FAZ 16.08.2026
09:23 Uhr

Liveblog Irankrieg: Israel meldet Tötung eines ranghohen Hizbullah-Kommandeurs


Weitere Todesopfer bei Angriff auf Südlibanon +++ Iran meldet Ölteppich nahe der Insel Geschm +++ Araghtschi: Iran hat noch nicht über Wiederaufnahme von Gesprächen mit USA entschieden  +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Israel meldet Tötung eines ranghohen Hizbullah-Kommandeurs

Qatar streitet Gefangennahme iranischer Piloten abQatar hat die Darstellung Irans zurückgewiesen, Piloten aus dem Land gefangenzuhalten. Der Sprecher des Außenministeriums, Madschid al-Ansari, drückte in einer Mitteilung auf der Plattform X zugleich Verwunderung über die „irreführenden Aussagen“ zu einem Zeitpunkt aus, in der diplomatische Bemühungen liefen, um die Spannungen in der Region zu deeskalieren.  Qatar vermittelt neben Pakistan im Konflikt zwischen Iran und den USA.Iranische Medien hatten am Samstag eine Stellungnahme des Leiters des Ausschusses für vermisste Personen beim Generalstab der iranischen Streitkräfte verbreitet. Darin wird behauptet, dass die qatarischen Streitkräfte drei iranische Piloten gefangen nahmen, nachdem ihre Kampfflugzeuge kurz nach Beginn des Irankriegs abgestürzt waren. Das Schreiben, in dem nach iranischen Medienberichten auch angeprangert wurde, dass die qatarische Regierung den angeblichen Gefangenen nicht erlaube, ihre Familien oder mit ihrem Fall befasste iranische Vertreter zu kontaktieren oder zu treffen, soll an das internationale Rote Kreuz gerichtet worden sein. 

Mindestens neun Tote in Südlibanon nach Angriff IsraelsIm Süden Libanons sind bei israelischen Luftangriffen ​dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Allein sieben Menschen seien ums Leben gekommen, als Kampfflugzeuge im Morgengrauen ein Haus in dem Dorf ⁠Ansar bombardierten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Samstag. 19 Menschen seien verletzt worden. Unter den Toten seien drei Kinder und zwei Frauen. Zwei weitere Menschen kamen demnach außerdem bei einem Angriff auf das Dorf Deir el-Zahrani ums Leben. Elf Menschen seien zudem verletzt worden. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten in der Nacht zum Samstag in einer von ihnen als Sicherheitszone bezeichneten Region in Südlibanon Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hizbullah-Miliz attackiert. Das israelische Militär sprach von ‌einer Reaktion auf Aktionen gegen seine Soldaten. „Die ‌Märtyrer des israelischen Angriffs auf das Dorf Ansar sind keine 'militärische Infrastruktur', und die dabei getöteten Frauen und Kinder sind keine militärischen Ziele“, erklärte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam auf der Plattform X.Es ist einer der Angriffe mit den meisten Todesopfern, seit Libanon vor einigen Wochen ​einem von den USA vermittelten Rahmenabkommen für einen Frieden mit ⁠Israel zugestimmt hat. Die Vereinbarung sieht vor, dass israelische Truppen im von ihnen besetzten Süden Libanons entwaffnet ist und die libanesische Armee die ​Kontrolle übernimmt. 

 Iran: Ölteppich nahe der Insel GeschmNach Monaten der Gefechte um die Schifffahrt in der Straße von Hormus kämpft der Iran nach eigenen Angaben gegen eine Ölverschmutzung im Meer nahe der Insel Gheschm. Erste Maßnahmen zur Eindämmung eines Ölteppichs seien eingeleitet, berichtete die iranische Zeitung „Etemad“.Bereits am Freitag hatte der staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, dass 3,2 Hektar eigene Küste sowie neun Hektar der Küstengewässer betroffen seien. Es seien unter anderem Mangrovenwäldern betroffen. Vorher hatte es von offiziellen Stellen noch geheißen, die Ölverschmutzung sei bereits eingedämmt.In dem Irna-Bericht hieß es, auch Brutgebiete für Meeresschildkröten seien betroffen. Man gehe davon aus, dass die Ölverschmutzung vom Meer aus an die Küste getrieben worden sei. Die genaue Ursache sei bisher nicht ausgemacht, hieß es bei „Etemad“.Um faktisch die Schifffahrt durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus zu blockieren, hatten Streitkräfte der Islamischen Republik seit Ausbruch des Irankriegs viele Frachter attackiert. Die USA reagierten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und feuerten ebenfalls mehrfach auf sie, um sie manövrierunfähig zu machen.Auch an der Küste Omans breitet sich ein Ölteppich aus. Dort war der Tanker „Caroline Bezengi“ auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. Er droht nach Experteneinschätzung auseinanderzubrechen. Ob die Ölverschmutzung an der iranischen Küste mit der „Caroline Bezengi“ in Zusammenhang steht, war zunächst unklar. 

Araghtschi: Iran hat noch nicht über Wiederaufnahme von Gesprächen mit den USA entschiedenIran hat nach den Worten seines Außenministers Abbas Araghtschi noch nicht über eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA entschieden. Der Austausch ‌von Botschaften über Qatar und Pakistan sei nicht mit Verhandlungen gleichzusetzen, sagt Araghtschi dem iranischen Nachrichtenportal Shahrara News. Gespräche mit dem Oman konzentrierten ‌sich auf die ‌Festlegung einer Seeroute durch die Straße von Hormus. Die USA müssten zuerst Bedingungen für eine Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge erfüllen.

Vier Tote bei Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf den Hafen von MuchaBei einem Raketenangriff der von Iran unterstützten Huthi-Rebellen ‌auf die jemenitische Hafenstadt Mucha am Roten Meer sind mindestens vier Zivilisten getötet worden. Dies teilt ‌die international ‌anerkannte Regierung des Jemen mit. Die jemenitische Nachrichtenagentur Saba berichtet zudem unter Berufung auf Militärkreise, die Huthis hätten ​Mucha mit sechs Raketen ⁠getroffen, wobei vier Zivilisten getötet und mehrere Fischerboote in Brand gesetzt ​worden seien. Die Huthi-Rebellen erklären ihrerseits, sie hätten ⁠mit ballistischen Raketen Waffen ‌und Kriegsschiffe angegriffen, die zu den von Saudi-Arabien unterstützten Truppen gehörten.

Frist verstreicht: Irankrieg vor ungewisser ZukunftAuch rund zwei Monate nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Teheran und Washington scheint ein Ende des Irankrieges in weiter Ferne. Statt wie geplant Fortschritte in der Frage des iranischen Atomprogramms zu erzielen, provozierte US-Präsident Donald Trump am Abend mit der Ankündigung einer Übernahme der Straße von Hormus. Iran weist die Pläne zurück und stellt die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.Derweil läuft an diesem Wochenende die Frist aus, binnen derer die USA und Teheran Verhandlungen etwa über das iranische Atomprogramm abschließen wollten. Gegen die Waffenruhe und weitere Punkte des Abkommens war in den vergangenen Wochen allerdings mehrfach verstoßen worden.

VAE: Angriff auf Schiff von staatlichem Ölkonzern in der Straße von HormusDie ‌staatliche Ölgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Abu ​Dhabi National ⁠Oil Company, meldet einen Angriff auf eines ​ihrer Schiffe ⁠in der Straße ‌von Hormus. Bei dem Vorfall ⁠am Freitag habe ⁠es keine ⁠Verletzten gegeben, ​teilt das ⁠Unternehmen mit.

Iran: Straße von Hormus bleibt unter unserer KontrolleIran lässt sich nach den Worten von Vize-Außenminister Kasem ⁠Gharibabadi nicht von Drohungen oder Machtdemonstrationen der USA einschüchtern. Die strategisch wichtige Straße von Hormus werde nur unter der Kontrolle Irans gesperrt oder freigegeben, teilt Gharibabadi auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Er reagiert damit auf US-Präsident ‌Donald Trump, der angekündigt hat, die Meerenge zu US-Territorium zu erklären. Es war zunächst unklar, wie ernst Trump diese Ankündigung meinte.

Trump: Werde Straße von Hormus „bald“ zum US-Territorium erklärenUS-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus nach eigenen Angaben „bald“ zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären. „Nachdem wir Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte er am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. Trump hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass die USA die für den Welthandel äußerst wichtige Meerenge kontrollieren; Iran wiederum gibt an, einen Großteil der Wasserstraße unter seine Kontrolle gebracht zu haben.

