FAZ 12.09.2026
02:23 Uhr

Liveblog Irankrieg: Saudi-Arabien schließt nach Angriffen wichtige Ost-West-Pipeline


Irak schließt nach Drohnenangriff auf saudische Pipeline Grenzübergang zu Iran +++ Saudis sollen USA zu Angriffen auf Huthi-Miliz gedrängt haben +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Saudi-Arabien schließt nach Angriffen wichtige Ost-West-Pipeline

Peseschkian knüpft Öffnung der Straße von Hormus an Ende der US-SeeblockadeIrans Präsident Massud Peseschkian stellt nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus in Aussicht. Allerdings knüpft Peseschkian diesen Schritt an ein Ende der US-Seeblockade sowie militärischer Aktionen der US-Armee. Peseschkian äußerte sich laut Isna in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender „India Today“. Der vollständige Text des Interviews soll später vom iranischen Präsidialamt veröffentlicht werden. Laut Peseschkian unterzeichnen der Oman und Iran an diesem Montag in der omanischen Hauptstadt Maskat ein Abkommen über neue Schiffsrouten in der Meerenge. Beide Länder sind Anrainer der Straße von Hormus. Bei der Unterzeichnung nehmen Peseschkian zufolge auch die Außenminister der arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfs teil. Das Abkommen solle dann der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation übergeben werden. 

Medien: Israel-Libanon-Gespräche auf Oktober verschobenDie für kommende Woche in Rom geplanten Gespräche zwischen Israel und Libanon sollen auf Oktober verschoben ‌werden. Das berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter. Als Grund würden Terminüberschneidungen mit jüdischen Feiertagen, einer Konferenz in Paris ‌und den Vorbereitungen für ‌die UN-Vollversammlung genannt, heißt es bei Axios weiter. Einem Beitrag auf der Plattform X zufolge sollen sich die Botschafter ​beider Länder in Washington treffen.

Irak schließt Iran-Übergang nach Drohnenangriff auf saudische PipelineDer Irak schließt nach den ‌jüngsten Drohnenangriffen in Saudi-Arabien als Vorsichtsmaßnahme den Grenzübergang Schalamtscheh zu Iran. Das will die Nachrichtenagentur von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren haben. Derzeit laufe ein groß angelegter Einsatz, um die Täter zu fassen. Die Regierung in Riad ​führt den Angriff ⁠auf die wichtige Ost-West-Pipeline des Landes auf aus dem Irak ​gestartete Drohnen zurück. Unterdessen warnte der saudische Zivilschutz ⁠in Chamis Muschait ‌vor einer möglichen Gefahr.

Iran und Golfstaaten wollen über Straße von Hormus sprechenIran und mehrere Staaten am Persischen Golf wollen an diesem Montag offenbar über die umkämpfte Straße von Hormus sprechen. Ausgerichtet wird das Treffen im Oman, erklärte das iranische Außenministerium. Teilnehmen sollen nach Informationen des Nachrichtenportals „Iran Nuances“ die Außenminister aus dem Iran, Irak, Oman, Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. 

Iran gratuliert Huthi zu Eroberung von Insel im Roten MeerIrans Vizepräsident hat der mit Teheran verbündeten Huthi-Miliz zur Eroberung einer strategisch wichtigen Insel im Roten Meer gratuliert. „Wir freuen uns über die Siege des heldenhaften Volkes des Jemen“, schrieb Mohammed Resa Aref auf der Plattform X.Zuvor haben die Huthi jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert. Nach Angaben des Senders Al Jazeera handelt es sich dabei um die Insel Mayyun (Perim). Damit dürften die Huthi in der Lage sein, den Schiffsverkehr auf der für den Welthandel enorm wichtigen Route durch das Rote Meer erheblich einzuschränken.

Huthi nehmen wichtige Insel in Meerenge einDie Huthi-Miliz hat Berichten zufolge eine wichtige Insel in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen.  Damit dürften die Huthi in der Lage sein, den Schiffsverkehr auf der für den Welthandel enorm wichtigen Route durch das Rote Meer erheblich einzuschränken. Die von Iran unterstützte Miliz setzt damit ihren Vormarsch an der Küste des Roten Meeres weiter vor. Von dort hatte sie schon in den vergangenen Monaten immer wieder Schiffe angegriffen, die durch die Meerenge fuhren.

