SZ 30.03.2026
14:07 Uhr

(+) Oper: Draußen Demo, drinnen Überwältigung


Die einen halten Anti-Putin-Schilder hoch, die anderen suchen verzweifelt Karten: Anna Netrebkos Auftritte polarisieren nach wie vor. Davon unbeeindruckt gibt sie eine sensationelle Amelia in Verdis „Maskenball“ an der Berliner Staatsoper ab.

(+) Oper: Draußen Demo, drinnen Überwältigung
Anna Netrebko als Amelia, links Charles Castronovo als Riccardo, der Herrscher, der sie liebt. Stephan Rabold

Vermutlich wird das noch länger so bleiben: drinnen Überwältigung, draußen Demo. Wenn Anna Netrebko auftritt, liegen Glück und Entrüstung nah beieinander. Das Glück hat mit Kunst zu tun, die Entrüstung mit Politik. An der Berliner Staatsoper Unter den Linden singt Netrebko die Amelia in Verdis „Un ballo in maschera“, die Premiere ist Teil der Festtage der Oper, bei denen auch Markus Hinterhäuser, bis vor Kurzem noch Intendant der Salzburger Festspiele, als Pianist hätte auftreten sollen. Er sagte aber den Liederabend mit Matthias Goerne ab, vermutlich ist ihm gerade nicht nach öffentlichen Auftritten.

Anna Netrebko sei eine der besten Sängerinnen unserer Zeit, deshalb habe man sie ins Opernhaus Zürich eingeladen, sagte der Intendant. Das gefiel nicht allen. Über einen Abend mit Verdi, einer nervösen Sopranistin – und einem gar nicht so fernen Krieg.

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