Amazon muss nicht bis Ende Juli die Hälfte der Satelliten für die Konstellation Leo in den Orbit bringen. Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat die entsprechende Auflage ausgesetzt.
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09.06.2026 13:34 Uhr |

Amazon muss nicht bis Ende Juli die Hälfte der Satelliten für die Konstellation Leo in den Orbit bringen. Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat die entsprechende Auflage ausgesetzt.
Die FCC genehmigte Amazon 2020 den Aufbau der Leo-Konstellation (die damals noch Kuiper hieß) aus 3232 Satelliten. Bis Ende Juli dieses Jahres sollte der Konzern die Hälfte der Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) bringen. Ende Juli 2029 soll der Aufbau der Konstellation abgeschlossen sein.
Bereits vor der Explosion der Rakete New Glenn von Blue Origin war absehbar, dass Amazon es nicht schaffen wird, die geforderten 1616 Satelliten bis Ende Juli ins All zu bringen. Aktuell sind es rund 330 Satelliten. In Januar beantragte Amazon deshalb einen Aufschub von 24 Monaten bei der FCC.
Dem hat die FCC stattgegeben. Entsprechend hat Amazon jetzt bis Juli 2028 Zeit für die erste Hälfte seiner Satelliten. An der Frist für den Aufbau der kompletten Konstellation bis Juli 2029 hält die Regulierungsbehörde jedoch fest.
„Die Ausnahmegenehmigung ist im öffentlichen Interesse, weil sie den Aufbau einer zweiten großen Satelliten-Breitbandkonstellation fördert“, begründet die FCC ihre Entscheidung. „Derzeit bietet mit SpaceX nur ein Betreiber US-Kunden Breitbanddienste aus einer niedrigen Umlaufbahn an.“ Amazon Leo werde wegweisend, was die Qualität und die Koste für die Nutzung angehe.
Amazon kündigte im März an, die Frequenz an Satellitenstarts deutlich zu erhöhen. Dazu habe das Unternehmen Startkapazitäten bei der Blue Origin, ArianeGroup, United Launch Alliance (ULA) und sogar beim großen Konkurrenten SpaceX gebucht.
Die Vulcan Centaur von ULA und die New Glenn bieten die größten Kapazitäten mit 40 und 48 Satelliten pro Start. Die New Glenn von Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin steht nach der Explosion im Mai vorerst nicht zur Verfügung – die Reparatur der schwer beschädigten Startrampe könnte sich bis 2028 hinziehen.
Der nächste Start ist für die kommende Woche geplant: Eine europäische Ariane 6 soll 36 Satelliten in den Orbit bringen. Der Satelliteninternetdienst soll voraussichtlich in den kommenden Monaten zur Verfügung stehen.
(wpl)