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15.09.2026
14:54 Uhr
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Spezialkräfte entschärfen Sprengladung +++ Ukraine meldet erfolgreichen Test neuer Drohnenabwehrwaffe +++ Polen verstärkt Grenzposten nach russischen Angriffen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Selenskyj kündigt „unpopuläre“ Gesetzentwürfe zur Lösung der Haushaltslücke anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mehrere potenziell „unpopuläre“ Gesetzentwürfe zum Stopfen des Milliardendefizits im Haushalt angekündigt. Selenskyj erwähnte in seiner abendlichen Ansprache sieben nicht näher benannte Gesetzentwürfe, die zur „Finanzierung des staatlichen Haushaltsdefizits nötig“ seien. „Einige Sachen mögen schwierig sein, unerfreulich und unpopulär“, sagte er. „Aber ohne diese Dinge ist es derzeit unmöglich, den gesamten Bedarf unserer Verteidigung und die Widerstandskraft der Ukraine zu gewährleisten.“Das Defizit ergibt sich vor allem durch ein Minus von umgerechnet 23 Milliarden Euro im Verteidigungsbereich. Die Ukraine ist mit einer sich verschlechternden Wirtschaftslage konfrontiert. Russische Angriffe trafen unter anderem die Metallbranche und führten zu einem Rückgang bei den Agrarexporten. Das von Russland angegriffene Land ist stark auf finanzielle Unterstützung seiner westlichen Partner angewiesen.
Ukraine meldet erfolgreichen Test neuer DrohnenabwehrwaffeDie Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgreich eine neue, selbst entwickelte Waffe zur Abwehr von Drohnen getestet. Bei einem Einsatz in der Nacht sei ein Treffer erzielt und eine Drohne vom Typ „Shahed“ zerstört worden, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Einige technische Details müssen jedoch noch verfeinert werden“, sagte er weiter. „Wir brauchen noch etwas mehr Zeit.“ Die Arbeit an weiteren Entwicklungen werde fortgesetzt.Selenskyj zufolge wurden in der Nacht 93 Prozent aller russischen Drohnen abgefangen. „Das ist beachtlich. Aber natürlich wird mehr gebraucht“, sagte er. Die Ukraine entwickelt seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 verstärkt eigene Technologien zur Drohnenabwehr und konzentriert sich dabei auf Abfangraketen als effizientes und günstigeres Mittel.
Polen verstärkt Grenzposten nach russischen DrohnenangriffenNach den jüngsten russischen Drohnenangriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau und auf die ukrainische Grenzregion will Polen seine Grenzübergänge zur Ukraine befestigen. „Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass Russlands Vorgehen die Sicherheit ganz Europas gefährdet“, schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Pioniere der polnischen Armee sollen nun die Grenzposten mit sogenannten Hesco-Barrieren verstärken, wie das Oberkommando auf X mitteilte. Dies sind vom Militär verwendete Körbe aus Metall und Kunststofffolie, die mit Sand gefüllt werden. Außerdem sollen in der Nähe der Grenzübergänge Dorohusk, Medyka und Korczowa zusätzliche Beobachtungs- und Wachposten gebaut werden.
Saluschnyj spricht von einem „Krieg der Strategien und Doktrinen“Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj hat in einer neuen Kolumne den Krieg gegen Russland neu kategorisiert. Der heutige ukrainische Botschafter in Großbritannien schreibt in dem in der Ukrainska Prawda erschienenen Text, es sei „falsch, von einem Drohnenkrieg zu sprechen“. Es handle sich vielmehr um einen „Krieg der Strategien und Doktrinen, die sich unter dem Druck des Fortschritts ständig weiterentwickeln.“ Es sei deshalb falsch, sich nur auf die Weiterentwicklung einzelner Technologien zu konzentrieren. Die Bombardements seien effektiver geworden - und damit überaus grausam.
