SZ 03.09.2026
14:14 Uhr

(+) Energie: Jetzt ist nicht die Zeit für Spritpreis-Populismus


Natürlich ist es ein großes Ärgernis, wie viel ein Liter Benzin inzwischen kostet. Doch ob es einem gefällt oder nicht: Daran kann auch eine Bundesregierung nicht viel ändern.

(+) Energie: Jetzt ist nicht die Zeit für Spritpreis-Populismus
Augen zu und durch heißt es gerade für jeden, der Tanken muss.
Yona Elsner/IMAGO

Wie trifft man aktuell am zielgenauesten das heiße Herz des Volkes? Richtig, indem man eine Tankquittung mit ins Fernsehduell bringt. In Tagen, wo der Blick auf die Preistafel der Tankstelle den Autofahrern Bauchschmerzen bereitet und die Menschen, die noch mit Öl heizen, überlegen, wie lange sie das Bestellen für den Winter noch aufschieben können, ist man damit ganz nah am Alltag vieler Menschen. In diesem Sinne hat der AfD-Spitzenkandidat von Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund im Fernsehduell ein gutes Gespür bewiesen. Ansonsten hat er natürlich alles falsch gemacht. Denn nichts ist so billig, wie etwas anzuprangern, das man nach der Wahl sowieso nicht ändern kann. Ein Landespolitiker ist nun mal für Spritpreise nicht zuständig. In dem Sinne ist es billiger Spritpreis-Populismus, den Siegmund betreibt, der keinem weiterhilft.

Friedrich Merz hat Wahlkampf gemacht im Osten, nur hat ihn dort so gut wie keiner gesehen. Die Wenigen, die er traf, haben ihn lieber angeschrien als ihm zugehört. Das sagt möglicherweise mehr über das Land aus als über den unbeliebten Kanzler.

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