Der Mainzer Spezialglashersteller Schott bekommt überraschend einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Von Oktober an soll der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Ventilatorenherstellers EBM-Papst, Stefan Brandl (58), das Stiftungsunternehmen führen. Schott-Chef Torsten Derr wird das Unternehmen nach nicht einmal zwei Jahren an der Spitze verlassen. Nach Angaben von Schott hat der Rückzug rein persönliche Gründe und sei einvernehmlich mit dem Aufsichtsrat beschlossen worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Bolle verabschiedete Derr in einer Mitteilung mit besten Wünschen und wohlwollenden Worten – in der Regel ein Zeichen dafür, dass es keine strategischen Differenzen gab. Im Vorjahr war der Gewinn des Unternehmens wegen Abschreibungen auf das schwächelnde Haushaltsgeschäft mit Ceran-Kochfeldern von 400 Millionen auf 230 Millionen Euro deutlich zurückgegangen. Schott, wie Carl Zeiss ein Tochterunternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung, beschäftigt 17.400 Mitarbeiter und setzte zuletzt gut 2,8 Milliarden Euro um. Der designierte neue Vorstandschef kennt die Gesellschaft in seiner Funktion als langjähriges Aufsichtsratsmitglied. Seine Karriere gestartet hat der studierte Elektroingenieur beim Ventilatorenhersteller EBM-Papst, stieg dort von 2017 bis 2021 zum Vorsitzenden der Geschäftsführung auf. Danach wechselte er als Vorstandschef und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates an die Spitze des bayerischen Automobilzulieferers Dräxlmaier. Künftig will er sich nur auf Schott konzentrieren, seine Posten bei Dräxlmaier gibt er auf.
