkong und China wegen des Vorwurfs sanktioniert, dem Iran Zugang zu wichtiger Technologie für die Nuklearforschung und die Entwicklung von Raketen zu verhelfen.

USA wollen Irans Fluggesellschaften weltweit isolierenDie USA wollen im Zuge ihres Wirtschaftskriegs gegen Iran deren Fluggesellschaften weltweit isolieren. „Alle iranischen Fluggesellschaften werden weltweit stillgelegt“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem US-Sender CNBC. Dies werde am Mittwoch geschehen. Seinen Worten nach sollen vor allem Drittstaaten unter Druck gesetzt werden. „Wenn sie landen, darf man sie nicht mit Treibstoff versorgen, darf man ihnen keine Landedienste bereitstellen, darf man ihnen keine Tickets verkaufen, sonst wird man aus dem Dollarsystem ausgeschlossen“, fügte er hinzu.Vor fast zwei Wochen hatte die USA neue und umfassende Sanktionen gegen den iranischen Luftfahrtsektor verhängt, darunter gegen 27 Airlines. Auch ausländischen Unternehmen und Banken drohen Konsequenzen, wenn sie Geschäfte mit den betroffenen Airlines weiterführen.Bessent sagte weiter, dass die US-Regierung hinter den Kulissen Gespräche darüber geführt habe, den iranischen Luftfahrtsektor weiter zu isolieren. China hätte sich dabei kooperativ gezeigt. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wird an diesem Mittwoch in Washington erwartet.

USA verweigern laut Teheran der Iran-Delegation teilweise die EinreiseDie USA verweigern nach Angaben staatlicher iranischer Medien einem Teil der Delegation von Präsident Massud Peseschkian die Einreise zur Teilnahme an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in dieser Woche in New York. „In einem beispiellosen feindlichen Akt durch die US-Regierung hat (Donald) Trump einigen Mitglieder der hochrangigen Delegation des Präsidenten die Visa verweigert“, berichtete die Nachrichtenagentur Irna am Montag unter Verweis auf den US-Präsidenten. Betroffen seien unter anderem Mitglieder von Peseschkians Kommunikationsteams.Der iranische Präsident will den Berichten zufolge am Dienstag seine Reise nach New York antreten; er wird der höchste Vertreter seines Landes sein, der seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar in die USA reist. Laut der Nachrichtenagentur Mehr wird Peseschkian am Mittwoch vor der UN-Vollversammlung sprechen. Die USA hatten der iranischen Delegation die Einreise zur Teilnahme an der UN-Generaldebatte erlaubt, ihr aber wie im vergangenen Jahr Beschränkungen auferlegt. 

Huthi-Angriff auf Saudi-Arabien treibt Ölpreis anAngriffe der ​von Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus ⁠dem Jemen auf die saudische Hauptstadt Riad haben den ‌Ölpreis steigen lassen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte ‌Brent ‌LCOc1 stieg um 81 Cent oder 0,78 Prozent auf 104,68 ​Dollar, der ⁠für ein Fass der US-Sorte WTI CLc1 um 76 ​Cent oder 0,76 ⁠Prozent auf 101,06 Dollar. ‌Die Attacken vom Samstag verschärfen die Spannungen im Nahen ⁠Osten, während ⁠die USA und ⁠Iran ​in ⁠einer Pattsituation verharren.

Jüdischer Siedler im Westjordanland getötet Nach einem tödlichen Angriff auf einen jüdischen Siedler im Westjordanland ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Der Schusswaffenangriff ereignete sich nach Behördenangaben am Sonntag in der Nähe einer Siedlung nahe Ramallah. Der Angreifer wurde nach Angaben der israelischen Armee von einem Soldaten angeschossen und später in einem Krankenhaus festgenommen. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte die Todesstrafe für den Täter.Nahe Dschenin im Westjordanland erschossen Soldaten unterdessen nach Armeeangaben einen Mann, der mit einem Auto auf eine Gruppe von Soldaten zufuhr. Die beiden Angriffe ereigneten sich kurz vor Beginn des Jom-Kippur-Festes, des wichtigsten jüdischen Feiertags. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte den tödlichen Angriff nahe Ramallah als „mörderischen Anschlag“. Sicherheitsminister Ben Gvir rief dazu auf, in dem Fall erstmals das vom israelischen Parlament im März verabschiedete Gesetz anzuwenden, das die Todesstrafe für wegen Terrorismusvorwürfen verurteilte Palästinenser im Westjordanland vorsieht. 

Iran übermittelt USA Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus Iran hat der US-Regierung nach Angaben ihres Verhandlungsführers über Vermittler seine Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße von Hormus übermittelt. „Unsere Botschaften und die Erklärung unserer Bedingungen wurden der anderen Seite über Vermittler klar überbracht“, erklärte der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Gahlibaf am Sonntag. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt seien und die US-Regierung ihre Zusagen nicht einhalte, sei es „unmöglich, zu der Situation vor Beginn der Verhandlungen und zu einer offenen Straße“ von Hormus zurückzukehren, betonte er nach Angaben des Staatsfernsehens.

