SZ 15.09.2026
16:33 Uhr

(+) Öffentlich-Rechtliche: Wie sich Weimer zum Trittbrettfahrer der AfD-Forderungen macht


Der Kulturstaatsminister hat mal wieder laut darüber nachgedacht, ARD und ZDF zusammenzuschrumpfen. Warum das berichtenswert ist? Weil der Zeitpunkt dieser Aussagen pikant ist.

(+) Öffentlich-Rechtliche: Wie sich Weimer zum Trittbrettfahrer der AfD-Forderungen macht
Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, drängt auf Veränderungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Medienstaatsminister Wolfram Weimer denkt über eine Privatisierung des ZDF und eine Zusammenlegung von ARD-Anstalten nach. So formuliert es die Nachrichtenagentur KNA, und genau genommen ist das keine Nachricht. Weimer denkt darüber schon seit vielen Jahren nach. „Sollten wir das ZDF nicht besser privatisieren?“, fragte er im Januar 2017 in einem Gastbeitrag für den Branchendienst Kress. Und dachte bei der Gelegenheit auch laut darüber nach, ob es nicht ein Problem sei, wenn das öffentlich-rechtliche System „mehr als 8 Milliarden Euro an Zwangsbeiträgen erhält“. Am Z-Wort erkennt man die besonders fundamentalen Kritiker von ARD und ZDF, und Weimar ließ damals keinen Zweifel daran, dass er zu jenen gehörte. Es sprach von einem „staatsnahen, super-alimentierten System“ und verband mit einem kommerziellen ZDF die Vorstellung, es so „aus den Fängen der Parteien endlich (zu) befreien“.

Ulrich Siegmund durfte kurz vor der Wahl 30 Minuten in den „Logo!“-Kindernachrichten reden. Nun will der Kika erneut ein AfD-Interview senden – trotz 300 000 Unterschriften, die das verhindern wollen.

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