Heise 07.09.2026
16:00 Uhr

Huawei Watch GT 7 Pro im Test: Top-Sportuhr mit EKG und langer Akkulaufzeit


Edles Titan, präzises GPS und EKG: Die Huawei Watch GT 7 Pro hält bis zu 15 Tage durch – aber lohnt sich das Upgrade zur GT 6 Pro?

Huawei Watch GT 7 Pro im Test: Top-Sportuhr mit EKG und langer Akkulaufzeit

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.

Edles Titan, präzises GPS und EKG: Die Huawei Watch GT 7 Pro hält bis zu 15 Tage durch – aber lohnt sich das Upgrade zur GT 6 Pro?

Die Huawei Watch GT 7 Pro tritt in große Fußstapfen – und macht es wie ihr Vorgänger: kein radikaler Neuanfang, sondern gezielte Verbesserungen an den richtigen Stellen. Das Design bleibt edel, die Akkulaufzeit lang, die Sportfunktionen werden weiter ausgebaut. Ob die Neuerungen den Aufpreis gegenüber der GT 6 Pro rechtfertigen und wie sich die Uhr im Alltag und beim Sport schlägt, zeigen wir im Test.

Eine erhabene Lünette aus nanokristalliner Keramik trifft auf ein robustes Gehäuse aus einer Titanlegierung aus der Luft- und Raumfahrttechnik – das Erscheinungsbild der Huawei Watch GT 7 Pro ist damit so hochwertig wie beim Vorgänger. Die Watch GT 7 Pro behält das kantige, achteckige Design der Lünette bei, das AMOLED-Panel selbst bleibt jedoch rund und wird von Saphirglas geschützt. Wie der Vorgänger ist auch die GT 7 Pro nur in einer Größe erhältlich mit den Maßen 45,6 × 45,6 × 11,25 mm und rund 55,5 g Gewicht ohne Armband.

Neu gestaltet ist das Fluorelastomer-Armband: Das sogenannte Easycross-Design sorgt dafür, dass das Ende des Armbands nach innen versteckt wird, sodass es nicht frei absteht und sich beim Sport nicht am Ärmel verfängt. Das An- und Ablegen geht damit flott von der Hand.

Im Alltag trägt sich die Uhr angenehm und fällt kaum auf. Zum Schlafen ist sie spürbar präsenter – das ist nicht jedermanns Sache. Beim dauerhaften Tragen bildeten sich in den heißen Sommermonaten am Handgelenk vereinzelt wunde Stellen. Der Autor dieses Textes ist generell eher hautempfindlich – auffällig war das dennoch. Empfindlichen Personen sei daher ein alternatives Nylon-Armband empfohlen.

Die GT 7 Pro ist bis 5 ATM wasserdicht und eignet sich zum Schwimmen sowie zum Schnorcheln. Dank der Zertifizierung nach EN 13319 unterstützt sie zudem Freitauchen bis zu einer Tiefe von 40 Metern. Für Gerätetauchen ist sie dagegen nicht vorgesehen.

Das 1,47-Zoll-AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln übernimmt Huawei direkt vom Vorgänger – wer die GT 6 Pro kennt, weiß bereits, was ihn erwartet. Und das ist keine schlechte Nachricht. Farben wirken kräftig, der Kontrast ist ausgewogen, die Darstellung gestochen scharf. Selbst unter direkter Sonneneinstrahlung lässt sich das Display problemlos ablesen. Den Bildschirm schützt wie gehabt Saphirglas vor Kratzern im Alltag. Ein Always-on-Display ist optional verfügbar, geht aber stark zulasten der Akkulaufzeit.

