Anthropic bringt seinen KI-Agenten Claude Cowork auf Web und Smartphones, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Derweil soll das Frontier-Modell Fable 5 etwas länger als zuletzt geplant in den Abos verfügbar bleiben.
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08.07.2026 07:58 Uhr |

Anthropic bringt seinen KI-Agenten Claude Cowork auf Web und Smartphones, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Derweil soll das Frontier-Modell Fable 5 etwas länger als zuletzt geplant in den Abos verfügbar bleiben.
Cowork soll Nutzern die Kommandozeile von Claude Code ersparen: Der Agent arbeitet im gewohnten Chat-Fenster, bekommt aber Zugriff auf Dateien, Kalender, E-Mail-Postfach und weitere verbundene Programme, um Aufgaben eigenständig und „agentisch“ auf dem Rechner zu erledigen. Bislang lief Cowork nur als Desktop-Anwendung, jetzt startet der Dienst auch über den Browser oder die mobilen Apps für iOS und Android, schreibt Anthropic in seinem Blog. Der Zugang ist vorerst auf Abonnenten des teuersten Plans Max beschränkt, weitere Tarife folgen später.
Angefangene Aufgaben lassen sich auf jedem Gerät weiterverfolgen, vom Notebook über das Smartphone bis zum Browser. Cowork arbeitet zudem in der Cloud weiter, wenn kein eigenes Gerät online ist. Geplante Aufgaben lassen sich etwa für den frühen Morgen ansetzen, sodass Claude über Nacht E-Mails auswertet und ein Briefing-Dokument vorbereitet, das beim PC-Start abgelegt wird.
Cowork ist nicht das einzige Projekt, mit dem Anthropic über den klassischen Chat hinausgeht. Erst vor wenigen Wochen brachte das Unternehmen mit Claude Tag einen KI-Kollegen für Slack, der Aufgaben in Kanälen selbstständig verfolgt. Auf Web und Desktop wachsen Chat und Cowork nun außerdem zu einer gemeinsamen Oberfläche zusammen: In jedem neuen Chat-Fenster können Nutzer auswählen, ob sie den klassischen Chatbot oder den Cowork-Agenten sprechen möchten.
Am Desktop bleibt Cowork die vollständigste Variante, weil der Agent dort zusätzlich auf lokale Dateien und den Browser zugreifen kann. Wer bislang keine Desktop-App installieren durfte, etwa auf Firmengeräten mit eingeschränkten Rechten, erreicht Cowork über Web und mobile Apps nun trotzdem erstmals.
Passend zum Web- und Handy-Start von Cowork hat Anthropic auch Nutzungsdaten veröffentlicht: Bei einer Stichprobe von 1,2 Millionen anonymisierten Cowork-Sitzungen aus mehr als 600.000 Organisationen entfielen über 90 Prozent nicht auf Softwareentwicklung. Die größten Kategorien waren mit 33,4 Prozent allgemeine Geschäftsprozesse wie das Zusammenführen verstreuter Updates in einem Bericht sowie mit 16,4 Prozent das Verfassen von Texten wie Entwürfen, Präsentationen oder Vorschlägen, zeigt die Auswertung. Softwareentwicklung kam nur auf 8,7 Prozent.
Cowork frisst aktuell nur die Hälfte des eigentlich anfallenden Token-Volumens, um Usern den Einstieg zu erleichtern. Anthropic hat die verdoppelten Nutzungslimits für Cowork nun bis zum 5. August verlängert.
Zudem verlängert Anthropic den Zugang zu seinem stärksten Endkunden-Modell: Claude Fable 5 soll nun bis zum 12. Juli in den Abo-Stufen von Claude enthalten sein. Ursprünglich sollte die Integration des aktuell leistungsfähigsten Anthropic-Modells bereits am 7. Juli enden. Danach ist Fable nicht mehr im Abo enthalten und kann nur über Nutzungsguthaben verwendet werden.
Es ist bereits die zweite Fristverlängerung für Fable 5 innerhalb weniger Wochen. Mitte Juni hatte die US-Regierung mit einer Exportkontrollverfügung den Zugang zu Fable 5 und dem noch leistungsfähigeren Modell Mythos 5 für alle Nutzer weltweit vorübergehend gesperrt, nachdem Amazon-Forscher einen Weg gefunden hatten, die Sicherheitsmechanismen von Fable 5 zu umgehen. Erst Ende Juni hob die Regierung die Auflagen wieder auf, Fable 5 wurde daraufhin wieder nutzbar. In vielen Fällen greifen aber auch bei harmlosen Fragen Sicherheitsmechanismen, durch die Anthropic Nutzer automatisch an ältere Modelle umstellt.
Anthropic hat versprochen, Fable 5 künftig permanent in seine Abostufen einzubauen, sobald ausreichend Rechenkapazität verfügbar ist.
(dahe)