FAZ 12.08.2026
20:29 Uhr

Liveblog Sonnenfinsternis: Totale Sonnenfinsternis taucht Teile Spaniens in Dunkelheit


Millionen Menschen beobachten partielle Sonnenfinsternis in Deutschland +++ Ansturm auf Planetarien +++ Auch Perseidenschauer am Abend erwartet  +++ alle Infos im Liveblog.

Liveblog Sonnenfinsternis: Totale Sonnenfinsternis taucht Teile Spaniens in Dunkelheit

Auch in Wiesbaden bleiben kaum Zuschauer für die Perseiden – für die müsste man doch noch eine Weile ausharren, die meisten müssen morgen arbeiten. Ein langjähriges Mitglied der Sternwarte empfiehlt Interessierten: Lieber Richtung Taunuskamm fahren, da ist‘s schön dunkel. Für mich geht’s allerdings zurück nach Frankfurt.

Der Feldberg leert sich allmählich. Die Teleskope und Kameras werden eingepackt und einige Picknickdecken eingerollt. Viele Besucher bleiben jedoch noch, um die Perseidenschauer zu beobachten, die heute Nacht noch niedergehen sollen. Andere halten von dieser Idee wenig. „Viel zu hell hier, um Sterne zu sehen“, sagt ein Besucher mit besonders imposanter Kamera über der Schulter. „Frankfurt leuchtet zu sehr.“ Wer jedoch nur mit bloßem Auge in gemütlicher Atmosphäre ein paar Sternschnuppen erhaschen möchte, bleibt vorerst sitzen.

Die totale Sonnenfinsternis in Spanien endete am Faro de la Mola auf Formentera. Am Leuchtturm steht ein Denkmal für Jules Verne. Der Turm stammt aus dem Jahr 1861 und steht auf einer 120 Meter hohen Klippe über dem Meer. Er inspirierte den Autor Jules Verne, der selbst nie dort war, zu seinem Roman Hektor Servadacs Weltraumreise.

Applaus jetzt auch in Wiesbaden: Die Sonne ist hinter dem Berg verschwunden. Durch die Spezialbrille sieht man nur noch schwarz, das Spektakel ist vorbei. Die Laune ist gut: „Wahnsinn“, hört man immer wieder, „das war was besonderes“. Ein Mitglied der Sternwarte schwärmt auch von der Stimmung unter den unzähligen Zuschauern, mit so vielen habe er nicht gerechnet. „Wie ein Festival.“ 

Als wäre es schon Nacht: Der Himmel in La Cierva in Kastilien-La Mancha vor und während der totalen Sonnenfinsternis im Vergleich:

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin versammelten sich tausende Menschen. Um kurz nach 20.00 Uhr begann sie immer wieder zu klatschen und zu jubeln, als von der Sonne nur noch eine schmale Sichel zu sehen war. „Das ist verrückt. Ich habe so was noch nie gesehen“, sagte ein junger amerikanischer Tourist einem AFP-Journalisten. 

„Jetzt ham wa genug“: Kaum ist das Maximum vorbei, packen die ersten ihre Sachen.

Das Maximum in Wiesbaden ist fast erreicht.

Die Hobbyastronomen John und Rapier stellen ihr Dobsen-Teleskop der Allgemeinheit zur Verfügung. Wer keine Brille abbekommen hat, kann hier trotzdem noch einen ganz besonders guten Blick auf die „Sofi“ bekommen. „Wir müssten jetzt bei etwa 70 bis 80 Prozent angekommen sein“, schätzen die beiden.

Auch in Wiesbaden wird es langsam kühler, die Sonne gleicht eher einer Mondsichel. Der Höhepunkt wird hier um 20.14 Uhr erwartet.

In La Cierva in Kastilien-La Mancha erinnert die Atmosphäre oberhalb des einsamen Dorfes an ein Familientreffen. Es ist noch viel Platz in dem kleinen Ort im „leeren“ Spanien, wo der Kernschatten gleich besonders gut zu sehen sein wird. 

Jetzt geht es los: Der Feldberg ist voll, und der Rand des Mondes schiebt sich langsam über die Sonnenscheibe. Die Temperatur sinkt merklich. In 40 Minuten ist das Maximum erreicht, dann werden knapp 90 Prozent der Sonne verdeckt sein. 

36 Prozent in Wiesbaden – und ich wünsche mir eine bessere Handykamera.

Iberia mit SonderflugAm Flughafen Madrid-Barajas ist am Abend ein Sonderflug gestartet: Der Flug IB1473 hat sich in der Provinz Palencia in die sogenannte Totalitätszone der Sonnenfinsternis begeben. Seit 19.33 Uhr können Interessierte Aufnahmen einer Kamera live verfolgen, die an einem Fenster des Flugzeugs angebracht ist.