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25.06.2026
16:30 Uhr
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Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im US-Rechtsstreit um Glyphosat und Krebsrisiken einen wichtigen Sieg errungen. Die Bayer-Aktie legt mehr als 18 Prozent zu.

2022 hat Bayer noch von deutlich höheren Preisen im Herbizid-Geschäft profitiert. Hendrik Schmidt
Der Bayer-Konzern hat in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht des Landes erzielt. Dem Urteil zufolge kann Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden. Das Oberste Gericht berief sich darauf, dass in den USA von der Regierung einheitliche Markierungen vorgeschrieben seien – damit könne es keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben. Vielen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup dürfte damit die Grundlage entzogen werden.
Der Konzern begrüßte das Urteil in einer Stellungnahme als „gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind“. Bayer verneint ein Krebsrisiko von Roundup.
Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall dann später für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen.
Bayer argumentierte, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde. Die EPA hatte das Produktlabel folglich ohne Warnung genehmigt. Daher sollten dem Unternehmen zufolge auch Schadenersatzansprüche „basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten vor Gericht keinen Bestand haben“.
Bayer-Chef Bill Anderson, der das Ruder in Leverkusen im Juni 2023 übernommen hatte, verfolgt das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Prozess stieg die Anzahl an Klägern signifikant an.
Aus Sicht des Leverkusener Dax-Konzerns dürfte das Urteil „dazu führen, dass aktuelle Klagen gegen Bayer abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen“. Zugleich strebt der Konzern weiterhin die finale Genehmigung eines angekündigten großen Sammelvergleichs an. An der Börse hob die Bayer-Aktie nach dem Urteil ab und legte mehr als 18 Prozent zu.
Vor genau zehn Jahren kündigte Bayer die Übernahme von Monsanto an, mit fatalen Folgen – allerdings nicht für den damaligen Konzernchef Werner Baumann. Sogar US-Gesundheitsminister Kennedy und Donald Trump mischen sich ein.
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