Eingerichtet wird die GT 7 Pro mit der App Huawei Health – so wie alle Vorgängermodelle. Die App ist mit Android und iOS kompatibel, im Google Play Store aber nach wie vor nicht zu finden. iPhone-, Samsung- und Honor-Nutzer werden in den jeweiligen Stores fündig. Andere Android-Nutzer müssen die App per QR-Code installieren und kurzzeitig zusätzliche Berechtigungen erteilen. Die Umsetzung ist unkompliziert – ein kleiner Umweg, den Huawei seinen Nutzern allerdings schon seit Jahren zumutet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die erteilte Berechtigung zur Installation aus unbekannten Quellen anschließend wieder entziehen.

Die App selbst ist übersichtlich und liefert die wichtigsten Gesundheits- und Fitnessdaten kompakt auf einen Blick. Wer tiefer einsteigen möchte – detailliertere Analysen, erweiterte Trainingspläne, Ernährungstipps – zahlt für das Abo „Health Plus“. Hinzu kommen vereinzelte Elemente, die an Werbung erinnern. Auch die meisten Zifferblätter sind kostenpflichtig – wer nicht zahlen möchte, findet aber immerhin eine ausreichende Auswahl kostenloser Varianten. Das ist nicht neu, wirkt angesichts des hohen Kaufpreises aber weiterhin etwas störend.

An der Uhr selbst geht die Bedienung gut von der Hand: Touchscreen, drehbare Krone und eine frei belegbare Taste ergänzen sich sinnvoll. Wischgesten rufen Benachrichtigungen, Schnelleinstellungen oder Wetterdaten ab – nach kurzer Eingewöhnung klappt die Bedienung einwandfrei.

Harmony OS wirkt aufgeräumt und funktional, das Angebot an zusätzlichen Apps bleibt aber überschaubar. Über die Appgallery innerhalb von Huawei Health lassen sich einige Drittanbieter-Apps installieren, mit Wear OS oder watchOS kann die Auswahl jedoch nicht mithalten.

Die Pulsmessung der GT 7 Pro ist präzise: Im Vergleich mit einem Brustgurt weicht der gemessene Herzschlag selbst bei intensivem Training nur minimal ab. Sportmodi gibt es reichlich – für die meisten gängigen Aktivitäten ist gesorgt.

Outdoor-Sportler profitieren von der Möglichkeit, Routen in der App hochzuladen und Karten offline auf der Uhr zu speichern. Neu ist die Unterstützung echter topografischer Karten direkt auf der Uhr, was die autarke Navigation im Gelände deutlich erleichtert. Über die Integration von Komoot lassen sich Routen zudem direkt in die Health App importieren. Das Multiband-GNSS arbeitet dabei sehr präzise – was wir bei einer Wanderung bestätigen konnten. Damit eignet sich die GT 7 Pro auch für längere Trailruns oder Touren abseits bekannter Wege.

Für Radfahrer ist der virtuelle Powermeter wieder mit an Bord. Streckenmessung und Leistungsauswertungen fallen nun detaillierter aus. Wählt man Radfahren als Training aus oder erkennt die Uhr die Aktivität automatisch, lässt sich das Smartphone am Lenker zusätzlich als Fahrradcomputer nutzen. Das kann allerdings stören, wenn ohnehin schon Google Maps zur Navigation läuft. Bis die Uhr ein Radtraining selbstständig erkennt und startet, vergehen zudem einige Minuten. Ist das Training einmal aktiv, registriert sie Stopps – etwa an einer Ampel – zuverlässig.

Skifahrer bekommen ebenfalls mehr als beim Vorgänger: Indoor-Skiing ist inzwischen möglich, Outdoor-Skifahrer erhalten Informationen zu G-Kräften und können daraus ablesen, wie ihr Fahrstil aussieht und wo Verbesserungspotenzial steckt. Huawei hat den Positionierungsalgorithmus im Skimodus grundlegend überarbeitet und verspricht eine um über 50 Prozent präzisere Standorterfassung. Skigebietskarten lassen sich ebenfalls auf die Uhr laden – sofern man die Offline-Karten vorab herunterlädt.