Israel sprengt „Terrorinfrastruktur“Die israelische Armee hat unterirdische Stellungen der von Iran unterstützen Hizbullah-Miliz im Südlibanon zerstört. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten die Aktion und teilten auf der Plattform X mit, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Von libanesischer Seite gab es für die Zerstörung offiziell zunächst keine Bestätigung. Vor einer Woche hatte die Armee die Kontrolle über den Höhenzug übernommen, sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Nach israelischen Medienberichten hatten sich dort wochenlang Hizbullah-Kämpfer verschanzt. In dem Gebiet war es immer wieder zu Kämpfen gekommen. Die israelische Armee teilte auf der Plattform Telegram mit, im Gebiet des strategisch wichtigen Höhenzugs namens Ali al-Taher habe das Militär nach umfangreichen Vorbereitungen die unterirdische Infrastruktur komplett zerstört. Damit sei die Fähigkeit der Hizbullah, diese Infrastruktur zur Planung und Durchführung von Terroranschlägen gegen israelische Zivilisten und Soldaten zu nutzen, endgültig ausgeschaltet worden. Der Bürgermeister der libanesischen Stadt Nabatieh, Abbas al-Din, berichtete von einer äußerst heftigen Explosion bei dem Höhenzug. Die Erschütterungen seien im gesamten Südlibanon zu spüren gewesen, sogar in der rund 70 Kilometer entfernten Hauptstadt Beirut. Sie hätten sich für die Bewohner wie ein leichtes Erdbeben angefühlt. 

Saudis drängten Trump zu Angriffen auf Huthi-MilizDer saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman hat Präsident Donald Trump einem Medienbericht zufolge ​vergeblich zu Militärschlägen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen gedrängt. Der Kronprinz habe Trump am Donnerstag ⁠zweimal angerufen und zu den Angriffen auf die von Iran unterstützte Miliz aufgefordert, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf zwei amerikanische Regierungsvertreter am Freitag. Trump habe die Bitte jedoch abgelehnt. Die amerikanische Regierung ‌beabsichtige derzeit nicht, direkt militärisch gegen die Huthi vorzugehen, und wolle sich auf den Konflikt mit Iran konzentrieren. Eine Stellungnahme der USA und Saudi-Arabiens lag zunächst nicht vor.Die Vereinigten Staaten ‌sind dem Axios-Bericht zufolge zwar ‌besorgt über den wieder eskalierenden Konflikt im Jemen und weiteten ihre Unterstützung für Saudi-Arabien aus. Sie wollten jedoch eine direkte militärische Beteiligung vermeiden. US-Vertreter hätten Saudi-Arabien in den vergangenen Wochen signalisiert, dass Präsident Trump den Fokus ​auf Iran und die Sicherung ⁠der Straße von Hormus richten und die Eröffnung einer weiteren militärischen Front vermeiden wolle.Die Huthi-Rebellen sind im seit Jahren andauernden Bürgerkrieg ​im Jemen, in dem Saudi-Arabien die international anerkannte Regierung unterstützt, wieder auf dem Vormarsch. Sie nahmen die Hafenstadt Mokha ⁠ein und weiteten ‌damit ihren Einfluss auf die Meerenge Bab al-Mandab aus, die als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gilt. Für Saudi-Arabien ist der Seeweg als alternative Route für den Öl-Export durch das Rote Meer besonders ⁠wichtig, da ⁠die Straße von Hormus wegen des Kriegs zwischen den USA und Iran weitgehend blockiert ist.Die ⁠Huthis hatten sich ​im ⁠März aufseiten Irans in den Krieg eingeschaltet ​und im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt. Zudem eskalierten ‌zuletzt auch die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi wieder. Saudi-Arabien löste am Donnerstag in der südwestlichen ​Stadt Chamis Muschait wegen Angriffen der Miliz mehrmals ​Luftalarm aus. 

Weniger Schiffe passieren die Straße von HormusDer Schiffsverkehr ‌in ‌der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus nimmt ​ab. Am ⁠Donnerstag passierten vorläufigen Schiffsverfolgungsdaten zufolge sieben Schiffe ​die Meerenge, nach elf ⁠am Vortag. Der ‌Zehn-Tage-Durchschnitt liegt bei 15. Die Zahlen schließen ⁠Schiffe aus, ⁠die ihre Transponder zur ⁠Standortermittlung ​abgeschaltet haben, ⁠um nicht ​entdeckt zu werden.

Behörde: Zwei Schiffe vor Oman beschossenIn der Straße von Hormus sind abermals zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie „vier unbekannte Geschosse“ die beiden Schiffe getroffen hätten, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Der Vorfall habe sich rund sieben Kilometer westlich des omanischen Ortes Khasab ereignet. Auf einem der Schiffe sei ein Brand ausgebrochen, während der Zustand des zweiten Schiffes unklar sei. Auch wer dafür verantwortlich war, ist ungewiss.

