FAZ 28.09.2026
13:15 Uhr

Oréliens KI-Buch: Feigheit vor dem Thema?


Erst fand der Roman von Thélyson Orélien in Frankreich begeisterte Verteidiger gegen den Vorwurf, er sei mittels KI verfasst. Jetzt wird die Beweislast erdrückend. Und wer das Buch liest, kann sich nur wundern über dessen Fürsprecher.

Oréliens KI-Buch: Feigheit vor dem Thema?

Der französische Bücherherbst verdankt Thélyson Orélien seinen Überraschungserfolg und seine Polemik. Zuerst sah alles gut aus: Der Romanerstling „C’était ça ou mourir“ (Das oder sterben) verkaufte sich satte 35.000 Mal, wurde von dem prominenten Autorenkollegen Gaël Faye beworben und galt als Favorit für die Literaturpreise. Am Montag letzter Woche, nur Stunden nachdem Orélien den Romanpreis der Kulturkaufhauskette Fnac erhalten hatte, warf der X-Account „Balance ton Claude“ („Verpfeif deinen Claude“, eine Anspielung auf den KI-Agenten von Anthropic und den MeToo-Account „Balance ton porc“) ihm vor, den Roman mittels KI geschrieben zu haben. Die Woche über beharkten sich zwei Lager, die der politischen Front zwischen Rechts und Links entsprachen; es bestätigte diese Sicht, dass hinter „Balance ton Claude“ Samuel Fitoussi steht, ein antiwoker Autor des konservativen „Le Figaro“, wie dann am Freitag bekannt wurde.

Ein „literarisches Knallbonbon“: Dem Werk des Kinderbuch-Autors Paul Maar soll in Hallstadt bei Bamberg ein Museum eingerichtet werden. Dagegen regt sich Widerstand. Warum?

Die Gefahr durch Extremisten in Deutschland ist groß. Doch Präventionsarbeit an Schulen beschäftigt sich meist nur mit dem Rechtsextremismus. Unser Autor ist Lehrer und meint: Die Demokratiebildung muss diverser werden.

Ein „Tatort“ dauert 90 Minuten. In „Explosive Mischung“ mit Lena Odenthal und Johanna Stern vollzieht sich die Story auch in dieser Zeit. Sie erzählt von einem Bankräuber, verlorenen Jugendlichen und häuslicher Gewalt.

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