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28.06.2026
14:35 Uhr
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Das Doppelleben von Hans Ernst Schneider, der nach dem Krieg als Hans Schwerte zum liberalen Germanisten mutiert war und erst 1995 aufflog, verrät einiges über den Umgang der Deutschen mit der NS-Zeit.

Im Jahr 1995 gestand der Rektor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, Hans Schwerte, in Wahrheit der einstige SS-Hauptsturmführer Hans Ernst Schneider zu sein. Mediales Aufsehen erregte die Vorstellung, dass es ihm gelungen war, sich mit einer gefälschten Biografie perfekt in die Nachkriegsgesellschaft zu integrieren und dies in einer herausragenden Position. Seine falschen Angaben in seinem Lebenslauf führten zur Entlassung aus dem Beamtenstatus, dem Verlust seiner Professur, Versorgungsbezügen und zu einer Rückzahlungspflicht seiner Altersbezüge in Millionenhöhe. Eine Biografie erzählt nun diese Geschichte zwischen NS-Staat und Bundesrepublik.
Seit Kurzem ist die digitalisierte NSDAP-Mitgliederkartei für jeden bequem einsehbar. Und viele aus der Enkelgeneration haben endlich Gewissheit, ob Opa ein Nazi war. Aber reicht das, um die eigene Familiengeschichte zu verstehen?
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