UN-Gesandter warnt vor Gefahr für Schifffahrt durch Huthi-VormarschDer ​UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnt den UN-Sicherheitsrat vor einer „neuen und gefährlicheren Phase“ im Jemen-Krieg. Die Einnahme der jemenitischen Hafenstadt Mokha durch die Huthi-Rebellen verschaffe ihnen ⁠eine direkte Präsenz an den Zugängen zur Meerenge Bab al-Mandab. Dies wecke ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Freiheit der Schifffahrt auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.Lesen Sie hier mehr zu dem Vormarsch der Huthi: 

USA verhängen neue Sanktionen gegen Unterstützer IransDie USA haben am Donnerstag neue Sanktionen gegen Firmen ​und Einzelpersonen verhängt, die nach Angaben der Regierung in Washington die libanesische ⁠Hizbullah und andere von Iran unterstützte Gruppen im Nahen Osten fördern. Mit den Strafmaßnahmen solle Iran wirtschaftlich weiter isoliert werden, teilte das US-Finanzministerium mit. Die ‌Maßnahmen der Finanzaufsicht OFAC richten sich demnach gegen Unternehmen und Personen in Irak, in Libanon und in der Türkei. Diese sollen die irakisch-schiitische Miliz Kataib ‌Hizbullah, die unter ‌dem Kommando der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) stehe, und die libanesische Schiiten-Partei Hizbullah finanzieren.Die Sanktionen sind Teil eines am 24. August angekündigten Vorstoßes. „,Operation Economic Outcast' richtet sich gegen diejenigen, die weiterhin ​zum strauchelnden iranischen Regime halten“, sagte US-Finanzminister ⁠Scott Bessent. „Ob sie Terror finanzieren, Geld waschen oder dem Iran helfen, Sanktionen zu umgehen – wir werden sie ​finden, sie vom US-Finanzsystem ausschließen und die Netzwerke zerschlagen, die das Regime über Wasser halten.“Das ⁠Finanzministerium kündigte zudem ‌an, die meisten Lizenzanträge mit Iran-Bezug abzulehnen. Diese Politik werde beibehalten, bis Iran sein Verhalten ändere. Als Beispiele nannte die Behörde die Blockade der Straße ⁠von Hormus, Angriffe auf ⁠US-Personal und Partner in der Golfregion sowie das Streben nach nuklearen und konventionellen ⁠Waffen. Zudem ​gab ⁠das Ministerium einen Vergleich mit einem US-Bürger ​bekannt, der wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße 1,43 Millionen Dollar zahlt. ‌Es veröffentlichte auch einen Aufruf an Hinweisgeber, Sanktionsumgehungen oder Geldwäsche durch Iran ​zu melden.

US-Streitkräfte sollen 30 Patriot-Raketen während iranischem Angriff abgefeuert habenUm sich gegen einen iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien zu verteidigen, sollen US-Streitkräfte mehr als 30 Patriot-Raketen abgefeuert haben, wie CBS News berichtet. Der Sender beruft sich auf anonyme Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen. Demnach wurde in der Nacht auf Mittwoch der Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti von Irans Streitkräften unter Beschuss genommen, wobei etwa acht amerikanische Kampfflugzeuge leichte Schäden erlitten und eines seinen Flügel verloren haben soll. Todesopfer meldeten die USA zunächst nicht. Über die vergangenen Monate des Irankriegs sind die US-Raketenbestände deutlich zurückgegangen. Eine kürzlich veröffentlichte Analyse der US-amerikanischen Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) geht davon aus, dass von rund 2300 Patriot-Raketen vor dem Krieg Ende Juli nur noch gut ein Drittel übrig waren – also circa 800. 

Trump droht Iran mit Angriff auf Anlage Pickaxe MountainUS-Präsident Donald Trump warnt ⁠Iran vor Aktivitäten am Pickaxe Mountain und droht mit einem Angriff. „Wir stellen fest, dass es am Pickaxe ein wenig Aktivität gibt. Ich würde Iran raten, keine Dummheiten zu ‌machen, denn wir werden sehr hart zuschlagen müssen“, sagt Trump auf dem Parteitag der Republikaner. Die befestigte Anlage liegt in der Nähe der schwer beschädigten Urananreicherungsanlage Natanz und beherbergt ‌zwei tief unter der Erde ‌liegende Tunnelkomplexe. Trump droht bereits seit mindestens Mitte Juli mit Angriffen auf den Pickaxe Mountain.