Neu ist außerdem der Physical Readiness Score: Ein täglicher Index bewertet die körperliche Verfassung und Trainingsbereitschaft. Dafür muss die Uhr allerdings auch nachts getragen werden.

Neben der kontinuierlichen Herzfrequenzmessung erfasst die GT 7 Pro den geschätzten Blutsauerstoffgehalt (SpO₂), die Herzfrequenzvariabilität (HRV) sowie die arterielle Steifigkeit – also wie stark die Arterienwände an Elastizität verloren haben. Eine erhöhte arterielle Steifigkeit steht unter anderem mit Bluthochdruck und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung.

Die HRV kann Hinweise auf Stress, Belastung und Erholung liefern. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelner Wert als die längerfristige Entwicklung im Vergleich zum persönlichen Niveau.

Überdies lässt sich ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen, das Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus erkennen kann – etwa Anzeichen für Vorhofflimmern. Ergänzend analysieren die optischen PPG-Sensoren die Pulswellen und können ebenfalls Arrhythmien aufspüren. Die Funktion zur Analyse von Pulswellenarrhythmien muss zunächst in Huawei Health aktiviert werden, dafür lädt die App ein zusätzliches Datenpaket herunter. Einen Arztbesuch ersetzt das alles nicht – als ergänzende Kontrolle im Alltag ist es aber sinnvoll.

Die Schlafanalyse liefert im Test nachvollziehbare Ergebnisse. Die Uhr unterscheidet zwischen Leicht-, Tief- und REM-Phasen. Nächtliche Wachzeiten erkennt sie meist zuverlässig – allerdings nicht so präzise wie ein hochwertiger Smart-Ring. Wer morgens länger wach im Bett liegt oder vor dem Einschlafen liest, muss damit rechnen, dass die Uhr diese Ruhezeit bereits als Schlafphase erfasst. Für eine grobe Orientierung ist das aber ausreichend.

Einen Wermutstropfen gibt es beim Tragekomfort: Die Uhr ist einen Tick zu groß, um nachts wirklich nicht aufzufallen. Das schränkt den Schlafkomfort spürbar ein.

Telefonate lassen sich bei bestehender Bluetooth-Verbindung direkt über die Uhr führen. Die Sprachqualität erreicht zwar nicht das Niveau eines Smartphones, reicht für kurze Gespräche unterwegs aber vollkommen aus. Einen eigenständigen Mobilfunkbetrieb per eSIM unterstützt die GT 7 Pro nicht.

Zwar ist ein WLAN-Modul für das 2,4-GHz-Band integriert, in ein Heimnetzwerk kann sich die Uhr damit jedoch nicht einwählen. Die Verbindung dient ausschließlich im Hintergrund dazu, größere Datenübertragungen vom Smartphone zu beschleunigen, etwa Musik-Downloads oder Firmware-Updates. Bluetooth lässt sich an der Uhr weiterhin nicht separat abschalten, sondern nur durch das Entkoppeln vom Smartphone. Für strahlungssensible Nutzer ist das wenig komfortabel.

Die Watch GT 7 Pro verfügt über eine Sturzerkennung, die schwere Stürze per Beschleunigungssensor detektiert. Reagiert der Träger nach einem erkannten Sturz nicht innerhalb von 60 Sekunden auf den angezeigten Hinweis, löst die Uhr automatisch einen Notruf aus: Sie kontaktiert den ersten hinterlegten Notfallkontakt per Anruf und sendet an alle gespeicherten Kontakte eine Hilfenachricht mit aktuellem Standort. Ein manueller SOS-Ruf ist alternativ durch fünfmaliges Drücken der oberen Taste möglich.

