SZ 09.10.2026
08:08 Uhr

(+) Berngau in der Oberpfalz: Mann erschießt zwei Behördenmitarbeiter – Festnahme in der Nacht


Bei einem Routineeinsatz in Berngau werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Der Tatverdächtige verschanzt sich, in der Nacht kann die Polizei den Einsatz beenden.

(+) Berngau in der Oberpfalz: Mann erschießt zwei Behördenmitarbeiter – Festnahme in der Nacht

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Behördenbeschäftigte bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Der 60-Jährige wurde dabei durch Schüsse leicht verletzt, berichtete eine Sprecherin des Polizeipräsidiums. „Zum Tatmotiv können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.“

Stundenlang hatte sich der mutmaßliche Täter in einem Haus verschanzt. Mitten in der Nacht griffen die Einsatzkräfte dann zu. Mithilfe von Sprengmitteln und Schüssen nahmen sie den 60-Jährigen in Berngau fest. Zum genauen Ablauf der Geschehnisse äußerte sich die Polizeisprecherin nicht. „Das Ganze ging auf jeden Fall nicht widerstandslos, weil die Beamten auch schießen mussten“, sagte sie. Die Schüsse verletzten den mutmaßlichen Täter leicht am Bein; der Deutsche wurde im Anschluss medizinisch versorgt.

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Tatverdächtige am Donnerstagnachmittag in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz bei einer routinemäßigen Überprüfung eine 54 Jahre alte Mitarbeiterin und einen 45 Jahre alten Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt erschossen. Die beiden sollten unter anderem kontrollieren, ob der Mann seine Waffen ordnungsgemäß lagert.

Gegen 14 Uhr waren mehrere Notrufe bei Polizei und den Rettungskräften eingegangen. Die Zeugen meldeten Schussgeräusche. Es begann ein Großeinsatz der bayerischen Polizei, der sich bis tief in die Nacht zog.

Zunächst umstellten Beamten das Gebäude. Vor dem Wohnhaus entdeckten sie den 45 Jahre alten Behördenmitarbeiter leblos auf dem Boden liegend, er war bereits tot. „Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale. Er gab in den folgenden Gesprächen an, in seiner Wohnung und im Besitz von Schusswaffen zu sein“, schilderte die Sprecherin. Er habe auch zugegeben, geschossen zu haben – und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.

Während Sicherungsmaßnahmen in dem Gebäude liefen, in dem sich der Mann noch verschanzte, entdeckten Einsatzkräfte die getötete 54 Jahre alte Kollegin des 45-Jährigen. „Wir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Schüsse unmittelbar gestorben ist“, sagte ein Polizeisprecher. Dafür spreche die Auffindesituation.

Die Polizei hatte telefonisch Kontakt zu dem mutmaßlichen Schützen und versuchte über lange Zeit, ihn in Gesprächen vom Aufgeben zu überzeugen. Der Mann beharrte jedoch darauf, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.

„Schlussendlich ist dann ein Zugriff erfolgt, unter Anwendung auch von Sprengmitteln“, schilderte ein Polizeisprecher: „Dabei wurde der 60-jährige mutmaßliche Schütze durch Schüsse ins Bein leicht verletzt.“ Der Mann werde nun zunächst medizinisch versorgt.

Im Oktober 2016 hat der „freie Mann Wolfgang“ in Mittelfranken einen Polizisten erschossen. Ein Wendepunkt: Seitdem gehen Sicherheitsbehörden rigide gegen die „Reichsbürger“-Szene vor.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: