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05.09.2026
19:47 Uhr
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Nach dem Auftakterfolg gegen Leverkusen gewinnt die SVE auch bei der Borussia – und das nach 1:3-Rückstand. Dabei muss Trainer Vincent Wagner die zweite Hälfte von der Tribüne verfolgen.

Doppeltorschütze Maurice Krattenmacher nach seinem zweiten Streich.
Thiemo Rudolph/Imago/Steinsiek.ch
Ein Polizeibericht müsste erst noch belegen, ob die 13 000-Einwohner-Gemeinde Spiesen-Elversberg am Samstag ein Dorado für Einbrecher war. Aber wenn ungefähr 2000 Menschen und damit ungefähr 15 Prozent der Einwohner zu einem Fußballspiel nach Mönchengladbach fahren, dann könnte es in dem saarländischen Örtchen schon recht unbeobachtet zugehen.
Viel wahrscheinlicher aber ist, dass im Saarland am Samstag niemand die Muße für unrechte Dinge hatte, weil alle am Fernseher miterleben wollten, ob der Bundesliga-Neuling Sport-Vereinigung Elversberg nach seinem 3:2-Auftaktsieg vor einer Woche gegen Bayer Leverkusen auch im ersten Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach eine Überraschung schaffen würde. Die Auflösung ist: Oh, ja! Und wie!
Der BVB hat einen weiteren Verletzten zu beklagen, dreht in Hoffenheim aber noch ein 0:2. Werder Bremen überrascht gegen Leipzig. Und Leverkusen zeigt ein anderes Gesicht. Alles Wichtige zum Spieltag.
Die Elversberger lagen nach einer Stunde 1:3 hinten, gewannen am Ende aber sensationell mit 4:3 (1:2). Für die Gladbacher war es im zweiten Spiel die zweite Niederlage. Sie ernteten gellende Pfiffe vom Publikum.
Nachdem die Elversberger vor einer Woche einen Blitzstart hingelegt hatten und nach neun Minuten schon 2:0 führten, hatten es diesmal die Gladbacher eilig. Hugo Bolin erzielte in der 11. Minute das 1:0. Allerdings wurden die Borussen dann nachlässig, gestatteten Elversbergs Angreifer Francis Onyeka einen Schuss an den Pfosten sowie in der 29. Minute David Mokwa einen Konter mit Abschluss zum 1:1-Ausgleich.
Dem Gladbacher Führungstorschützen Bolin, einem 23 Jahre alten Schweden, hat das nicht gefallen, sodass er in der 44. Minute sein Führungstor erneut schießen musste. Weil dem Treffer allerdings ein Gladbacher Einwurf vorausgegangen war, der eigentlich für Elversberg hätte gegeben werden müssen, beschwerte sich Elversbergs Trainer Vincent Wagner beim Schiedsrichter Martin Petersen derart nachhaltig, dass er erst Gelb und dann Gelb-Rot sah und die zweite Halbzeit aus dem Oberrang anschauen musste.
Von dort sah er, wie Gladbachs Joe Scally in der 56. Minute das 3:1 erzielt. Allerdings gaben die für ihre erstklassige Mentalität bekannten Elversberger daraufhin noch längst nicht klein bei. Das 2:3 durch Maurice Krattenmacher (66.), ein wunderbar verwandelter Freistoß von Felix Keidel (80.) zum 3:3 und der 4:3-Sieggreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit wieder durch Krattenmacher brachten Elversberg doch tatsächlich im zweiten Bundesliga-Spiel den zweiten Sieg. Mit sechs Punkten und sieben Toren sind sie traumhaft in ihre erste Bundesliga-Saison gestartet. Im Oberrang ballte der Trainer Wagner beim Abpfiff die Fäuste, dann eilte er nach unten aufs Feld und schloss seine Spieler in die Arme.
„Ich habe von oben mega mitgefiebert und genossen, wie unsere Jungs Fußball gespielt haben“, sagte Wagner bei Sky. „Ich wollte mich mit dem Spielleiter in der Pause einfach nur in aller Ruhe unterhalten“, sagte er über seinen Dialog mit dem Schiedsrichter, „aber auch das durfte ich wohl nicht.“ Seiner Mannschaft attestierte er „eine sensationelle Leistung“.
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