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25.06.2026
11:03 Uhr
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Die Düsseldorfer Ergo-Gruppe gibt die Marke DKV in der Krankenversicherung auf – aus Kostengründen und wegen KI.

1926 gründeten eine Ärztin, drei Ärzte und ein Kaufmann in Berlin die Deutsche Kranken-Versicherungs-A.G. (DKV). 101 Jahre später, im dritten Quartal 2027, wird der Name verschwinden. Der Düsseldorfer Versicherer Ergo will seine in Köln ansässige Tochter künftig unter der Marke Ergo führen, bestätigte ein Sprecher. Auch in Belgien und Spanien werden die DKV-Gesellschaften umbenannt. Ergo ist eine Tochter des Rückversicherers Munich Re.
Ergo-Konzernchef Markus Rieß und Deutschlandchef Oliver Willmes investieren viel Geld, um die Konzernmarke Ergo bekannter zu machen. Dazu gehört ein millionenschweres Engagement beim Deutschen Fußball-Bund, bei jedem Pokalspiel prangt der Ergo-Name an der Bande.
Bei dem hohen Werbeaufwand für den Konzernnamen ist es aus Sicht der Düsseldorfer sinnvoll, die Einzelmarken zu begraben. Das traf in den vergangenen Jahren schon die Konzerntöchter Victoria, Hamburg-Mannheimer, Ergo Direkt und D.A.S. Jetzt ist als letzte Tochter die DKV dran.
Zudem mache künstliche Intelligenz, so die Konzernführung, die Änderung noch dringender. Immer mehr Menschen suchen im Internet mit Chat-GPT und Perplexity statt mit der Google-Suchmaschine. Um auch bei KI-Suchen gefunden zu werden, müssen Unternehmen einen vergleichsweise großen Aufwand betreiben. Er erhöht sich, wenn eine weitere Marke wie die DKV entsprechend gefördert werden muss.
Die DKV ist Deutschlands drittgrößter privater Krankenversicherer nach der Debeka und der Axa, gemessen an der Zahl der Kunden mit Kranken-Vollversicherungen. Ende 2025 hatte das Kölner Unternehmen 652 000 Kunden mit einer Vollversicherung, die Debeka kam auf 2,55 Millionen, die Axa auf 816 000. Dazu kamen bei der DKV 3,7 Millionen Zusatzverträge von Reisekrankenversicherungen bis zur Zahnzusatzabdeckung.
Der Bestand der Vollversicherten schrumpft bei einer Reihe älteren Gesellschaften, die weniger neue Kundinnen und Kunden gewinnen können, als sie durch Tod verlieren. 2021 hatte die DKV noch 710 000 Vollversicherte, in der Zusatzversicherung waren es dagegen erst 3,6 Millionen Verträge.
Die Ergo folgt mit der Marken-Integration dem Rivalen Generali. Der italienische Versicherer hat in den vergangenen Jahren die Zahl seiner Marken in Deutschland deutlich reduziert. Im Juni 2020 wurde aus der Central Krankenversicherung die Generali Krankenversicherung. Gleichzeitig verlegte der Konzern den Sitz des Krankenversicherers von Köln nach München.
Auch die Allianz ist in der Krankenversicherung einen ähnlichen Weg gegangen. Im Jahr 1994 übernahm sie vom Rückversicherer Swiss Re die Vereinte Krankenversicherung und integrierte sie 1996 in den Konzern. Das Unternehmen bekam 2003 einen neuen Namen und agiert seitdem als Allianz Private Krankenversicherungs-AG.
Wie genau die DKV künftig heißen wird, steht noch nicht fest. Möglicherweise wird es Ergo Deutsche Krankenversicherung sein. Eine Ergo Krankenversicherung AG hat der Konzern nämlich schon: Sie bietet von Nürnberg aus ausschließlich Zusatzversicherungen an. Die beiden Töchter sollen künftig gemeinsam geführt werden.
Mancher DKV-Kunde wird sich an den Werbeslogan der 90er-Jahre erinnern. „Ich vertrau der DKV“ hieß es auf Plakaten, in Anzeigen sowie im Radio und im Fernsehen. Da sind die aktuellen Ergo-Slogans „Einfach, weil’s wichtig ist“ oder „Versichern heißt verstehen“ weniger eingängig.
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