FAZ 24.07.2026
14:47 Uhr

TÖdliche Attacke in Bank: Angreifer von Regensburg war kurz vorher in Polizeigewahrsam


Nach der tödlichen Messerattacke in einer Bank in Regensburg gibt die Polizei weitere Details zur Tat bekannt. Der 20 Jahre alte Deutsche befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

TÖdliche Attacke in Bank: Angreifer von Regensburg war kurz vorher in Polizeigewahrsam

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bankmitarbeiter in Regensburg sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Der 20 Jahre alte Deutsche werde dringend des Mordes und der schweren räuberischen Erpressung verdächtigt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in einer Pressekonferenz mit. Der Mann soll mit einem Messer auf den Mitarbeiter in der Bank eingestochen haben, der später im Krankenhaus starb. Weniger als 24 Stunden vor der Tat war der Verdächtige in Polizeigewahrsam. Er sei zur Polizei gekommen und habe sich selbst stellen wollen, unter anderem weil er seinen Angaben zufolge eine Bierflasche auf ein Polizeigelände geworfen habe, sagte Polizei-Einsatzleiter Erwin Frankl am Freitag. Es habe jedoch keine Haftgründe gegeben, weswegen der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei. Der junge Mann sei in den vergangenen Jahren wiederholt polizeilich wegen kleinerer Delikte in Erscheinung getreten. Unter anderem sei er mehrmals vermisst worden, als er nicht rechtzeitig in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung zurückgekehrt war. Gegen ihn war bereits in der Vergangenheit ein Waffenbesitzverbot ausgesprochen worden, nachdem er in der Vergangenheit mit einem Messer und einem Elektroschocker angetroffen worden war. Es gebe derzeit aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann schuldunfähig sei. Er werde untersucht. Drogen seien bei dem 20-Jährigen nicht gefunden worden, sagte  Frankl. Mitarbeiter wohl Zufallsopfer Der getötete Bankmitarbeiter war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wohl ein Zufallsopfer. Das Motiv des 20 Jahre alten mutmaßlichen Täters sei bislang noch „relativ unklar“, sagte ein Kriminalpolizist in der Pressekonferenz. Der mutmaßliche Angreifer habe einen Zettel in der Bank dabeigehabt, auf dem etwas von einem Überfall und einem Bankraub gestanden habe, sagte Fuchs. Dann habe er ein Küchenmesser in die Luft gehalten, sei an dem Tresen vorbei zu dem Mitarbeiter gegangen und habe mehrfach auf den Bankmitarbeiter eingestochen. Danach habe sich der Angreifer in andere Räume zurückgezogen. Bargeld hätte der 20-Jährige in der Filiale laut Polizei ohnehin nicht erbeuten können. Es handle sich um eine bargeldlose Filiale. Hinweise auf eine psychische Erkrankung des deutschen Staatsbürgers lägen nicht vor, sagte Thomas Schug von der Staatsanwaltschaft Regensburg. Polizei holte Menschen nach draußen Ein Elternpaar mit Baby sowie andere Beschäftigte und Kunden haben die Gewalttat nach Angaben der Ermittler miterlebt. Es sei ihnen gelungen, mit dem schwer verletzten Opfer in einen anderen Raum zu gelangen. Dort leisteten sie Erste Hilfe. Die inzwischen eingetroffene Polizei konnte die Menschen sowie das Opfer über ein Fenster nach draußen holen. Der Tatverdächtige befand sich demnach zu diesem Zeitpunkt im hinteren Teil der Filiale. Bei der Bankfiliale handelt es sich um eine Hypovereinsbank. „Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust eines unserer Kollegen infolge dieses tragischen Vorfalls“, teilte die Bank am Abend auf Anfrage mit. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden sowie bei den weiteren betroffenen Kolleginnen und Kollegen.“ Die Unterstützung der Mitarbeitenden habe nun höchste Priorität. Die Bank arbeite zugleich eng mit den Behörden zusammen. Zunächst Geiselnahme befürchtet Die Sicherheitskräfte hatten zunächst eine Geiselnahme befürchtet. Die Zahl der im Gebäude befindlichen Personen blieb lange unklar, ebenso das Motiv der Tat. Letztlich konnten die Beamten zwei Menschen unversehrt herausbringen. Danach fassten Spezialkräfte den Tatverdächtigen in dem Gebäude. Er habe keinen Widerstand geleistet und sei unverletzt geblieben, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Im Anschluss suchten die Einsatzkräfte das Gebäude ab, um dann der Spurensicherung das Feld zu überlassen. Die Polizei ging rasch von einem Einzeltäter aus. „Hinweise auf einen zweiten Tatverdächtigen liegen derzeit nicht vor“, hieß es wiederholt.