Heise 28.05.2026
14:18 Uhr

Last.fm: Musiktracking-Dienst wird nach 19 Jahren wieder unabhängig


Last.fm ist wieder ein eigenständiges Unternehmen. Scrobbles, Nutzerprofile und das Team bleiben erhalten.

Last.fm: Musiktracking-Dienst wird nach 19 Jahren wieder unabhängig

Last.fm ist wieder ein eigenständiges Unternehmen. Das hat der Musiktracking-Dienst in seinem eigenen Forum bekanntgegeben – knapp zwei Jahrzehnte, nachdem CBS den Dienst für 280 Millionen US-Dollar übernommen hatte.

Accounts, Scrobbles, Datenschutzeinstellungen und hinterlegte Zahlungsinformationen bleiben nach der Übernahme unverändert erhalten, schreibt Last.fm. Auch das bisherige Team soll weiter beschäftigt bleiben. An Pro-Abonnements soll sich ebenfalls nichts ändern. Wer der neue Eigentümer ist, teilt Last.fm nicht mit. Der Musikdienst bekräftigt aber, dass es sich nicht um eine andere Firma handele. Informationen zu den finanziellen Hintergründen der Transaktion werden nicht genannt.

CBS Interactive hatte Last.fm am 30. Mai 2007 übernommen. Fast 19 Jahre blieb der Dienst damit Teil des Konzerns, der heute als Paramount Skydance firmiert und im August 2025 aus der Fusion von Paramount Global und Skydance Media entstanden ist.

Last.fm wurde 2002 in Großbritannien als Internetradiostation gegründet. Das Kernkonzept des Dienstes ist heute das „Scrobbeln“: Jedes Abspielen eines Songs auf einem verbundenen Streamingdienst wie Spotify, YouTube oder Apple Music wird an Last.fm übermittelt und im Nutzerprofil als Scrobble eingetragen. Wer auf verschiedenen Diensten Musik hört und sein Konto mit Last.fm verknüpft hat, sieht auf seinem Profil eine vollständige Hörverlaufsliste, aus der Last.fm Empfehlungen und Statistiken ableitet.

Einen eigenen Abo-Radioservice für monatlich 3 US-Dollar stellte Last.fm bereits 2014 ein, um sich auf das plattformübergreifende Tracking zu konzentrieren. Seitdem konkurriert der Dienst nicht mehr mit Spotify oder Apple Music, sondern ergänzt sie.

Die gesammelten Nutzerdaten seien sicher, verspricht Last.fm im Forenpost. An den Datenschutzpraktiken soll sich unter den neuen Besitzern nichts ändern.

(dahe)