EU-Staaten vertagen wegen Streits Verlängerung von Russland-SanktionenDie EU-Mitgliedstaaten haben die geplante Verlängerung der Sanktionen gegen fast 3000 Personen und Organisationen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, auf die nächste Woche verschoben. Es bleibe nun bis nächsten Dienstag Zeit für eine Verständigung, teilte ein Sprecher der irischen Ratspräsidentschaft am Montagabend mit, nachdem mehrere Vermittlungsversuche der EU-Botschafter gescheitert waren. Ein offener Konflikt ist um die Frage entbrannt, ob zwei Oligarchen von der Sanktionsliste gestrichen werden sollen, wie es die Slowakei verlangt. Dabei handelt es sich nach übereinstimmenden Angaben um Alischer Usmanow und Michail Fridman. Die slowakische Regierung setzt sich seit längerem für beide Personen ein, ohne dafür eine substantielle Begründung zu liefern. Intern argumentierten slowakische Vertreter, dass die Listungen nicht hinreichend begründet seien. Diplomaten anderer Länder sprechen dagegen von politischen Gründen. Schon bei der Verlängerung im März hatte es darüber Streit gegeben, seinerzeit zog Bratislava sein Veto zurück. Diesmal machte es jedoch deutlich, dass es dazu nicht bereit sei. Da die gesamte Sanktionsliste nur im Konsens verlängert werden kann, müssen die Staaten nach einer Lösung suchen. Einen solchen Vorstoß machte Frankreich. In einer Sitzung der Botschafter schlug es am vorigen Freitag vor, Usmanow von der Liste zu streichen, im Gegenzug aber die Sanktionen künftig um zwölf statt wie bisher um sechs Monate zu verlängern. Letzteres hatte auch die irische Ratspräsidentschaft vorgeschlagen, allerdings erwischte der Vorstoß zu Usmanow viele Partner auf dem falschen Fuß. Von französischer Seite wurde er abstrakt mit „nationalen Sicherheitsinteressen“ begründet. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit der geplanten Freilassung eines französischen Gefangenen in Aserbaidschan.
Russische Fregatte feuert Leuchtraketen auf dänischen Hubschrauber Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat Russland scharf für einen Vorfall in der Ostsee kritisiert. Nach dänischen Angaben waren von einer russischen Fregatte am Montag zwei Leuchtraketen auf einen dänischen Militärhubschrauber abgefeuert worden, eine davon soll diesen nur knapp verfehlt haben. Frederiksen sagte, Russland wolle einschüchtern und Zwietracht säen. Das sei Teil eines Musters, das in ganz Europa zu beobachten sei. Russland verhalte sich zunehmend aggressiven und selbstbewusst. Es habe den Hybridkrieg gegen Europa intensiviert und wolle die NATO auf die Probe stellen. „Unsere Antwort darauf ist, enger zusammenzustehen und die Verteidigung Dänemarks und Europas zu stärken“, so Frederiksen. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen bestellte den russischen Botschafter ein. Dänemarks Verteidigungsminister Jeppe Bruus sagte, es gelte den Vorfall ernst zu nehmen.Auch Rasmussen sprach von einem Muster, wonach Russland bei seinen Konfrontationen risikofreudiger werde. Der Vorsitzende der Liberalen, Troels Lund Poulsen, der bis vor kurzem Verteidigungsminister Dänemarks gewesen war, sagte, Russland suche nach Möglichkeiten, einen Konflikt zu provozieren. Der Vorfall ereignete sich bei Gedser, das auf der Insel Falster gegenüber von Rostock liegt. Der Hubschrauber machte nach dänischen Angaben zum Zeitpunkt des Vorfalls aus der Luft Fotos der Fregatte. Diese war zu dem Zeitpunkt in internationalen Gewässern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die westlichen Ostseeanrainer russische Militärschiffe bei ihrer Fahrt durch die Ostsee begleiten und überwachen. Russland wiederum hat zuletzt Schiffe der Schattenflotte, mit denen es Öl aus der Ostsee bringt, mit Militärschiffen eskortiert. Seit längerem nehmen in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Spannungen im Ostseeraum zu.
