Das Zentrale Wahlkomitee in Israel hat alle Parteien, die vorwiegend die palästinensische Bevölkerungsgruppe vertreten, von der Knesset-Wahl am 27. Oktober ausgeschlossen. Die Anträge, drei rechten und rechtsradikalen Parteien die Teilnahme an der Wahl zu untersagen, lehnte das Gremium am Donnerstag hingegen ab. Die Entscheidung darüber, ob auch die linken „Demokraten“ ausgeschlossen werden, stand am Nachmittag noch aus. All diese Entscheidungen müssen vom Obersten Gericht überprüft werden. Beobachtern zufolge ist es unwahrscheinlich, dass der Ausschluss der Raam-Partei und der „Gemeinsamen Liste“ dort Bestand haben wird. Das Oberste Gericht legt bei Wahlausschlüssen üblicherweise eine hohe Messlatte an. Das Zentrale Wahlkomitee gilt dagegen als politisiertes Gremium, da es sich aus Vertretern der Parlamentsfraktionen zusammensetzt. Ob das Gericht den ebenfalls beschlossenen Ausschluss zweier einzelner Politiker bestätigt, ist hingegen offen. Ofer Cassif von der jüdisch-arabischen Hadasch-Partei wurde vorgeworfen, er lehne die Existenz Israels als jüdischen und demokratischen Staat ab. Sami Abu Schehadeh von der palästinensisch-israelischen Balad-Partei soll in einem Artikel vom 8. Oktober 2023 den bewaffneten Kampf gegen Israel gutgeheißen haben. Diese Gründe sowie Anstachelung zum Rassismus wurden auch bei den Parteiausschlüssen als Gründe genannt.
