|
02.04.2026
11:08 Uhr
|
Der US-Präsident kündigt an, die USA würden Iran in den nächsten Wochen „extrem hart“ treffen. Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zu Trumps Rede.

US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede an die Nation im Weißen Haus. Alex Brandon/AP
Trumps Rede an die Nation zum Krieg gegen Iran war mit Spannung erwartet worden. Würde der US-Präsident das siegreiche Ende verkünden? Eine Waffenruhe zwecks Verhandlungen? Oder würde er darlegen, welche Ziele er mit militärischen Mitteln zu erreichen gedenkt - und welche Rollen Bodentruppen dabei spielen würden?
Trump sprach am Mittwochabend gerade einmal 19 Minuten lang - und tat nichts von all dem. Nach einem Monat Krieg wiederholte er im Wesentlichen, was er schon in den vergangenen Tagen und Wochen gesagt hatte. Neu waren Nuancen.
Zuerst gratulierte der US-Präsident den Nasa-Astronauten, die gleichentags zu ihrer Mondmission starteten. Dann versicherte er, die USA erzielten in Iran überwältigende Siege. Noch nie in der Geschichte der Kriegsführung habe ein Feind innerhalb weniger Wochen derart deutliche und verheerende Verluste erlitten. Es folgte eine Rechtfertigung für den Krieg und das Versprechen, diesen bald zu beenden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Rede.
Trump sagt, man sei „ganz nah dran“, den „Job“ in Iran zu beenden. Die Sache müsse aber zu Ende gebracht werden. Auch Angehörige gefallener Soldaten hätten ihn darum gebeten, das zu tun, sagte Trump. Am 32. Tag des Krieges relativierte er außerdem die Kriegsdauer. Zum Vergleich zog er die Dauer der Weltkriege, des Vietnam-Krieges und des Irak-Krieges heran. Was „den Job beenden“ im Detail bedeutet, erläuterte Trump nicht.
In den letzten Tagen hatte er immer wieder gesagt, der Krieg sei fast vorbei. Am Mittwochmorgen behauptete er in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social, der Präsident „des neuen iranischen Regimes“ habe die USA um einen Waffenstillstand gebeten. Er werde das aber erst in Betracht ziehen, wenn die Seestraße von Hormus offen und frei befahrbar sei. Bis dahin werde er Iran „zurück in die Steinzeit bomben“.
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums wies die Behauptung zurück, sein Land habe um einen Waffenstillstand gebeten. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian veröffentlichte seinerseits einen Brief an das amerikanische Volk, in dem er erklärte, der Weg der Konfrontation sei „kostspieliger und sinnloser denn je“.
Ein neuer Krieg? US-Präsident Donald Trump hatte eigentlich das Gegenteil versprochen, das stellt die Maga-Bewegung vor ein Dilemma. Wie sie damit umgeht, lässt sich beim großen Jahrestreffen der Konservativen in Texas beobachten.
Iran habe kurz davor gestanden, eine Atomwaffe zu entwickeln: Das hat Trump in den vergangenen Wochen immer wieder gesagt. Er wiederholte es auch am Mittwoch. Und er stellte das Ziel in den Vordergrund, das er ebenfalls von Beginn an genannt hatte: Iran soll daran gehindert werden, jemals eine Atomwaffe entwickeln zu können. „Ich werde das nie zulassen“, sagte Trump.
Am Vortag hatte er gesagt, er habe dieses Ziel erreicht. Experten gehen aber davon aus, dass 440 Kilogramm hochangereichertes Uran nach wie vor unterirdisch in Iran lagern - und dass Iran dieses Uran nach wie vor zu waffenfähigem Uran anreichern könnte. Deshalb wird darüber spekuliert, Trump könnte Spezialeinheiten damit beauftragen, das Nuklearmaterial herauszuholen - eine Mission, die als höchst riskant eingeschätzt wird.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump nun aber, das Uran sei ihm egal, da es sich so tief unter der Erde befinde. Es sei kein Grund zur Sorge mehr. In den Verhandlungen vor dem Krieg hatten die USA gefordert, dass Iran seinen gesamten Kernbrennstoff aus dem Land ausführen lässt. In seiner Rede vom Mittwochabend ging Trump auf all das nicht ein. Er kritisierte aber das Atomabkommen, das Präsident Barack Obama mit Iran geschlossen hatte.
Zu Kriegsbeginn hatte Trump von einem Regierungswechsel gesprochen. „Help is on the way“, Hilfe sei unterwegs, hatte er während der blutig niedergeschlagenen Proteste verkündet. Er forderte die Iranerinnen und Iraner dazu auf, das Momentum zu nutzen und ihr Regime zu stürzen. Am Mittwochabend machte er eine Kehrtwende. Er sagte, ein Regierungswechsel sei nie das Ziel gewesen, aber er sei erfolgt. Die neue Gruppe sei pragmatischer und weniger radikal. Von wem er genau sprach, blieb unklar.
Das letzte Wort hat in Iran der Ayatollah, und Modschtaba Chamenei hat die Nachfolge seines gleich zum Kriegsauftakt getöteten Vaters angetreten. Er gilt nicht als weniger radikal als sein Vater. Auch die Revolutionsgarden scheinen noch Bedeutung zu haben. Trump erklärte schon bei anderer Gelegenheit, die USA stünden mit gemäßigteren Gruppen in Kontakt, ohne zu sagen, mit wem.
Zum Problem der wegen des Krieges blockierten Seestraße von Hormus sagte Trump, was er schon in den vergangenen Tagen gesagt hatte: Andere Staaten sollten sich darum kümmern. „Wir werden ihnen helfen, aber sie sollten die Initiative ergreifen, wenn es darum geht, das Öl zu schützen, von dem sie so stark abhängig sind.“ Die USA seien nicht darauf angewiesen, sagte Trump.
Schon am Vortag hatte der US-Präsident auf sozialen Medien geschrieben, die betroffenen Länder sollten den Mut aufbringen, sich ihr Öl selbst aus der Meerenge „zu holen“. Sie müssten anfangen zu lernen, für sich selbst zu kämpfen. Die USA würden nicht mehr für sie da sein.
Die USA sind zwar der weltweit größte Ölproduzent. Der Ölpreis richtet sich aber nach dem globalen Angebot und der weltweiten Nachfrage. Deshalb sind auch die USA davon betroffen, wenn die Versorgung unterbrochen und ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung lahmgelegt ist. Ein iranischer Regierungsvertreter erklärte am Mittwoch, Iran gehe davon aus, dass die Meerenge wieder geöffnet werde, allerdings nicht für die Vereinigten Staaten.
Trump wiederholte die Drohung, dass die USA die iranischen Energieanlagen angreifen würden, wenn kein „Deal“ erzielt werde. Und er kündigte an, die Luftangriffe würden nicht nachlassen. „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“, sagte Trump. „Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören.“
Deutschland führt neue Tankstellen-Regeln ein, Australien ruft zu Home-Office auf. Was gegen den Preisschock wirklich helfen würde.
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: