SZ 25.09.2026
17:19 Uhr

(+) Möglicher Defekt an Lenkung: VW muss Millionen Autos zurückrufen – diese Modelle sind betroffen


Eine Schraube an der Lenkung etlicher VW-, Audi- und Seat-Modelle könnte rosten und abreißen – mit potenziell schlimmen Folgen. Welche Autos sind betroffen, und was muss geschehen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

(+) Möglicher Defekt an Lenkung: VW muss Millionen Autos zurückrufen – diese Modelle sind betroffen

Dem Volkswagen-Konzern droht neuer und potenziell ziemlich teurer Ärger mit seinen Autos: Wie am Freitag bekannt wurde, lässt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) allein in Deutschland Hunderttausende Fahrzeuge des Konzerns in die Werkstätten zurückrufen, um bei ihnen die Verschraubung der Lenkung zu erneuern. Zuerst hatte das Magazin Auto Motor und Sport darüber berichtet.

Aus dem VW-Konzern heißt es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, der Fehler sei bei internen Qualitätsüberprüfungen festgestellt und dann ans KBA gemeldet worden. Unter bestimmten Umwelteinflüssen und nach langjährigem Betrieb könne es demnach zu einem Schaden kommen, der in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt. Deshalb würden nun alle entsprechenden Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen. Wie viel die Rückrufaktion den VW-Konzern kosten wird, wollte ein Sprecher nicht kommentieren.

Die Schrauben könnten im schlimmsten Fall rosten. Schreitet die Korrosion fort, könne in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt werden, hieß es von den Herstellern. Soll heißen: Im schlimmsten Fall kann der Fahrer das Auto nicht mehr kontrollieren. Die entsprechenden Teile müssen deshalb getauscht werden. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundessamtes sind bislang aber keine Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden bekannt. Darauf verweist auch Audi.

Nach KBA-Angaben sind von dem am vergangenen Dienstag herausgegebenen Rückruf die VW-Modelle Golf, Golf Variant, Caddy, Tiguan und Touran der Baujahre zwischen 2013 und 2024 betroffen. Außerdem werden im gleichen Zusammenhang der Audi Q3 zwischen 2017 und 2024 sowie die Seat-Modelle Ateca und Tarraco der Jahre 2016 bis 2024 in die Werkstätten geholt. Insgesamt seien davon allein in Deutschland potenziell knapp eine Million Autos betroffen, heißt es. Weltweit gehe es sogar um bis zu knapp drei Millionen Fahrzeuge. Für andere Marken des Konzerns wie Škoda finden sich bisher keine Rückrufe auf der KBA-Webseite.

Einem Volkswagen-Sprecher zufolge ist das möglich. In allen Fahrzeugen, die in die Werkstätten gerufen werden, ist zwar die problematische Schraube verbaut. Die Autos können aber mehr oder weniger von dem Problem betroffen sein - je nachdem, wie viel Streusalz sie beispielsweise ausgesetzt waren.

Alle Halterinnen und Halter potenziell betroffener Autos erhalten nach Angaben eines VW-Sprechers einen Brief. Darin stünden alle wichtigen Informationen - beispielsweise zum genauen Ablauf des Rückrufs und den Ansprechpartner. Wer keinen derartigen Brief bekomme, sei auch nicht betroffen.

Wer besorgt sei, kann sich aber auch an einen VW-Servicepartner wenden - also zum Beispiel an einen Händler oder eine Werkstatt. Entscheidend dafür ist die sogenannte Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Sie steht in der Zulassungsbescheinigung. Auskünfte erhalten Autobesitzer auch unter den Telefonnummern 0800 8655 792 436 (VW) und 0800 2834 7378 423 (Audi). Dafür sollte auch der Rückrufcode bereitgehalten werden. Die Rückrufcodes lauten 48VS für VW, 48LG für Audi und 48T7 für Seat.

Die betroffene Verschraubung wird dort getauscht, die Reparatur dauere bis zu etwa einer Stunde. Dazu würden alle Besitzer betroffener Autos per Brief informiert, der Werkstattbesuch sei dann für sie kostenlos.

VW dürfte dieses Jahr operativ fast nichts mehr verdienen. Es ist der nächste Tiefschlag in einem Drama, das längst über Europas größten Autobauer hinausreicht. Und jetzt stehen Tarifverhandlungen an.

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