Kontaktloses Bezahlen ist dank NFC wieder mit an Bord – als Dienstleister kommt Curve Pay zum Einsatz. Die Einrichtung ist etwas umständlich: In der Curve-App auf dem Smartphone muss zunächst ein Bezahlmittel hinterlegt und eine Verifizierung durchlaufen werden, anschließend wählt man die Uhr unter „Wearables“ aus. An der Uhr selbst richtet man dann eine PIN ein und aktiviert Curve Pay als bevorzugten Zahlungsdienst. Hat man das einmal erledigt, funktioniert das Bezahlen an der Kasse schnell und zuverlässig.

Zu den großen Stärken der GT-Reihe zählt die Akkulaufzeit – und die GT 7 Pro macht da keine Ausnahme. Laut Huawei hält die Uhr bei häufiger Nutzung rund 12 Tage durch, bei sparsamer Verwendung sind theoretisch bis zu 21 Tage möglich. Auch die Laufzeit bei aktivem GPS-Tracking wurde verbessert: Huawei gibt hier nun über 50 Stunden an.

Unsere Erfahrungen bestätigen die hohe Ausdauer: Im Test kamen wir auf knapp 15 Tage, trugen die Uhr allerdings nicht jede Nacht. Dazu absolvierten wir drei Work-outs pro Woche und eine fünfstündige Wanderung mit aktivem GPS.

Geladen wird die GT 7 Pro über ein magnetisches, induktives Ladepad. Das mitgelieferte Kabel endet in einem USB-A-Stecker und benötigt damit noch ein separates Netzteil. Nach rund einer Stunde ist die Uhr wieder voll aufgeladen.

Huawei hat den Preis der GT 7 Pro spürbar angehoben – die UVP liegt bei stolzen 429 Euro. Der reduzierte Einführungspreis bewegt rund 50 Euro darunter und liegen damit auf dem Niveau der UVP der GT 6 Pro.

Aktuell ist die Uhr ab rund 379 Euro zu haben. Direkt bei Huawei gibt es ein schwarzes Armband kostenlos dazu. Für 469 Euro bekommt man mit dem Style Set zudem eine edle Variante mit silberfarbenem Titanarmband – die Huawei Freebuds SE 4 ANC gibt es ebenfalls kostenlos dazu.

Die GT 7 Pro ist in Gelb, Grün und Schwarz erhältlich. Neben dem Fluorelastomer-Armband unterscheidet sich je nach Variante auch die Lünette: Beim grünen Modell ist sie grün, bei der gelben und schwarzen Ausführung jeweils schwarz mit kleinen Akzenten in Gelb oder Rot – das Titangehäuse selbst bleibt in allen Varianten in seinem natürlichen Titangrau.

Die Huawei Watch GT 7 Pro punktet mit präziser Pulsmessung, zuverlässigem GPS, einem einwandfrei ablesbaren Display und einer langen Akkulaufzeit. Dazu kommen zahlreiche Sportmodi, topografische Offline-Karten, detailliertere Funktionen für Rad- und Skisport sowie kontaktloses Bezahlen. Design und Verarbeitung liegen auf hohem Niveau.

Wer eine vollwertige Smartwatch erwartet, muss allerdings Abstriche machen. Eine eSIM und WLAN fehlen, das Angebot an Drittanbieter-Apps ist klein und Bluetooth lässt sich nachts nicht direkt deaktivieren. Der Zifferblatt-Store ist größtenteils kostenpflichtig und wirkt stellenweise werblich überladen. Auf vielen Android-Geräten muss Huawei Health zudem manuell installiert werden. Bei empfindlicher Haut kann das dauerhafte Tragen des Fluorelastomer-Armbands im Sommer zu Reizungen führen.

Die Watch GT 7 Pro richtet sich vor allem an aktive Nutzerinnen und Nutzer, die eine elegante Sportuhr mit präzisen Messwerten, langer Akkulaufzeit und einfacher Bedienung suchen. Wer weder ein breites App-Angebot noch eine vom Smartphone unabhängige Internetverbindung benötigt, bekommt eine sehr ausdauernde und hochwertig verarbeitete Sportuhr.