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08.07.2026
12:00 Uhr
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„Assassin’s Creed: Black Flag Resynced“ steigt runderneuert aus den Fluten und wirft so einigen spielerischen Ballast der erfolgreichen Reihe über Bord.

Ist es die Spielwelt? Das entschlackte Spielprinzip? Der traumhafte Look? Vermutlich alles zusammen. Über zehn Jahre nach dem Original lässt Ubisoft in „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ die Piraten erneut von der Leine. Das ist keine lieblose Cashcow, sondern ein detailverliebtes Remake mit neuer Grafik, neuen Inhalten und den Stärken des Originals von 2013. Unweigerlich fragten wir uns, warum Ubisoft Millionen in ein Spiel wie „Skulls and Bones“ gesteckt hat, wenn das nahezu perfekte Piratenabenteuer seit Jahren in einer Schatztruhe auf irgendeiner Insel vermoderte.
Unendliche Weiten, furchtlose Piraten – Anfang des 18. Jahrhunderts ist die Karibik Schauplatz zahlreicher Kämpfe zwischen Freibeutern, Engländern und Spaniern. Der Tagelöhner Edward Kenway sieht seine Zukunft auf See, verlässt seine Frau Caroline mit dem Versprechen, als reicher Mann wiederzukommen, und stürzt sich in die Fluten. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Aus Monaten werden Jahre und schließlich trägt Edward zwar seinen Piratenhut, gerät aber in den Machtkampf zweier Geheimkulte, der sein Leben und das seiner Freunde entscheidend verändern wird.
In der Zeitlinie der verworrenen „Assassin’s Creed“-Reihe ist „Black Flag“ ein Prequel zu „Assassin’s Creed 3“, das einige Jahrzehnte später zu Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges spielt. Folglich tauchen neben historischen Persönlichkeiten wie den Piratenlegenden Blackbeard und Anne Bonny auch Figuren auf, die im weiteren Verlauf der Reihe wesentliche Rollen spielen. Allen Teilen gemein ist der ewige Kampf zwischen Templern und Assassinen, die aus dem Hintergrund die Geschicke der Menschheit beeinflussen.
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Während in den folgenden Teilen der Reihe die Story zugunsten eines ausufernden Spielprinzips in den Hintergrund rückte, ist „Black Flag“ ein storylastiges Open-World-Action-Abenteuer. Die Geschichte Edwards hat eine starke tragische Note, bei der Verräter und Opfer seinen blutigen Weg säumen. „Black Flag“ ist ernster als andere Teile der Reihe und so realitätsnah, wie ein Action-Abenteuer über Super-Assassinen und fiese Templer auch nur sein kann.
In „Resynced“ hat sich an der Story kaum etwas geändert. Neben einer kielüberholten Grafik bietet das Remake feingetunte Spielmechaniken und teilweise neue Spielinhalte wie eine mehrstündige Nebenquest, die neue Figuren einführt. Die Ausflüge in die „moderne Zeit“, in denen die Spieler mittels des „Animus“ aus den Erinnerungen ihrer Vorfahren erwachen, sind gestrichen. Stattdessen schalten sich an entscheidenden Punkten der Geschichte Portale frei, in denen Edward bei einem Geschicklichkeitsparkour alternative Entwicklungen seiner Geschichte erlebt.
Das Spiel setzt spielerisch auf den Reihe-typischen Mix aus Action, Parkour und Schleichen. Edward belauscht und verfolgt seine Opfer, schwingt sich über die Dächer und dringt in feindliche Basen ein. Dank sogenannter Adlersicht kann er aus der Höhe wichtige Feinde markieren oder seinen sechsten Sinn einsetzen, um Gegner an ihrer Wärmesignatur zu erkennen. Ist das historisch korrekt? Nö, aber im Kampf sehr effektiv. Einmal entdeckt, wehrt sich Edward mit Säbel oder Pistole. Ausweichen, parieren, zuschlagen – mehr nicht.
