FAZ 17.08.2026
12:38 Uhr

Von Lkw bis Roboter: Fünf Köpfe, auf die Sie diese Woche achten sollten


Vom Gründer einer Roboterfirma zum Erfinder des Lkws, einem US-Präsidenten, Kartons bis zu einem Showmaster. Wer diese Woche eine Rolle spielt und warum.

Von Lkw bis Roboter: Fünf Köpfe, auf die Sie diese Woche achten sollten

Karin Rådström Deutschland ist nicht nur das Land des ersten Autos, entwickelt 1885 von Carl Benz, sondern auch des ersten Lastwagens, 1896 erfunden und am 18. August präsentiert von Gottlieb Daimler. Daraus entstand längst der größte Lkw-Hersteller der westlichen Welt namens Daimler Truck, 2021 abgetrennt vom Autohersteller Mercedes-Benz. Das Erbe von Gottlieb Daimlers Lastwagen liegt nun in den Händen von Karin Rådström. Die schwedische Ingenieurin kam 2021 vom Lkw-Hersteller Scania zu Daimler Truck und ist seit 2024 Vorstandsvorsitzende. Sie will aber nicht zurückblicken, sondern stellte die Jubiläumskampagne unter die Überschrift „130 Years of Forward“. Was wirklich zähle: „Unseren Kunden ermöglichen, die Welt in Bewegung zu halten.“ Bill Clinton Bill Clinton wird am 19. August 80 Jahre alt. Zu den Erfolgen des demokratischen Präsidenten gehörten das nordamerikanische Freihandelsabkommen, Budgetüberschüsse und ein reformierter Sozialstaat. Die Gesundheitsreform, mit der seine Frau Hillary Clinton betraut war, kam nicht durch den Kongress. Ein Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern scheiterte am PLO-Chef Yassir Arafat. Mit gemischten Gefühlen wird heute die Öffnung des Handels mit China gesehen. Affären überschatteten die Arbeit des politischen Jahrhunderttalents. Als seine zweite Amtszeit endete, hatte er dennoch größere Zustimmungswerte als die meisten Präsidenten vor ihm. Wang Xingxing Seine Roboter in Menschenform sind schon weltbekannt. Bald könnte Wang Xingxing es auch selbst sein. Denn Wang wird wohl in dieser Woche mit seinem Unternehmen Unitree in Shanghai an die Börse gehen, gut abgestimmt parallel zur Weltrobotikmesse in Peking. Das Interesse ist riesig, die Aktie des Unternehmens aus Hangzhou in Ostchina war bei Privatanlegern 5500-mal überzeichnet. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Chinas Präsident Xi Jinping hat Wang schon die Regierungschefs zwei der drei größten Volkswirtschaften der Welt getroffen. Jetzt schickt er sich mit seinen humanoiden Robotern an, selbst zu einer Person der Zeitgeschichte zu werden. Peter Oswald Viele Unternehmer beschweren sich über die neue EU-Verpackungsverordnung. Nicht so Peter Oswald, Vorstandsvorsitzender des Herstellers von Faltschachteln, Mayr-Melnhof Karton AG, kurz: MM Group. Er meint aber, dass Karton und Papier auf Altpapierbasis zu wenig gefördert würden. Schließlich sieht Oswald das von ihm geführte Familienunternehmen als weltgrößten Hersteller von Recyclingkartons. Mehr zum Thema ist am Freitag bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz zu erwarten. Enzo Tortora Der bekannte italienische Showmaster Enzo Tortora (1928 bis 1988), sozusagen der Hans-Joachim Kulenkampff oder Thomas Gottschalk Italiens, soll offiziell zum ersten Märtyrer der italienischen Justiz werden. Das Abgeordnetenhaus billigte ein Gesetz für die Einführung eines Gedenktags „für die Opfer der Justizirrtümer“, des Jahrestags der Verhaftung von Tortora. Das Gesetz kommt nun in den Senat, die zweite Kammer des Parlaments. Daraus entsteht ein weiterer Schritt im Konflikt zwischen Italiens Politik und Justiz. Tortora saß sieben Monate in Untersuchungshaft, war zu zehn Jahren verurteilt worden wegen angeblicher Zusammenarbeit mit der Camorra. Er wurde im Berufungsverfahren vollständig rehabilitiert. Die Hinfälligkeit der angeblichen Beweise hätte man schon am ersten Tag der Ermittlungen feststellen können.