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09.03.2026
17:37 Uhr
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Großes Interesse an Tipps zur Abwehr iranischer Drohnen +++ Wadephul zu Gesprächen in Zypern eingetroffen +++ NATO fängt weitere ballistische Rakete aus Iran ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Die Volksbank Düsseldorf-Neuss ist auf Betrüger hereingefallen und hat womöglich um die 100 Millionen Euro verloren. Maja Hitij/dpa
UN-Behörde: Fast die Hälfte des iranischen Urans wohl noch in Isfahan Der Iran lagert nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fast die Hälfte seines auf bis zu 60 Prozent angereicherten Urans in einer unterirdischen Anlage in Isfahan. Der Tunnelkomplex sei das einzige Ziel, das bei den Angriffen Israels und der USA auf iranische Atomanlagen im Juni offenbar nicht schwer beschädigt worden sei, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag in Paris. Diplomaten zufolge wird Isfahan schon länger als Lagerstätte für das Material genutzt, das vergleichsweise einfach waffenfähig gemacht werden könnte.Grossi bezifferte den Bestand in Isfahan auf „etwas mehr als 200 Kilogramm“. Zum Zeitpunkt der Angriffe im Juni habe der Iran insgesamt mehr als 440,9 Kilogramm des hochangereicherten Urans besessen. Bei weiterer Anreicherung würde die Menge theoretisch für zehn Atomwaffen ausreichen. „Man geht allgemein davon aus, dass das Material noch dort ist“, sagte Grossi mit Blick auf Isfahan. Weder die IAEA noch andere Beobachter hätten auf Satellitenbildern Anzeichen dafür entdeckt, dass das Material verlegt worden sei. Auch in der Anlage in Natans werde noch eine gewisse Menge vermutet.
Syrien will Libanon bei der Entwaffnung der Hizbullah helfenSyriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat dem Libanon seine Unterstützung bei der Entwaffnung der Hizbullah zugesichert. Das sagte er in einer Videokonferenz mit EU-Vertretern und anderen Staats- und Regierungschefs der Region, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.Al-Scharaa zeigte demnach seine volle Unterstützung für „die ernsthaften und entschlossenen Schritte, die die Regierungen des Iraks und des Libanon unternommen haben, um ihre Nationen vor der anhaltenden Gewalt zu schützen.“
Außenminister Wadephul zu Gesprächen in ZypernVor dem Hintergrund des Irankrieges ist Außenminister Johann Wadephul am Montagabend in Zypern eingetroffen. „Unserem EU-Partner gilt in diesen Tagen besondere Solidarität, nachdem das Land in der vergangenen Woche von iranischem Drohnenbeschuss betroffen war“, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Daher werde der Außenminister am Dienstag in Nikosia politische Gespräche zur Lage im Nahen und Mittleren Osten führen. Auch Themen der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft stünden auf der Agenda, äußerte die Sprecherin. Montagabend bereits stand ein Gespräch mit dem Außenminister aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Scheich Abdullah bin Zayed, in Zypern an. Auf einem britischen Stützpunkt auf Zypern war vergangene Woche eine iranische Drohne eingeschlagen, verletzt wurde niemand. Zwei weitere Drohnen waren abgefangen worden, bevor sie Zypern erreicht hatten. Während unter anderem Großbritannien, Spanien und Frankreich angeboten hatten, ein Kriegsschiff in das Gebiet zu schicken, plant Berlin das bislang nicht.
Großes Interesse an Kiews DrohnenabwehrIm Zuge des Irankriegs haben nach ukrainischen Angaben bislang elf Länder die Hilfe Kiews bei der Abwehr von Drohnen angefragt. Dabei handele es sich um Nachbarländer Irans, um europäische Staaten und die USA, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Es besteht ein klares Interesse an den Erfahrungen der Ukraine beim Schutz von Menschenleben, an Abfangsystemen, Systemen zur elektronischen Kriegsführung und bezüglich der Ausbildung“, führte Selenskyj weiter aus. Die Ukraine hat nach eigener Darstellung im Zuge des russischen Angriffskrieges große Fähigkeiten zur Abwehr von Drohnen der Bauart iranischer Schahed-Modelle aufgebaut, die Russland fast täglich für Angriffe in der Ukraine nutzt. Kiew hat eine Reihe von Abfangdrohnen entwickelt.