Wie? Kein Fertigkeitenbaum? Kein verkrampftes Rumgedrücke auf dem Gamepad? Ja, das Piratenabenteuer verzichtete schon beim ersten Anlauf 2013 nahezu komplett auf Rollenspielelemente. Edward kann sich mit Säbel und Pistole ausrüsten, hat vielleicht noch einen Talisman mit ein paar Boni, aber das war’s. Selbst die einzelnen Gebiete sind nicht in Erfahrungsstufen, sondern in „Leicht“, „Mittel“ und „Schwer“ aufgeteilt. Das führt zu schwungvollen und flüssigen Kämpfen. Das kann einigen Spielern vielleicht zu simpel erscheinen, denn wie immer stellen sich Gegner nicht besonders clever an und sind leicht auszukontern. Für jeden Spieler, der einmal ratlos auf einen Fertigkeitenbaum gestarrt und sich vor den Schlagkombinationen gefürchtet hat, ist diese Rückkehr zum puristischen Säbelgerassel aber eine Wohltat.
einen Talisman mit ein paar Boni, aber das war’s. Selbst die einzelnen Gebiete sind nicht in Erfahrungsstufen, sondern in „Leicht“, „Mittel“ und „Schwer“ aufgeteilt. Das führt zu
Eine Besonderheit von „Black Flag“ sind auch diesmal die Seeschlachten. Neben den Landmissionen muss Edward feindliche Schiffe jagen. Dafür bekommt er gleich zu Anfang ein wendiges Schiff, das er mit Kanonen und Mörsern ausrüsten kann. Mit einer Breitseite richtet sein Schiff den meisten Schaden an, die Frontkanonen können Segel zerstören. Ist der Feind einmal bewegungsunfähig, entert Edward mit seiner Mannschaft das Schiff. Dann kann er es nach einem kurzen Kampf entweder zu Reparaturmaterial verwerten oder nimmt es in seiner eigenen Flotte auf, um es später auf kleine Missionen zu schicken.
Edward ist nämlich nicht nur ein Mann der Action, sondern baut sich neben seinen Missionen auch eine eigene kleine Siedlung auf, die seine Schatzkammer füllt. Er baut mit erbeutetem Geld und Rohstoffen einen Gemischtwarenladen, wo er Munition und Medizin kauft, oder engagiert Hafenmeister, um sein Schiff auszurüsten. Selbst ein Bordell für seine Crew darf nicht fehlen.
Neben diesem simplen Aufbaustrategie-Element kann Edward die Harpune rausholen und Haie jagen oder in eine Taucherglocke steigen, um tief unter Wasser wertvolle Truhen zu entdecken. All das bringt ihm Gold, Ausrüstung und Rohstoffe. Damit kann er einen neuen Waffengürtel basteln oder seine Medizintasche erweitern.
Selbst das Missionsangebot passt sich diesem puristischen Spielprinzip an. Zwar gibt es neben der Story immer noch genug zu tun – hier ein Assassinen-Auftrag, dort eine Schatzkarte und ein kleines Rätsel – aber die Weltkarte ist nicht so überladen wie zuletzt in „Assassin’s Creed Shadows“. „Black Flag Resynced“ wirkt im Vergleich zur hauseigenen Konkurrenz fokussierter. Das verhilft „Resynced“ zu einem gelungenen, entschlackten Comeback. Flüssig, spannend und traumhaft anzusehen.
„Resident Evil 2“, „Dead Space“ und nun „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“. Ubisofts Piratenabenteuer reiht sich locker in die Reihe hervorragender Remakes ein, die mit hohem Aufwand Fan-Service liefern. Traumhafte Landschaften, spannende Seeschlachten und viel zu entdecken – „Resynced“ ist eine scheinbar bodenlose Schatztruhe voller Abenteuer.
Tatsächlich ist es nach „Shadows“ oder „Valhalla“ auch endlich wieder ein „Assassin’s Creed“, bei dem wir bei der Story mitgefiebert haben. Weniger Rollenspiel? Geschenkt. Dafür spielt sich alles schwungvoller und lebendiger. Das mag manchen Spielern zu leicht erscheinen, sorgt aber für einen unkomplizierten Spielfluss, den die Reihe zuletzt vermissen ließ. Da stört es wenig, dass die Gegner meist keine Herausforderung sind und sich leicht austricksen lassen. „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ könnte die Blaupause sein, auf der Ubisoft weitere Titel der Reihe aufbauen kann.
„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ erscheint am 9. Juli für Windows, PS5 und Xbox Series. Es kostet ca. 60 Euro. USK ab 16. Für unseren Test haben wir die Windows-Version durchgespielt.
(dahe)