Russisch-ukrainische Angriffe auf Energieanlagen gehen weiterAuch nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Russland und die Ukraine würden die Angriffe auf Energieanlagen einstellen, hat Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen angegriffen und dabei wieder eine Tankstelle getroffen. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag auf Telegram mit. Auch ein Lagerhaus sei getroffen worden. Russland hat zuletzt seine Angriffe auf Tankstellen in der Ukraine ausgeweitet. Die Ukraine griff in der Nacht auf Dienstag ihrerseits Industrieanlagen im russischen Gebiet Samara an. Die ukrainischen Behörden veröffentlichen am Dienstagvormittag Aufnahmen, die Brände auf dem Gelände einer Ölraffinerie zeigen sollen. Nach russischen Angaben wurden auch mehrere Wohngebäude beschädigt. Todesopfer gab es demnach keine. Lesen Sie mehr zu der von Trump verkündeten Waffenruhe, die Russland und die Ukraine bisher nicht bestätigen:
Von NATO in Litauen abgeschossene Drohne trug „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ Sprengsatz Kampfflugzeuge der NATO haben in der Nacht auf Dienstag über Litauen eine Drohne abgeschossen. Nach Behördenangaben ist die Drohne aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen. Im öffentlich-rechtlichen Radiosender LRT sagte der Leiter des Nationalen Krisenmanagement-Zentrums, es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Drohne einen Sprengsatz trug: „Die Trümmer ermöglichen es bisher nicht einzuschätzen, ob es eine Kampfdrohne war“, sagte Behördenchef Vilmantas Vitkauskas. Polizei und Militär arbeiteten intensiv an der Aufklärung. Über der Hauptstadtregion Vilnius und der zweitgrößten Stadt des Landes, Kaunas, wurden Luftalarmsignale ausgelöst, bevor die Drohne abgeschossen wurde. Die Drohne wurde über dem Dorf Pratkunai in Zentrallitauen abgefangen, in der Nähe des Wasserkraftwerks von Kruonis, teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Nach Angaben der Armee gibt es aber bisher keine Hinweise darauf, dass das Kraftwerk das Ziel der Drohne gewesen sei. Die Drohne wurde von einem italienischen Flugzeug abgeschossen, das im Rahmen der Luftraumüberwachung im Baltikum durch die NATO in Litauen stationiert ist. Nach Angaben des Kommandeurs der litauischen Luftwaffe wurde die Drohne mit einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen. „Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion“, schrieb Präsident Gitanas Nauseda auf der Plattform X. „Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren NATO-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.“ Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht. Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte. Die Bundeswehr baut derzeit eine deutsche Panzerbrigade in Litauen auf. Der gefechtsbereite und eigenständig handlungsfähige Kampfverband mit 4.800 Soldaten soll bis 2027 einsatzfähig sein. Es war das erste Mal, dass die NATO eine Drohne auf litauischem Gebiet abgeschossen hat. Im Mai schoss die Allianz eine Drohne in Estland ab, im August in Lettland. Mehrfach schoss die Allianz zudem Drohnen über Polen und Rumänien ab. Abgeschossen wurden Drohnen sowohl russischer wie ukrainischer Herkunft.
Ukraine greift russische Raffinerie an Die Ukraine hat in der Nacht auf Dienstag mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien auch mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie. Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur könne „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Es wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier.
Selenskyj entlässt Generalstaatsanwalt wegen KorruptionsvorwürfenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Bei Krawtschenko bleibe „nur ein Ausweg: die Entlassung“, erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. Der Generalstaatsanwalt hatte bereits vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, nachdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern bekanntgeworden waren.Krawtschenko, der die Vorwürfe in seiner Rücktrittserklärung als „durch nichts belegt“ bezeichnet hatte, erklärte auf Telegram, er befinde sich inzwischen im Ausland. Er wolle die internationalen Partner der Ukraine über „die tatsächliche Lage innerhalb der Antikorruptionsbehörden“ sowie über „Anzeichen einer unkontrollierten Konzentration von Einfluss durch sie“ informieren. Zugleich gab Krawtschenko bekannt, Strafanzeige gegen den Direktor der ukrainischen Antikorruptionsbehörde Nabu, Semjon Krywonos, gestellt zu haben. Der Generalstaatsanwalt warf Krywonos vor, „amtliche Dokumente gefälscht“ zu haben.Vor knapp einer Woche hatten die Antikorruptionsbehörde Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Geldwäschenetzwerk aufgedeckt zu haben, das „von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt“ worden sei. Den Ermittlern zufolge erhielt das Netzwerk Geld, um betrügerische Callcenter zu schützen. Es seien „Vermögen in Millionenhöhe“ gewaschen worden. Mit den Bestechungsgeldern wurden demnach Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände bezahlt.Nach Schätzungen der Schweizer Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime beschäftigen illegale Callcenter in der Ukraine fast 60.000 Menschen und erwirtschaften im Monat bis zu eine Milliarde Dollar (860 Millionen Euro).
Trump: Russland und Ukraine unterlassen Angriffe auf Energieinfrastruktur des jeweils anderenDer amerikanische Präsident Donald Trump hat erklärt, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, Energieanlagen des jeweils anderen Landes nicht mehr anzugreifen. „Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der US-Präsident hatte am Sonntag gesagt, er habe die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf russische Diesel-Infrastruktur einzustellen. Die Attacken würden einen weltweiten Kraftstoffmangel verursachen; es gebe genügend andere Ziele.
Merz: Europa steht vor entscheidenden Wochen über Krieg und Frieden Europa steht nach Ansicht von Kanzler Friedrich Merz „höchstwahrscheinlich“ vor entscheidenden Wochen oder Monaten bei der Verteidigung der Freiheit und des Friedens. Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Menschen davon zu überzeugen, dass dies im deutschen Interesse liege. „Jetzt müssen wir standhaft bleiben, bis dieser schreckliche Krieg vorbei ist. Wenn Russland Erfolg hat, wird dies unvorhersehbare und beispiellose Folgen für uns alle haben. Auch für Deutschland“, sagte Merz auf dem EU-Arktis-Gipfel in Finnland.
Moskau verteidigt Angriffe auf ukrainische Ziele nahe der polnischen GrenzeRussland hat am Montag seine Angriffe auf Ziele nahe der polnischen Grenze am Vortag verteidigt. „Es geht um ukrainisches Territorium“, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz auf eine Frage der Nachrichtenagentur AFP. „Unser Militär führt seine Einsätze auf dem gesamten ukrainischen Territorium aus und wird dies auch weiter tun.\" Polnischen und ukrainischen Behörden zufolge hatte eine russische Drohne am Sonntag die Lokomotive eines Passierzugs auf der Strecke Kiew-Warschau getroffen. Der Angriff erfolgte demnach zwei Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt, ohne dass es dabei Verletzte gab. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, er nehme den jüngsten Drohnenangriff an der ukrainisch-polnischen Grenze sehr ernst. Der russische Präsident Wladimir Putin täusche immer wieder Gesprächs- und Friedensbereitschaft vor, um wenig später erneut zu eskalieren, äußerte der SPD-Politiker in der nordostdeutschen Stadt Wolgast. Dies solle den Menschen in Deutschland und Europa Angst vor einer Ausweitung des Krieges machen. „Das ist gefährlich, was Wladimir Putin da macht“, sagte Pistorius weiter. Es komme darauf an, besonnen zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. Gleichzeitig dürfe kein Zweifel an der eigenen Verteidigungsbereitschaft aufkommen.
Mutmaßliche Spionin Russlands in Berlin angeklagtDie Bundesanwaltschaft hat in Berlin Anklage gegen eine mutmaßliche Spionin Russlands erhoben. Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft der deutschen und ukrainischen Staatsangehörigen vor, einen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft mit Informationen versorgt zu haben, wie sie am Montag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Klage gegen Ilona W. wurde demnach schon am 7. September 2026 vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts in Berlin erhoben. Die Angeklagte war im Januar festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft betrieb Ilona W. in Berlin eine Marketingagentur und war zudem Vorsitzende eines Lobbyvereins. Dadurch sei sie auch in militärischen und politischen Kreisen vernetzt gewesen. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie Kontakt zu einem hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft in Berlin unterhalten haben. Diesen versorgte die Beschuldigte mit Hinweisen zu hochkarätigen Veranstaltungen und organisierte, dass er diese – teilweise unter falschem Namen – besuchen konnte. Des Weiteren versuchte Ilona W. laut Bundesanwaltschaft, Personen aus dem Verteidigungsministerium sowie aus der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen. Offenbar sammelte sie demnach auch Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie, insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskieges gegen die Ukraine.