Macron verspricht Zypern „die volle Solidarität“Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei einem Besuch am Montag Zypern „die volle Solidarität“ zugesichert. Frankreich hat einen Flugzeugträger mit 30 Kampfflugzeugen und eine Fregatte zum Schutz der Mittelmeerinsel vor iranischen Angriffen entsandt. Bei einer Pressekonferenz mit dem zypriotischen und dem griechischen Ministerpräsidenten sagte Macron: „Wir wollen zur Deeskalation beitragen und die Handelsrouten schützen.“ Mehrere Drohnenangriffe hatten Zypern zum Ziel.
Putin gratuliert neuem Obersten Führer IransRusslands Herrscher Wladimir Putin hat dem neuen Obersten Führers Irans, Modschtaba Khamenei, seine „aufrichtigen Glückwünsche zur Wahl“ ausgesprochen. In einer Botschaft, die der Kreml am Montag verbreitete, heißt es mit Blick auf die amerikanisch-israelischen Angriffe weiter: „Jetzt, da Iran einer bewaffneten Aggression ausgesetzt ist, wird Ihre Tätigkeit auf diesem hohen Posten zweifelsohne großen Mut und Selbstaufopferung erfordern. Ich bin überzeugt, dass Sie die Sache Ihres Vaters mit Ehre fortsetzen und das iranische Volk angesichts der schweren Prüfungen zusammenhalten werden.“ Weiter sagte Putin dem neuen Obersten Führer „unsere unveränderliche Unterstützung Teherans und die Solidarität mit den iranischen Freunden“ zu. „Russland war und bleibt der Islamischen Republik ein verlässlicher Partner.“ Putin schließt mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Bewältigung der vor Ihnen liegenden schwierigen Aufgaben sowie gute Gesundheit und Kraft.“ Russland und Iran hatten im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft besiegelt, die auch eine militärische Zusammenarbeit, aber keinen gegenseitigen Beistand vorsieht, sollte eines der Länder angegriffen werden. Im F.A.Z.-Interview hat der russische Iran-Fachmann Nikita Smagin erklärt, warum es für Putin wichtig ist, dass das Regime in Iran bestehen bleibt.
NATO fängt iranische ballistische Rakete abEine aus Iran abgefeuerte ballistische Rakete wurde der Türkei zufolge über dem östlichen Mittelmeer von NATO-Verteidigungskräften zerstört. Die aus Iran gestartete ballistische Rakete sei in den Luftraum der Türkei eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Munitionsteile seien in der südöstlichen Provinz Gaziantep niedergegangen, es habe keine Toten oder Verletzten gegeben. „Die Türkei misst guten nachbarschaftlichen Beziehungen große Bedeutung bei“, heißt es in der Mitteilung aus Ankara. Die Türkei würde jedoch alle notwendigen Schritte zu ihrer Verteidigung unternehmen. Bereits am Mittwoch vergangener Woche war eine aus Iran abgefeuerte Rakete von einem NATO-Abwehrsystem im Luftraum des Bündnispartners Türkei zerstört worden. Die NATO hatte Iran umgehend dafür verurteilt, die Türkei „ins Visier zu nehmen“. Die türkische Regierung hatte erklärt, die Rakete habe wohl einen Militärstützpunkt auf Zypern treffen sollen und sei vom Kurs abgekommen.
Libanons Parlament verlängert eigenes MandatDas libanesische Parlament hat sein Mandat um zwei Jahre verlängert. 76 der 128 Abgeordneten hätten sich für die Verlängerung ausgesprochen, teilte der Parlamentspräsident mit. Eigentlich hätte im Mai die Wahl angestanden, die letzte fand 2022 statt. Das Parlament ist in anderen Krisensituationen wie beispielsweise in Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im benachtbarten Syrien bereits ähnlich vorgegangen. Seit vergangener Woche greift Israel regelmäßig Libanon mit Raketen an, nachdem sich die proiranische Hizbullah-Miliz in den Krieg eingeschaltet hatte und Ziele in Israel angreift. Der libanesische Präsident hat derweile eigenen Angaben zufolge die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft über die Bereitschaft des Landes informiert, Verhandlungen zur Beendigung der israelischen Angriffe wiederaufzunehmen.
