Angefacht von starkem Wind brennen südöstlich von Madrid drei große Waldbrände unkontrolliert weiter. Zwei separate Feuer vereinten sich am Freitag zu einer Front, während sich aus der Nachbarprovinz Ávila ein weiterer Waldbrand auf das Gebiet der spanischen Hauptstadt zubewegte. Mehr als 6000 Hektar wurden bereits ein Raub der Flammen. Mehr als 11.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, unter ihnen Bewohner mehrerer Altersheime. Am Freitagmittag wurden drei weitere Orte geräumt. Auf Bitten der überforderten Regionalregierung rief die Zentralregierung für die Katastrophengebiete „Notstand nationaler Tragweite“, der es erlaubt, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren. Am Freitag tagte zum ersten Mal die staatliche Koordinierungskommission unter der Führung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, der von einer „dramatischen“ Lage sprach. Die Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso nannte das Feuer „den schlimmsten Brand in der Geschichte der Region“. Es sei wichtig, zu verhindern, dass sich die drei Brände vereinten, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Wegen der Windgeschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde und hoher Temperaturen sei es ein „kritischer Tag mit einer äußerst widrigen Lage“. Die EU hilft mit vier Löschflugzeugen aus Italien und Griechenland Am Freitag kämpften knapp 300 Feuerwehrleute und Soldaten der Notfalleinheit UME gegen die Flammen, deren brauner Rauch in einer großen Wolke auch über Teile des Zentrums der Hauptstadt gezogen war. Am Freitag forderte die spanische Regierung über den zivilen Krisenmechanismus der EU mindestens vier Löschflugzeuge an. Griechenland und Italien verlegten umgehend jeweils zwei Maschinen nach Spanien. Wie bei den verheerenden Waldbränden im vergangenen Jahr könnten auch Feuerwehrkräfte zu Hilfe kommen. Im August 2025 beteiligten sich auch Einheiten aus Deutschland. Nordöstlich von Madrid war in der Provinz Guadalajara immer noch einer der größten Brände der vergangenen Jahrzehnte vollständig gelöscht. Das Feuer zerstörte dort mehr als 35.000 Hektar. In ganz Spanien wurden in diesem Sommer nach Angaben des Umweltministeriums Waldbrände in ganz Spanien seit Jahresbeginn rund 115.000 Hektar verwüstet – fast fünfmal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Fläche wuchs am Freitag rapide weiter. In Spanien hatten ungewöhnlich ergiebige Niederschläge im Winter und im Frühjahr dazu geführt, dass die Vegetation wucherte, die während des extrem heißen Sommers austrocknete und den Flammen reichlich Nahrung bietet. Wissenschaftler bringen diese Wetterextreme mit dem Klimawandel in Verbindung. In Spanien kamen in diesem bereits 13 Menschen bei einem Feuer in der Mittelmeerprovinz Almería ums Leben.
