SZ 02.09.2026
16:44 Uhr

(+) Roofing: „Ich weiß selbst, dass es dumm und gefährlich ist“


Anna Siebert ist 24 und Rooferin, sie klettert unerlaubt und ohne Sicherung auf Türme, Gebäude und Schornsteine. Wie kommt sie zu so einem riskanten Hobby? Ein Treffen bei einem Sendemast im Saarland.

(+) Roofing: „Ich weiß selbst, dass es dumm und gefährlich ist“
Auf Instagram postet Siebert für ihre 16 000 Follower Fotos von Türmen und Gebäuden, auf die sie unerlaubt geklettert ist.
Foto: Florian Ullmann

Anna Siebert presst ihren Finger vor die Lippen: „Psst“ – ab jetzt wird nur noch geflüstert, die Häuser des anliegenden Wohngebiets sind nur wenige Meter entfernt. Stille – nur die Grillen zirpen. Ein letzter akribischer Blick, dann hievt sie sich über einen Metallzaun. Was Siebert macht, ist nicht nur risikoreich, sondern auch in vielen Fällen Hausfriedensbruch. Darum wurde ihr Name von der Redaktion geändert. Als sogenannte Rooferin klettert die 24-Jährige auf Türme, Hausdächer oder wie an diesem warmen Sommerabend auf einen 50 Meter hohen Sendemast im Saarland. So wie sie gerade den Zaun hinunterspringt, könnte sie auch auf dem Weg zum Kiosk sein: eine schwarze Adidas-Trainingsjacke, kurze Hose, Sneaker. Nur die Handschuhe, die sie vor dem Abrutschen bewahren, verraten sie.

Der Extremkletterer Alex Honnold hat den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 bestiegen – ohne Seil und Sicherung, live übertragen bei Netflix. Und die Frage ist: Musste das sein?

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: