Der Politikwissenschaftler Seun Sam aus Phnom Penh ist ein Grenzgänger zwischen Heimatliebe und sachlicher Erkenntnis. Er kennt die verschiedenen Wahrheiten in und um Kambodscha. Er ordnet sie, er setzt sie in den Zusammenhang mit der kambodschanischen Geschichte, mit dem Genozid durch die radikal-kommunistischen Roten Khmer in den 1970ern und der vietnamesischen Besatzung bis 1989. Und er will so erreichen, dass Außenstehende den Machtmenschen Hun Sen besser verstehen, der das Amt des Premierministers vor drei Jahren zwar an seinen Sohn Hun Manet abgab, aber als Präsident des Senats und der dauerregierenden Partei CPP der starke Mann in Kambodscha bleibt. „Ohne starke Führung gibt es wieder Bürgerkrieg und Totschlag“, sagt Seun Sam, der die Abteilung für Public Relations an der Royal Academy of Cambodia leitet.
