Heise 28.05.2026
10:32 Uhr

Studie: So viele Privatleute wie nie stiegen 2025 auf E-Autos um


Einer Auswertung der Versicherung HUK zufolge wechselten 2025 so viele vom Verbrenner zum E-Auto wie noch nie. Im vierten Quartal waren es 6,3 Prozent.

Studie: So viele Privatleute wie nie stiegen 2025 auf E-Autos um

Im vergangenen Jahr sind so viele Privatpersonen in Deutschland von einem Verbrenner auf ein batterieelektrisches Auto (BEV) umgestiegen wie nie zuvor. Das geht aus der aktuellen Auswertung der HUK-Coburg hervor, die Fahrzeugwechsel im eigenen Versicherungsbestand auswertet. Die Umstiegsquote für das Gesamtjahr 2025 lag demnach bei 5,5 Prozent, das ist der höchste je gemessene Jahreswert.

Die Auswertung der HUK-Coburg stützt sich auf Daten von über 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen, was knapp einem Viertel aller privat zugelassenen Pkw in Deutschland entspricht. Statt auf Neuzulassungsstatistiken, die stark von Dienstwagen und Flotten geprägt sind, erfasst die Studie gezielt Fahrzeugwechsel von Privatpersonen. Ergänzend erhebt YouGov Deutschland quartalsweise Befragungen mit rund 4000 Teilnehmern zu Einstellungen und Markenpräferenzen.

Die Umstiegsquote stieg über das Jahr kontinuierlich an: Von 4,1 Prozent im ersten Quartal über 5,5 Prozent im zweiten und 6,2 Prozent im dritten Quartal bis auf 6,3 Prozent im vierten Quartal 2025. Damit erreichte der Wert den höchsten Stand seit Ende 2022. Noch Anfang 2024 war die Quote nach dem Wegfall des staatlichen Umweltbonus auf einen Tiefpunkt gefallen, seitdem hat sie sich mehr als verdoppelt.

HUK-Vorstand Jörg Rheinländer sieht in der Entwicklung ein stabileres Fundament der E-Mobilität: „Die Ankündigung einer neuen staatlichen Förderung bei der Anschaffung von E-Autos hat 2025 offenbar nicht zu einem breiten Abwarten bei privaten Käufern geführt.“ Die Attraktivität der E-Mobilität stehe inzwischen also auf „einem deutlich stabileren Fundament“.

Auffällig ist das Stadt-Land-Gefälle: In den 15 größten deutschen Städten lag die Umstiegsquote 2025 mit 4,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent. Das liegt laut der Studie hauptsächlich an den Lademöglichkeiten: Wer ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung besitzt, hat dreimal so häufig ein E-Auto wie Personen ohne Wohneigentum (4,8 gegenüber 1,6 Prozent). 81 Prozent aller privaten E-Autos gehören Immobilienbesitzern. Wer einen Carport oder Garagenstellplatz hat, kommt auf eine Besitzquote von 4,1 Prozent, gegenüber 2,4 Prozent bei Straßenparkern.

Dabei bewerten Großstädter Elektroautos sogar deutlich positiver: In Städten ab 500.000 Einwohnern halten 59 Prozent E-Autos für „gut“ oder „sehr gut“, in der übrigen Bevölkerung sind es nur 45 Prozent. Rheinländer folgert daraus: „Wenn sich in den Großstädten Deutschlands die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das noch einmal deutliche Zuwächse beim Hochlauf der Elektromobilität bringen.“

Beim E-Auto-Bestand liegt Stuttgart als einzige Großstadt über dem Bundesschnitt (4,8 Prozent). Der Landkreis Starnberg erreicht mit 6,6 Prozent einen doppelt so hohen Anteil wie Düsseldorf mit 3,3 Prozent, obwohl Düsseldorf bei den Umstiegen unter den Großstädten eine Spitzenposition einnimmt.

Mit Blick auf die nahe Zukunft ziehen 15 Prozent derjenigen, die in den kommenden zwei Jahren einen Fahrzeugwechsel planen, ein BEV in Betracht. Weitere 17 Prozent geben an, sie würden umsteigen, wenn es besser zu ihren Bedürfnissen passende Modelle gäbe. Eine wesentliche Hürde bleibt die fehlende Fahrerfahrung: Rund 70 Prozent der Führerscheinbesitzer sind noch nie ein E-Auto gefahren. Aus dieser Gruppe gaben 12 Prozent an, mithilfe der Förderung früher umsteigen zu wollen. Wer E-Autos indes bereits aus eigener Erfahrung kennt, ist mit 22 Prozent fast doppelt so häufig bereit für einen vorgezogenen, geförderten Wechsel. 53 Prozent aller E-Auto-Besitzer würden aufgrund der Förderung einen Kauftermin zeitlich vorziehen.

Grundsätzlich sind 27 Prozent aller Führerscheininhaber markentreu beim E-Auto-Kauf. Bei Besserverdienenden mit mehr als 5000 Euro netto im Monat steigt dieser Anteil auf 52 Prozent. Bei der Markenwahl dominierten Volkswagen mit einem Anteil von 13,4 Prozent an allen Umstiegen, Skoda auf Platz zwei mit 8,2 Prozent, laut HUK insbesondere dank des Modells Elroq (Test), sowie BMW auf Rang drei mit 7,9 Prozent.

(fpi)