Israels Militär tötet erneut Hamas-Mitglieder in Gaza Israels Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge erneut Mitglieder der Hamas im Gazastreifen getötet. Darunter seien zwei Terroristen, die mutmaßlich am Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel beteiligt gewesen seien, teilten das Militär und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet mit. Zudem sei ein Hamas-Kommandeur getötet worden. Die drei hätten zuletzt Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet. Um diese Bedrohung zu beseitigen, seien sie getötet worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs weiter.Palästinensischen Angaben zufolge wurden in den vergangenen Tagen insgesamt sieben Palästinenser im Gazastreifen bei mehreren israelischen Angriffen getötet. Zu ihrer Identität wurde zunächst nichts bekannt. In mindestens einem Fall soll es sich um ein minderjähriges Opfer handeln. Alle Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Iran warnt Amerika vor neuen Angriffen und droht mit KonsequenzenDas iranische Militär warnt die Vereinigten Staaten vor neuen Angriffen auf das Land. Das militärische Hauptquartier Chatam al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt, erklärte laut Nachrichtenagentur Fars, alle Stützpunkte und Interessen der Vereinigten Staaten in der Region würden ohne jegliche Einschränkung oder Rücksichtnahme kontinuierlichen, wirksamen und schmerzhaften Angriffen ausgesetzt sein. Alle Länder in der Region, die einen Angriff Amerikas unterstützten, würden als Komplizen betrachtet. Sie könnten keine Zurückhaltung oder Nachsicht erwarten.Das Militär beruft sich auf unbestätigte Berichte über ein Treffen von amerikanischen Vertretern in einem europäischen Land, bei dem Vereinbarungen über abermalige Angriffe auf Iran getroffen worden sein sollen. Einige arabische Länder in der Region sollen grünes Licht gegeben haben. Der Generalsekretär des mächtigen Nationalen Sicherheitsrats in Iran, Mohsen Resai, drohte in einem Interview des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera, dass Iran im Falle neuer Attacken amerikanische Schiffe überall im Indischen Ozean angreifen werde. Das Militär habe diese Fähigkeiten erworben. 

Iran schließt französisches Sprachzentrum in TeheranDie iranischen Behörden haben nach Angaben des justiznahen Nachrichtenportals Misan das französische Sprachzentrum in Teheran geschlossen und versiegelt. Die Behörden begründeten dies damit, die der französischen Botschaft angegliederte Einrichtung habe trotz wiederholter Warnungen keine offizielle Betriebsgenehmigung eingeholt.Weiterhin wirft die iranische Justiz dem Sprachzentrum vor, es habe seinen Status missbraucht. Laut den Behörden soll die Schule Projekte unterstützt haben, die sich gegen die iranisch-islamische Kultur richten und die nationale Sicherheit gefährden. Zudem soll das Zentrum die iranische Elite vernetzt und deren Auswanderung gefördert haben. Unabhängige Belege oder genaue Einzelheiten für diese Vorwürfe liegen nicht vor.

Tote und Verletzte im WestjordanlandKurz vor Beginn des höchsten jüdischen Feiertags eskaliert die Gewalt im Westjordanland. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten hätten einen Palästinenser getötet, der versucht habe, sie mit einem Auto zu rammen. Zudem kam laut Polizei ein Israeli durch Schüsse ums Leben. Israels Polizei und Militär suchen eigenen Angaben zufolge nach dem mutmaßlich palästinensischen Schützen. Offiziellen israelischen Angaben zufolge schoss er aus einem Auto heraus auf israelische Siedler und flüchtete anschließend.Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unterdessen zwei verletzte Palästinenser nach einem Siedlerangriff im Westjordanland. Ein Mann sei am Kopf durch einen Stein verletzt worden, ein weiterer habe eine Stichwunde im Bein erlitten. Am Sonntagabend beginnt Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. An Feiertagen nehmen die Spannungen im Westjordanland häufig noch einmal zu. 

Iran: Straße von Hormus erst nach Erfüllung von Forderungen wieder aufIran will die Straße von Hormus erst wieder öffnen, ‌wenn ‌seine Bedingungen erfüllt und die Zusagen der USA umgesetzt wurden. Dies ​erklärte Parlamentspräsident ⁠Mohammed Bagher Ghalibaf laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars. Iran ​müsse sowohl kämpfen als ⁠auch verhandeln. ‌Teheran werde militärische Gewalt einsetzen, um seine Feinde zurückzudrängen. Iran werde auch ⁠Diplomatie nutzen, um die auf ⁠dem ​Schlachtfeld ⁠errungenen Erfolge zu ​festigen, sobald der richtige Zeitpunkt ‌gekommen sei.

USA warnen vor Eskalation im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und HuthiDie USA haben vor einer Eskalation des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und den von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen gewarnt. Die militärischen Auseinandersetzungen könnten „rasch eskalieren“, erklärte das amerikanische Außenministerium am Samstag (Ortszeit) in einer Reisewarnung, in der unter anderem auf Angriffe auf zivile Flughäfen verwiesen wurde. US-Staatsangehörige, die sich noch nicht in der Region aufhalten, sollten Reisen dorthin daher „ernsthaft überdenken“.

Huthi-Rebellen melden Angriffe auf Aramco-Anlage und Riad Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Angriffe in Saudi-Arabien für sich reklamiert, unter anderem in der saudischen Hauptstadt Riad. Ein Huthi-Sprecher teilte mit, die Gruppe habe Dutzende ballistische Raketen und Drohnen gegen „sensible Ziele“ in Riad sowie auf Anlagen des saudischen Ölkonzerns Aramco in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer abgefeuert. Die Angriffe hätten mehrere größere Brände ausgelöst. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.Der Mitteilung zufolge waren die jüngsten Attacken eine Reaktion auf mehr als 700 saudische Luftangriffe im Jemen. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen in ihrem langwierigen Konflikt mit der Huthi-Miliz. Seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg gerät das Land immer wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland.Augenzeugen hatten zuvor von einem Brand eines Treibstofftanks am internationalen Flughafen von Riad berichtet, der den Flugverkehr vorübergehend unterbrochen hatte. Eine offizielle Stellungnahme zur Ursache des Brandes gab es zunächst nicht. Auch die saudische Regierung äußerte sich bislang nicht zu den Vorfällen.