Human Rights Watch verurteilt israelischen Angriff mit PhosphorDie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Israel vorgeworfen, vergangene Woche bei einem Angriff auf ein Wohngebiet in Südlibanon verbotenerweise weißen Phosphor eingesetzt zu haben. Die Organisation habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können, hieß es in einem Bericht. Ein Mitarbeiter sprach darin von schweren Folgen für Zivilisten. Die Brandeigenschaften von weißem Phosphor könnten zum Tod oder schweren Verletzungen führen, die lebenslanges Leid nach sich ziehen. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf. Weißer Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff in der Luft und brennt so lange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen über das Kriegsvölkerrecht verbietet den Einsatz von Phosphorwaffen, wenn das Risiko besteht, dass sie vor allem Zivilisten treffen.
Teheran: Fokus auf Verteidigung und VergeltungsmaßnahmenDer Iran lehnt Gespräche ab, solange das Land unter Beschuss steht. Der Iran werde sich weiterhin verteidigen, zitiert das iranische Student News Network den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. „Es macht keinen Sinn, über etwas anderes als Verteidigung und vernichtende Vergeltungsmaßnahmen gegen Feinde zu sprechen.“ Er betont, dass der Iran keinen Krieg gegen seine muslimischen Nachbarn führe, sondern „von Angreifern genutzte Einrichtungen“ zu seiner legitimen Verteidigung ins Visier nehmen müsse. Der Sprecher des Außenministeriums bestreitet, dass der Iran die Türkei, Aserbaidschan und Zypern angegriffen habe.
Tote nach Angriff auf Tel AvivBei einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel ist nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, bei dem Angriff im Großraum Tel Aviv sei ein rund 40 Jahre alter Mann getötet worden. Ein weiterer Mann sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Zaka wurde er später für tot erklärt. Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss sei auf einer Baustelle eingeschlagen, bei den Betroffenen handelte es sich um Bauarbeiter. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben.
Frankreich ruft Modschtaba Khamenei zu „radikalem Kurswechsel“ aufFrankreich hat den neuen obersten iranischen Führer Modschtaba Khamenei zu einer grundlegenden Politikänderung aufgefordert. „Das Regime muss sich zu weitreichenden Zugeständnissen und einem radikalen Kurswechsel bereit erklären“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot am Montag dem Sender „France Inter“. Iran müsse zudem die „destabilisierenden Aktionen, die für die Region und für uns selbst gefährlich sind“, beenden. „Er muss den Iranerinnen und Iranern die Schlüssel zu ihrer Zukunft zurückgeben“, betonte der Minister einen Tag nach der Ernennung des Sohnes des getöteten Ayatollahs Ali Khamenei zu dessen Nachfolger. Barrot forderte außerdem Israel und die proiranische Hizbullah auf, ihre gegenseitigen Angriffe einzustellen. Die Frage, ob Israels Militäreinsätze unverhältnismäßig seien, ließ er unbeantwortet. „Beide Seiten müssen zu der vorherigen Situation zurückkehren, zu dem Waffenstillstand, den Frankreich im November 2024 erreicht hatte“, sagte Barrot. Frankreich habe bereits sechs Millionen Euro für Hilfsorganisationen freigegeben, die sich um die libanesische Zivilbevölkerung kümmerten. Zudem sollten in Kürze 20 Tonnen Hilfsgüter in den Libanon geschickt werden.
China bekräftigt Souveränität IransChina hat die Ernennung von Modschtaba Khamenei zum neuen obersten Führer des Iran als innere Angelegenheit der islamischen Republik bezeichnet und sich gegen eine mögliche Tötung des Nachfolgers von Ayatollah Ali Khamenei gestellt. Die Ernennung Modschtaba Khameneis beruhe „auf der Verfassung“ des Iran, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Montag. China wende sich gegen die „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ anderer Länder, sagte der Sprecher weiter. „Die Souveränität, die Sicherheit und die territoriale Integrität des Iran sollten respektiert werden“, fügte er hinzu. Damit reagierte er auf eine Frage in Bezug auf Drohungen gegen den Nachfolger von Ali Khamenei, die Israel und die USA geäußert hatten. Israel hatte angekündigt, jeden möglichen Nachfolger ebenfalls zu töten. Modschtaba Khamenei war am Sonntag zum neuen obersten Führer des Iran ernannt worden. Wofür steht der Nachfolger? Lesen Sie hier mehr zu Modschtaba Khamenei von FAZ-Korrespondentin Friederike Böge.