Niedriger Ölpreis laut Vance derzeit wichtigstes Ziel im Iran-KriegUS-Vizepräsident JD Vance hat einen niedrigen Ölpreis als derzeit wichtigstes Ziel seines Landes im Iran-Krieg bezeichnet. Das zweitwichtigste Ziel sei es, dass der Iran nie in den Besitz von Atomwaffen gelange, sagte Vance dem Fernsehsender Fox News. Bisher hatte Präsident Donald Trump immer erklärt, der Grund für den Beginn des Krieges sei die Verhinderung von Atomwaffen in den Händen Teherans.„Ich weiß, dass der Ölpreis heute gefallen ist und weit unter den Höchstständen aus der Anfangsphase des Konflikts liegt“, sagte Vance. „Das ist das oberste Ziel: Öl und Gas für die US-Bürger im ganzen Land günstig zu halten.“ Weiter sagte der Vizepräsident: „Und das zweite Ziel ist es natürlich, sicherzustellen, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangt.“ Vance zeigte sich überzeugt, „dass wir dabei sind, beide Ziele zu erreichen“. 

USA wollen Iran laut Bessent wirtschaftlich isolierenDie USA werden US-Finanzminister Scott Bessent zufolge beispiellose Maßnahmen gegen Iran ‌ergreifen. „Wir werden ‌Maßnahmen anwenden, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolierung eines Landes ​noch nie ⁠dagewesen sind“, sagte Bessent in der TV-Sendung „Rob Schmitt Tonight“ des US-Senders ​Newsmax. Für die kommende ⁠Woche kündigte er ‌weitere Erklärungen an. „Es wird eine Kombination aus einer wirtschaftlichen Isolierung sein (...) ⁠und der fortgesetzten Blockade ⁠in der Straße von Hormus, ⁠die ​verhindern ⁠wird, dass irgendetwas in ​die iranischen Häfen hinein- ‌oder herausgelangt“, sagte der Minister.

Emirate melden iranische Angriffe auf zwei Schiffe in Straße von HormusIran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Diese gehörten dem staatlichen Ölkonzern Adnoc, teilte das Außenministerium in Abu Dhabi mit. Bei dem „feindlichen iranischen Angriff“ sei niemand verletzt worden.Der staatliche Ölkonzern Adnoc erklärte, zwei seiner Schiffe seien am Donnerstagabend „während der Durchfahrt“ durch die Straße von Hormus angegriffen worden. Die Lage sei „unter Kontrolle gebracht“ worden.Das Außenministerium kritisierte das iranische Vorgehen scharf: „Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die Ausnutzung der Straße von Hormus als Instrument für wirtschaftlichen Zwang oder Erpressung stellen Piraterie-Akte dar, die von der Islamischen Revolutionsgarde Irans begangen werden“, hieß es in der Erklärung. Dies sei „eine unmittelbare Bedrohung für die Stabilität der Region und ihre Bevölkerung sowie für die weltweite Energiesicherheit“.

Geplante Gebühr für Straße von Hormus: Iran verweist auf UmweltschädenIran verweist bei seinem Plan, für die Durchfahrt der Straße von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden. Die massive und über Jahrzehnte entstandene Verschmutzung des Persischen Golfs und des Golfs von Oman hätten in Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar verursacht, behauptete der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X. Die Parteien, die vom Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus profitierten, hätten eine rechtliche und moralische Verpflichtung, zur Behebung der Umweltschäden beizutragen, schrieb er weiter. Die Verbesserung der Umweltbedingungen müsse wesentlich für jede künftige Verwaltung der wichtigen Wasserstraße sein. Welche Umweltschutzmaßnahmen ihm vorschwebten, erläuterte der Sprecher allerdings nicht. 

Trump: „Straße von Hormus gehört uns“Noch immer fahren wenig Handelsschiffe durch die von Iran faktisch blockierte Straße von Hormus – doch die US-Regierung behauptet weiter, die volle Kontrolle über die Meerenge zu haben. „Sie gehört uns“, sagte Präsident Donald Trump vor Reportern. Irgendwann würden die Iraner „vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt“. Aber die USA befänden sich im Moment in einer sehr guten Position. „Wir haben die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Sie haben keine Kontrolle.“Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte am Abend auf der Plattform X berichtet, die Angriffe und Schikanen durch die iranischen Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an – und seien der Beweis, dass Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko von treibenden oder nicht kartierten Minen. Handelsschiffe verkehrten weiter nur auf reduziertem Niveau. Trump sagte weiter, er vertraue Iran nicht. „Sie haben mich ständig belogen.“ Die Islamische Republik sei dank des von den USA geführten Krieges nicht länger der „Tyrann im Nahen Osten“.